Nefarians Brutkammern
Im Pechschwingenabstieg setzte Nefarian die Arbeit fort, die den schwarzen Drachenschwarm seit Neltharions Fall prägte: Er wollte Drachen nicht nur züchten, sondern gezielt verbessern. Welpen wurden gemessen, verändert und auf ihre Brauchbarkeit reduziert. Atramedes gehörte zu jenen jungen Drachen, an denen Maloriak im Auftrag seines Herrn experimentierte.
Der Versuch 25463-D
Maloriaks Eingriff sollte Atramedes zu einem vollkommeneren Drachen machen. Stattdessen blendete er den Welpen. Nefarian reagierte nicht mit Mitleid und auch nicht mit dem Ende des Versuchs. Er erkannte, dass ein überlebender blinder Drache neue Sinne entwickeln konnte, und ließ Atramedes weiterwachsen. Das Versagen wurde dadurch nicht korrigiert, sondern in eine andere Versuchsanordnung verwandelt.
Atramedes lernte, seine Umgebung über Geräusche wahrzunehmen. Atem, Schritte und klirrende Rüstung zeichneten für ihn ein Bild des Raumes. Im Kampf sammelte sich jeder vermeidbare Laut, bis er ein Ziel vollständig erfassen konnte. Die Glocken in seiner Kammer konnten diese Wahrnehmung stören, aber auch seinen Zorn auf jene lenken, die sie benutzten.
Der Preis des Überlebens
Atramedes war kein freiwilliger Schüler Nefarians. Seine bemerkenswerte Anpassung entstand, weil andere über seinen Körper verfügten. Dass er später gefährlicher wurde, rechtfertigte den Versuch in Nefarians Augen nachträglich. Der Drache durfte leben, solange seine Behinderung als Waffe nützlich blieb. Freiheit oder ein Leben außerhalb des Labors waren nicht Teil dieser Rechnung.
Atramedes zeigt Nefarians besondere Form der Grausamkeit. Der schwarze Drache suchte nicht nur gehorsame Diener, sondern wollte beweisen, dass jede Verletzung, jedes Erbe und jeder lebende Körper formbar sei. Atramedes' Stärke war wirklich, doch sie blieb das Ergebnis eines Missbrauchs. Mit seinem Fall endete ein Experiment, nicht die Ideologie, aus der es entstanden war.