Ehre und StärkeBlackmoore
Astrale
Volk

Astrale

Die Astralen sind die körperlosen Überlebenden K'areshs. Arkane Schutzschilde verwandelten sie in Energiewesen, während ihre Heimat zerbrach. Aus Händlern, Rächerinnen und Suchenden entstand ein verstreutes Volk, das erst spät zur verwundeten Weltenseele heimkehrte.

Bevor nur Bandagen blieben

Die Astralen waren einst K'areshi aus Fleisch und Blut. Unter zwei Sonnen lebten sie auf einer Welt aus Wüsten, Stadtstaaten und wandernden Gemeinschaften. Orakel erneuerten in der Tabiqa ihre Eide gegenüber der Weltenseele K'aresh und hörten ihren Gesang. Handel verband entfernte Orte, aber Glaube, Herrschaft und persönliche Ziele machten ihre Gesellschaft schon damals vielfältiger als die späteren Karawanen vermuten lassen.

Kurz vor der Katastrophe erreichte viele K'areshi eine strahlende Vision, der Hilferuf ihrer Welt. Sie verstanden ihn zu spät. Dimensius der Allesverschlingende öffnete Tore zur Leere, fraß die beiden Sonnen und überschüttete den Planeten mit Energien, gegen die gewöhnliche Mauern bedeutungslos waren. Was danach geschah, wurde für Jahrtausende zur einfachen Erzählung vom Monster, das K'aresh zerstörte. Die Wahrheit war verwickelter und schmerzhafter.

Die Auszehrung

Die K'areshi errichteten arkane Schutzfelder gegen die Leere. Die Schilde bewahrten ihr Bewusstsein, doch ihre Körper lösten sich allmählich in Energie auf. Sie nannten diesen Wandel die Auszehrung. Verzauberte Wickel hielten die flackernden Formen zusammen und gaben Händen, Gesichtern und Haltung wieder eine Gestalt, in der andere sie erkennen konnten. Die Bandagen sind deshalb keine Kleidung im gewöhnlichen Sinn. Sie sind die fortgesetzte Arbeit, überhaupt einen Körper zu besitzen.

Als K'aresh verloren schien, zerstörten Locus-Walker, Nari und weitere Beteiligte den Planeten, um Dimensius mit ihm zu vernichten. Xal'atath, damals eine Heroldin des Leerenfürsten, wirkte an diesem Plan mit. Dimensius zerbrach lediglich in Fragmente, und die Überlebenden glaubten lange, er allein habe ihre Welt vernichtet. Aus einem verzweifelten Opfer wurde ein verdrängtes Geheimnis. Die Astralen flohen durch den wirbelnden Nether, unsterblich geworden und doch ohne den Ort, der ihren langen Leben Richtung gegeben hatte.

Handel als bewegliche Heimat

Im Exil gründeten Nexusprinzen Handelsverbände, Karawanen und bewaffnete Unternehmen. Das Konsortium sammelte Artefakte, Edelsteine und Schulden, errichtete Ökokuppeln in lebensfeindlichen Gebieten und machte Verhandlung zu einer Überlebenskunst. Ein Vertrag konnte dort Sicherheit schaffen, wo kein Königreich einen Astralen schützte. Zugleich bot moralische Beweglichkeit eine bequeme Sprache für Ausbeutung, Diebstahl und Geschäfte, deren Folgen andere trugen.

Darum sprechen die verschiedenen Gruppen nicht für ein einheitliches Volk. Das Protektorat bekämpfte die Leere und widersetzte sich dem Ethereum, dessen Suche nach Rache immer fanatischer wurde. Andere Astrale jagten Wissen, führten Grabräuberkartelle oder halfen Reisenden gegen verlässliche Bezahlung. Ihr Ruf als Händler ist wahr, aber unvollständig. Hinter jeder Transaktion steht eine Gesellschaft, deren alte Bindungen zerbrochen sind und die Verlässlichkeit nun oft in Verträge gießt, weil gemeinsame Heimat sie nicht mehr selbstverständlich erzeugt.

Der Feind im eigenen Racheeid

Nexuskönig Salhadaar führte das Ethereum offiziell im Kampf gegen Dimensius. Heimlich sammelte seine Schattengarde jedoch die verstreuten Teile des Leerenfürsten und diente dessen Rückkehr. Astrale ließen sich mit Leerenenergie erfüllen, bis Rache und Hingabe kaum noch zu unterscheiden waren. Der Feind, gegen den ihre Identität sich geformt hatte, erhielt gerade durch ihren Hass neue Hände.

Ve'nari vereinte später Brokerkartelle, Konsortium und Protektorat im K'aresh Trust. Was wie ein Geschäftsbund begann, trug eine unerwartet persönliche Hoffnung: die Überreste der Heimat zu erneuern. Als die Schattengarde das Dunkle Herz nach K'aresh brachte und Dimensius zurückrufen wollte, kehrten Astrale an den Ort ihrer Verwandlung zurück. Nun mussten sie nicht nur das Monster bekämpfen, sondern auch die Lüge, unter der ihr Exil begonnen hatte.

Eine Welt, die wieder atmen darf

Dimensius wurde in der Manaforge Omega besiegt. Danach fanden die Überlebenden den letzten Rest der Weltenseele K'areshs. Die Seelenschreiberin gab ihr Leben und ihre Energie, damit dieser Kern heilen konnte. Die Astralen erhielten dadurch ihre Körper nicht zurück, viele Abtrünnige blieben der Leere treu, und ein zerbrochener Planet wurde nicht über Nacht zu jenem Zuhause, das in Erinnerungen fortbestanden hatte.

Doch K'aresh lebt. Die Erkenntnis verändert die Astralen stärker als ein neuer Markt. Jahrtausendelang hatten sie ihren Verlust als endgültigen Ausgangspunkt behandelt und Beweglichkeit zur Tugend gemacht. Nun existiert wieder ein Ort, um den sie sich kümmern können, ohne dass alle denselben Eid oder dieselbe Gestalt annehmen müssen. Ihre Wickel halten weiterhin Energie zusammen. Vielleicht hält die neue Heimat etwas Ähnliches zusammen: kein wiederhergestelltes Früher, sondern verstreute Überlebende, die erstmals entscheiden dürfen, was aus dem Überleben nach dem Überleben werden soll.