Ehre und StärkeBlackmoore
Flottenmeister Seehorn
Charakter

Flottenmeister Seehorn

Flottenmeister Seehorn ist ein taurischer Seefahrer, Pirat und die rechte Hand von Handelsprinz Revilgaz. Er schützt Beutebucht vor den Blutsegelbukanieren, verteidigte den Hafen nach dem Kataklysmus und half dem Schwarzmeer-Kartell später beim Aufstand gegen Gallywix.

Ein Tauren auf See

Flottenmeister Seehorn ist ein Tauren, dessen Leben ungewöhnlich weit von den traditionellen Jagdgründen seines Volkes entfernt verläuft. Er dient den Schwarzmeerfreibeutern, der bewaffneten Mannschaft von Beutebucht, und hält sich gewöhnlich im oberen Stockwerk des Gasthauses Zum Salzigen Seemann auf. Dort arbeitet er unmittelbar für Baron Revilgaz, den goblinischen Herrscher des Hafens. Der Titel Flottenmeister bezeichnet dabei keine bloße Zierde: Seehorn koordiniert Schiffe, Seeleute und Einsätze gegen Gegner, die den Handel durch das Schlingendornkap bedrohen.

Wie und wann Seehorn die Küsten Kalimdors verließ, wird nicht vollständig erzählt. Hinweise aus seinen Begegnungen mit der Brashtidenmannschaft deuten darauf, dass er schon lange vor den jüngsten Kriegen zur See fuhr. Sicher ist, dass er unter Goblins und Piraten nicht als Besucher behandelt wird, sondern als erfahrener Offizier. Revilgaz vertraut ihm Aufklärung, Verteidigung und heikle Verhandlungen an. Damit gehört Seehorn zu jenen Figuren, an denen sichtbar wird, dass die Völker Azeroths nie ausschließlich in den Grenzen ihrer großen Fraktionen lebten.

Der Krieg mit den Blutsegelbukanieren

Beutebuchts gefährlichste Rivalen sind die Blutsegelbukaniere. Diese Piraten wollen den Hafen und seine Handelswege an sich reißen. Als Erster Maat Crazz von einem bevorstehenden Angriff erfuhr, gelangten die Hinweise zu Seehorn. Er ließ die Lager der Blutsegel an der Wilden Küste durchsuchen und ihre Korrespondenz sichern. Aus den Papieren ging hervor, dass Flottenmeister Firallon den Angriff leitete. Seehorn beauftragte daraufhin Abenteurer, Firallon sowie Kapitän Kielhol und Kapitän Stillwasser auszuschalten.

Der Konflikt blieb dennoch bestehen. Firallon setzte später ein Kopfgeld auf Revilgaz und Seehorn aus, sodass Verbündete der Blutsegel beide Anführer angreifen konnten. Die Männer überlebten und behielten die Kontrolle über Beutebucht. Seehorn war außerdem an der Suche nach einem Schatz aus der Bucht von Faldir beteiligt. Solche Aufgaben zeigen seine doppelte Funktion: Er ist militärischer Beschützer eines Hafens, dessen Wohlstand zugleich auf Schatzsuche, Schmuggel und Geschäften mit höchst fragwürdigen Partnern beruht.

Ein falscher Kopf und ein echter Angriff

Nach dem Kataklysmus versuchten die Blutsegel erneut, Beutebucht zu unterwandern. Ein Abenteurer sollte sich als Pirat ausgeben und dafür Seehorns Kopf als Loyalitätsbeweis bringen. Statt die Tarnung aufzugeben, entwickelte der Flottenmeister einen makabren Schwindel: Der Kopf der Kuh Bossy wurde mit einem Ersatzhut ausgestattet und den Piraten als vermeintliche Trophäe präsentiert. Der Plan funktionierte. Der eingeschleuste Kundschafter erfuhr, dass die Brashtidenmannschaft einen unmittelbaren Angriff auf die Stadt vorbereitete.

