Unter dem Tal liegt ein zweites Reich
Im Nordwesten des Tals der Ewigen Blüten stehen die Ruinen von Guo-Lai. Unter ihnen beginnt ein weit größeres Bauwerk. Gänge führen zu Ritualkammern, einem Gewölbe, Hallen voller Statuen und Räumen, deren Böden selbst zu tödlichen Prüfungen werden. Die Mogu errichteten solche Anlagen nicht nur, um Schätze zu lagern. Sie verbanden Herrschaft mit Ritual, Architektur und Angst. Wer die Hallen betrat, sollte schon an ihrer Größe erkennen, wie klein ein einzelnes Leben gegenüber dem Kaiserreich erschien.
Nach dem Sturz der Mogu blieb vieles versiegelt. Die Goldlotus wachten über die Zugänge, weil in den Gewölben Waffen, Geister und Wissen lagen, die neuen Tyrannen dienen konnten. Doch die Mogu-Clans verschwanden nicht. Die Shao-Tien besetzten die Ruinen und machten sie zu einer Basis für Angriffe auf das Tal. Sie suchten nach Relikten ihrer Vorfahren und wollten aus der Vergangenheit wieder politische Macht gewinnen.
Die Goldlotus verteidigen das Tal
Für die Goldlotus waren die Guo-Lai-Hallen eine dauernde Bedrohung. Ihre Mitglieder schützten nicht nur die sichtbaren Gärten und Seen. Sie mussten verhindern, dass Mogu die verborgenen Kammern öffneten und ihre alten Konstrukte, Rituale und Waffen zurückerlangten. Kämpfe in den Ruinen waren deshalb Teil eines größeren Ringens um das Gedächtnis Pandarias. Die Shao-Tien sahen in den Hallen den Beweis eines verlorenen Erbrechts; die Goldlotus sahen darin die Werkzeuge einer Herrschaft, die nicht zurückkehren durfte.
Als die Tore des Tals geöffnet wurden, halfen Fremde bei dieser Verteidigung. Sie durchquerten Hallen, lösten Mechanismen aus und bargen Schlüssel aus den Händen der Mogu. Dabei wurde sichtbar, wie sehr das scheinbar friedliche Tal auf versiegelten Gefahren ruhte. Schönheit und Sicherheit waren nicht selbstverständlich. Sie wurden von einem kleinen Orden aufrechterhalten, der wusste, was unter den Blumen lag.
Geister nach dem Krieg
Garroshs Ausgrabungen und die Verwüstung des Tals beendeten den Kampf um Guo-Lai nicht. Nach dem Feldzug spukten Mogu-Geister durch die Hallen, und Pandaren fürchteten den Ort mehr denn je. Während des Krieges gegen die Brennende Legion betraten Schamanen des Irdenen Rings gemeinsam mit Rehgar Erdenwut die Anlage. Sie suchten nach Edikten für Xuen und reinigten Teile der Hallen von den rastlosen Geistern.
Der erneute Gang in die Tiefe zeigte, dass ein besiegtes Reich nicht einfach verschwindet. Seine Befehle bleiben auf Stein, seine Waffen in Gewölben und seine Vorstellungen in den Köpfen späterer Generationen zurück. Die Guo-Lai-Hallen wurden nie wieder zum Zentrum eines Kaiserreichs. Sie blieben jedoch ein Archiv der Gewalt, aus dem jede neue Krise etwas hervorholen konnte, wenn die Wachen an der Oberfläche nachließen.