Das Kind mit dem Zeichen großer Taten
Broll Bärenfell kam mit einem Geweih zur Welt. Unter Nachtelfen galt dies als seltenes Zeichen außergewöhnlicher druidischer Bestimmung. Während andere Kinder lernen durften, ohne dass jeder Schritt eine Prophezeiung bestätigte oder widerlegte, sah Broll in den Blicken seiner Umgebung stets eine kommende Größe. Er wurde ein mächtiger Gestaltwandler und Schüler Malfurions, empfand das Erreichte aber als ungenügend.
Remulos gab ihm ein Idol, das mit einem grünen Drachen und dem Smaragdgrünen Traum verbunden war. Auch dieses Geschenk trug Erwartung. Als es keine verborgene Vollendung in ihm öffnete, fraß sich das Gefühl des Versagens tiefer. Broll besaß Kraft, Wissen und eine Tochter, die ihn liebte; dennoch maß er sich an einer Vorstellung, die immer einen Schritt weiter lag. So wurde aus einem Segen ein stilles Urteil, das niemand ausdrücklich sprechen musste.
Anessas Tod am Hyjal
Im Dritten Krieg kämpfte Broll am Berg Hyjal gegen Legion und Geißel. Seine Tochter Anessa stand an seiner Seite. Als seine Einheit abgeschnitten wurde, rief er tiefere Kräfte der Natur und rettete anderen den Rückzug. Er hielt, bis Azgalor ihn überwältigte. Das Idol fiel zu Boden, der Grubenlord traf es mit seiner Klinge, und eine Explosion aus Teufelsenergie tötete Anessa, die ihrem Vater helfen wollte.
Broll gab sich die Schuld. Trauer und Zorn vertrieben fast alle Tiergeister, mit denen er verbunden gewesen war. Nur der Bär blieb, zugleich sein innerster Schutz und ein von Teufelsenergie verwundeter Ausdruck seiner Wut. Obwohl Broll viele Leben gerettet hatte, sah er nur jenes eine, das er nicht schützen konnte. Die alte Erwartung großer Taten verwandelte sich in die Überzeugung, jede große Kraft in ihm habe am Ende seine Tochter getötet.
Drei Gefangene im Purpurring
Broll geriet in die Arena und wurde Eigentum Rehgar Erdzorns. Dort kämpfte er mit Valeera Sanguinar und einem Menschen, der nur Lo'Gosh genannt wurde. Der Gedächtnislose war ein Teil von Varian Wrynn, doch zunächst verband die drei keine Krone. Sie überlebten, weil jeder die Lücken der anderen deckte. Aus aufgezwungener Mannschaft wurde Freundschaft.
Brolls Zorn machte seine Naturmagie weiterhin gefährlich. Als das verdorbene Idol bei Furbolgs in Eschental auftauchte, stellten Broll und Lo'Gosh sich den Folgen. Die Verderbnis hatte sich auf jene ausgebreitet, die das Stück bewahrten. Broll reinigte das Idol und gewann die Verbindung zu den anderen Tiergeistern zurück. Heilung bedeutete nicht, Anessas Tod zu vergessen. Sie begann, als er aufhörte, Schmerz nur als Beweis seiner Unwürdigkeit zu behandeln und wieder Verantwortung für das übernahm, was aus ihm hervorging.
Freund des geteilten Königs
Broll und Valeera begleiteten Lo'Gosh auf dem Weg zu seiner Identität. Sie halfen, die beiden Hälften Varian Wrynns wieder zu vereinen und Sturmwind von Onyxias Einfluss zu befreien. Broll begegnete dem König nicht als Untertan, sondern als Freund aus einer Zeit, in der Varian selbst keinen Namen besaß. Diese Nähe erlaubte ihm eine Ehrlichkeit, die an einem Hof selten wird.
Später wirkte Broll im neuen Rat von Tirisfal und im Krieg gegen den Smaragdgrünen Alptraum. Anessas Gestalt wurde in seinen Alpträumen gegen ihn verwendet, doch er kämpfte weiter und half Tyrande, Malfurion zu befreien. Der Traum, der einst durch das Idol zu ihm gesprochen hatte, war nun Schlachtfeld und Spiegel. Broll musste unterscheiden, welche Erinnerung aus Liebe kam und welche Verderbnis seine Schuld nur mit der Stimme seiner Tochter nachahmte.
Größe ohne Prophezeiung
Broll organisierte druidische Späher in Darnassus und diente dem Zirkel des Cenarius. Malfurion achtete ihn als Ebenbürtigen, doch Brolls Bedeutung liegt nicht nur in dieser Anerkennung. Er bewahrte die Fähigkeit, anderen zu helfen, nachdem seine eigene Macht mit dem schlimmsten Augenblick seines Lebens verbunden worden war. Das verlangt eine andere Art Mut als der Sieg in einer Arena.
Sein Geweih kann weiterhin als Zeichen großer Begabung gelesen werden. Die reifere Geschichte liest es jedoch nicht als Vertrag mit einem vorherbestimmten Ruhm. Brolls größte Tat war vielleicht weder ein Duell noch ein Zauber. Er lernte, dass Anessas Liebe ihn nicht dazu verpflichtete, ewig an ihrem Tod zu zerbrechen. Aus dem Gladiator wurde wieder ein Druide, weil er die Natur nicht länger zwingen musste, ihm seine Unschuld zu bestätigen. Er konnte ihr dienen, obwohl Trauer in ihm blieb.