Ehre und StärkeBlackmoore
Furorion
Charakter

Furorion

Der junge schwarze Drache wollte Azeroth um jeden Preis vor dem Schicksal Todesschwinges bewahren. Erst seine eigenen Irrwege lehrten ihn, dass Weitsicht ohne Vertrauen neue Katastrophen schafft.

Ein Ei gegen das Erbe

Furorions Geschichte beginnt, bevor er die Schale durchbricht. Der Schwarze Drachenschwarm war seit Neltharions Fall von den Stimmen der Alten Götter durchdrungen. Rheastrasza, meist Rhea genannt, suchte in den Ödlanden nach einem Weg, wenigstens ein Ei von dieser Verderbnis zu reinigen. Sie bezahlte den Versuch mit ihrem Leben. Was aus dem geretteten Ei schlüpfte, war kein gewöhnliches Jungtier, sondern ein schwarzer Drache, der von seinem ersten Atemzug an wusste, wovon er frei sein sollte.

Furorion nannte Todesschwinge seinen Vater, obwohl zwischen ihnen nie eine Familie bestand. Der Name bezeichnete eine Abstammung und eine Warnung. Während andere Junge Schutz bei älteren Drachen gefunden hätten, erbte Furorion einen fast vernichteten Schwarm und die Gewissheit, dass Verderbnis im eigenen Blut lauern konnte. Er wuchs deshalb nicht langsam in Verantwortung hinein. Er erwachte bereits mit einem Auftrag, den er sich selbst gab: Niemals sollte ein schwarzer Drache Azeroth noch einmal so verwunden wie Neltharion.

Der letzte Unverdorbene

Aus Angst machte Furorion ein Urteil. Er ließ verderbte schwarze Drachen aufspüren und töten, verbündete sich mit Schurken und lenkte die Träger der Fänge des Urvaters gegen seinen eigenen Schwarm. Selbst Fahrad, der ihn unterrichtet hatte, fiel, als N'Zoths Einfluss in ihm sichtbar wurde. Der junge Prinz glaubte schließlich, der letzte unverdorbene schwarze Drache zu sein.

Darin lag bereits sein gefährlichster Wesenszug. Furorion erkannte eine wirkliche Bedrohung, doch er hielt sich selbst für den einzigen, der sie vollständig verstand. Weil das Ziel groß genug war, erschienen ihm Täuschung und fremde Opfer klein. Er wollte anders sein als Todesschwinge und übernahm doch dessen einsame Gewissheit: Nur einer sehe weit genug, nur einer dürfe entscheiden, welche Last alle anderen tragen müssten.

Azeroth als Spielbrett

Auf Pandaria beobachtete Furorion den Krieg zwischen Horde und Allianz. Er sandte Abenteurer in Schlachten, ließ sie Macht sammeln und half ihnen, legendäre Umhänge zu schaffen. Hinter seinen Prüfungen stand die Furcht vor der Brennenden Legion. Eine geeinte Welt, so glaubte er, könne die kommende Invasion überleben; da freiwillige Einigkeit unmöglich schien, sollte eine Fraktion die andere vollständig besiegen.

Nach Garroshs Sturz erwartete Furorion, dass Varian Wrynn die Horde zerschlagen würde. Stattdessen ließ der König ihr eine Zukunft. Für Furorion war das verschwendete Gelegenheit, für Azeroth eine Entscheidung gegen dauerhafte Eroberung. Er half daraufhin Kairozdormu, Garrosh zu befreien und in ein anderes Draenor zu bringen. Der Plan sollte eine schlagkräftige Armee hervorbringen. Er brachte die Eiserne Horde, einen neuen Krieg und schließlich Gul'dans Rückkehr hervor. Furorion hatte die Legion kommen sehen und durch seine Abkürzung eine ihrer Türen geöffnet.

Im Blick des Verderbers

Als N'Zoth frei wurde, konnte Furorion nicht mehr aus sicherer Entfernung planen. Der Alte Gott, dessen Flüstern Neltharion gebrochen hatte, griff Gedanken und Wahrnehmung an. Furorion arbeitete mit Magni und den Verteidigern Azeroths an einem Schutz gegen diese Angriffe. Aus schwarzer Drachenschuppe, Wissen und zahllosen gefährlichen Wegen entstand Ashjra'kamas, ein Umhang, der seinen Trägern half, den Visionen des Verderbers standzuhalten.

In Ny'alotha begegnete Furorion dem Kern seiner Herkunft. N'Zoth zeigte nicht nur Schrecken, sondern Möglichkeiten, in denen Misstrauen vernünftig und Unterwerfung unvermeidlich wirkte. Der Sieg über ihn löschte die Vergangenheit des schwarzen Schwarms nicht aus. Er bewies jedoch, dass Neltharions Fall kein Naturgesetz des Blutes war. Furorion konnte dem Blick widerstehen, dem sein vermeintlicher Vater erlegen war, weil er diesmal nicht allein handelte.

Ein Prinz, der zurücktritt

Auf den Dracheninseln traf Furorion auf Sabellian und dessen Obsidianbrut. Beide beanspruchten die Führung: Furorion verwies auf seine Taten für Azeroth, Sabellian auf die Jahre, in denen er Eier und Überlebende geschützt hatte. Ihr Streit machte sichtbar, wie wenig ein Schwarm durch einen Titel geheilt werden kann. In Aberrus sahen sie, wie früh Neltharion begonnen hatte, Leben zu Werkzeugen seiner Pläne zu machen.

Ebyssian wollte den Thron nicht und erwies sich gerade dadurch als derjenige, der den Schwarm zusammenhalten konnte. Furorion unterstützte schließlich seine Führung. Heute dient der Schwarze Prinz an der Seite des neuen Erdwächters als Diplomat des schwarzen Drachenschwarms, während Sabellian sich um Brut und Heimat kümmert. Furorions Talent, Wege in fremde Höfe, Lager und Gedanken zu finden, ist damit nicht verschwunden; es dient nun einer Gemeinschaft, deren Urteil nicht allein bei ihm liegt.

Das ist kein kleines Ende für einen Drachen, der sich einst zum einzigen Retter erklärte. Seine Reife zeigt sich nicht darin, dass alle frühen Befürchtungen falsch gewesen wären. Sie zeigt sich darin, dass er gelernt hat, eine richtige Warnung nicht mit dem Recht auf jede Entscheidung zu verwechseln. Furorion bleibt ehrgeizig und ungeduldig. Nun steht neben seiner Weitsicht jedoch eine Erfahrung, die er nicht vorausberechnen konnte: Manchmal bewahrt man eine Welt am besten, indem man anderen zutraut, sie mitzutragen.