Als die Piraten in Beutebucht landeten, griff Seehorn selbst ein. Er kannte sogar Bruce, einen Angehörigen der Brashtiden, aus früherer Zeit. Gemeinsam mit den Schlägern und angeworbenen Kämpfern säuberte er Straßen und Schiffe von den Angreifern. Die Episode wirkt zunächst komisch, endet aber in einer ernsten Verteidigungsschlacht. Sie erklärt gut, warum Revilgaz dem Tauren vertraut: Seehorn kann improvisieren, Informationen gewinnen und im entscheidenden Moment an vorderster Front kämpfen.

Zwischen Hyjal und Draenor

Seehorns Verpflichtungen beschränkten sich nicht dauerhaft auf das Schlingendornkap. Während Ragnaros und der Schattenhammer den Hyjal bedrohten, unterstützte er die Verteidiger am Nest von Sethria. Dort kämpfte er gegen die Diener des Feuerfürsten und stellte seine Mannschaft zeitweise in den Dienst einer Gefahr, die weit über den Handel Beutebuchts hinausging. Für einen Piratenoffizier ist das bemerkenswert, bleibt aber mit seinem Wesen vereinbar: Wenn Azeroths Küsten und Häfen brennen, gibt es auch für neutrale Seeleute keinen sicheren Rückzugsort.

Im Feldzug auf dem alternativen Draenor konnte Seehorn außerdem in den Gasthäusern der Garnison auftauchen. Er suchte dort nach einem Kompass aus orkischen Erzählungen. Diese Begegnung war kleiner als seine Kämpfe um Beutebucht, setzte seine Laufbahn aber folgerichtig fort. Seehorn interessiert sich für Wege, Karten und nautische Gegenstände, weil ein Flottenmeister seine Macht nicht aus einem Thron, sondern aus der Fähigkeit bezieht, Menschen, Waren und Nachrichten über gefährliche Meere zu bewegen.

Gallywix nimmt eine Geisel

Jahre später geriet Seehorn in den Machtkampf der Goblinkartelle. Jastor Gallywix ließ ihn gefangen nehmen, um Baron Revilgaz zur Zusammenarbeit zu zwingen. Der Flottenmeister war damit keine zufällige Geisel: Seine Entführung traf Revilgaz persönlich und bedrohte zugleich die Führung des Schwarzmeer-Kartells. Während seiner Haft beobachtete Seehorn, wie Gefangene der Dunkelfusion von Astralen getötet wurden. Gazlowe, Renzik das Messer und ihre Verbündeten befreiten ihn schließlich.

Nach der Rettung kehrte Seehorn zu Revilgaz zurück und kündigte den Dunkelfusionären einen unerbittlichen Kampf auf allen Gewässern an. Seine Gefangenschaft ordnet ihn in die Befreiung von Lorenhall ein, bei der mehrere Kartelle ihre Rivalitäten zurückstellen mussten. Seehorn ist dabei kein Handelsprinz und kein politischer Redner. Seine Bedeutung liegt darin, dass er Revilgaz' Kartell handlungsfähig hält und aus der persönlichen Demütigung einen konkreten Auftrag gegen Gallywix' Machtapparat macht.

Die Rückeroberung der Schwarzmeer-Marina

Nach Renziks Ermordung schlossen sich die Kartelle hinter Gazlowe zusammen. Um Gallywix zu stürzen, mussten sie die Lieferungen von Waffen stoppen, die mit Schwarzem Blut verstärkt wurden. Revilgaz, Marin Noggenfogger und Seehorn gingen deshalb zur Schwarzmeer-Marina. Während die Handelsprinzen Unterstützung organisierten, stürmte Seehorn voraus und griff die Dunkelfusionäre direkt an. Er wurde verwundet, erholte sich jedoch mit Hilfe eines Tranks von Noggenfogger.

Anschließend führte er das Schwarzmeer-Kartell bei der Rückeroberung des Hafens und beim Sturz von Hafenmeister Skeez. Er half außerdem, eine Transportmaschine zu kapern und den weiteren Angriff vorzubereiten. Damit endet seine bisherige Geschichte dort, wo sie begonnen hat: an einem umkämpften Kai. Seehorn steht für die praktische Seite goblinischer Macht. Revilgaz kann Verträge schließen und Bündnisse abwägen; ohne den Tauren, der Schiffe bemannt und Häfen verteidigt, blieben diese Pläne Papier.