Ehre und StärkeBlackmoore
Marin Noggenfogger
Charakter

Marin Noggenfogger

Marin Noggenfogger stieg vom ehrgeizigen Alchemisten zum Bürgermeister Gadgetzans und schließlich zum Handelsprinzen des Dampfdruckkartells auf. Hinter seinem Geschäftssinn stehen eine alte Freundschaft mit Gazlowe, gefährliche Elixiere und der Kampf um Lorenhall.

Ein Goblin aus Lorenhall

Marin Noggenfogger wuchs in Lorenhall auf, der unterirdischen Hauptstadt von Kezan. Schon als junger Goblin lernte er eine Gesellschaft kennen, in der Einfallsreichtum und Gewinn eng zusammengehörten. Am Handelskolleg teilte er sich ein Zimmer mit Marty Zoomcart und freundete sich mit Gazlowe an. Beide wollten sich in einer Welt behaupten, in der fast jede Beziehung zugleich Freundschaft, Geschäft und Wettbewerb sein konnte.

Nach ihrer Ausbildung schlossen sich Marin und Gazlowe dem Dampfdruckkartell an. Gemeinsam reisten sie nach Kalimdor, gingen dort jedoch getrennte Wege. Gazlowe baute Ratchet auf und arbeitete später für die Horde. Marin zog weiter nach Gadgetzan. Die Wüstenstadt war klein, gefährlich und von Abenteurern, Händlern und Banditen umgeben. Für Marin war genau das eine Gelegenheit: Wo andere nur Sand und Risiken sahen, sah er Kunden, Rohstoffe und eine Stadt, die größer werden konnte.

Das Elixier, das seinen Namen trug

In Gadgetzan arbeitete Marin mit der Alchemistin Sprinkle zusammen. Aus einem violetten Pilz entwickelte sie das Noggenfogger-Elixier, dessen Wirkung selbst für Goblinmaßstäbe unberechenbar war. Wer davon trank, konnte leichter werden, schrumpfen oder für eine Weile wie ein Skelett aussehen. Marin erkannte sofort, dass Unsicherheit kein Hindernis für ein gutes Geschäft sein musste. Er verkaufte das Gebräu unter seinem Namen und machte aus einem gefährlichen Experiment eine der bekanntesten Spezialitäten der Stadt.

Sprinkle blieb dabei weit mehr als eine namenlose Helferin. Sie war Alchemistin, Geschäftspartnerin und später Marins Ehefrau. Die gemeinsame Arbeit zeigt, wie sein Erfolg tatsächlich entstand: Er verstand Märkte und Inszenierung, doch viele seiner Produkte beruhten auf dem Wissen anderer. Marin war geschickt genug, diese Fähigkeiten zu verbinden, und dreist genug, daraus eine Marke zu machen.

Bürgermeister einer Stadt ohne Gedächtnis

Marin wurde Bürgermeister von Gadgetzan und ließ die Stadt nach dem Kataklysmus weit über ihre alten Mauern hinauswachsen. Neue Küsten, Handelshäuser und kriminelle Familien machten aus dem früheren Wüstenposten einen bedeutenden Umschlagplatz. Marin hielt sich in diesem Geflecht nicht durch edle Gesetze an der Macht. Er verhandelte, bezahlte, drohte und ließ konkurrierende Interessen gegeneinander arbeiten. Seine Regierung war goblinisch pragmatisch: Solange Geschäfte liefen und die Stadt wuchs, konnten Moral und Zuständigkeit später geklärt werden.

Während der Invasion der Brennenden Legion verteidigte er Gadgetzan persönlich in einem Schredder. Zugleich arbeitete er mit den Ungekrönten zusammen, dem geheimen Bund der Schurken. Dort war sein Wissen über Gifte, Alchemie und zwielichtige Kontakte wertvoller als ein offizieller Titel. Marin bewies, dass der Mann im weißen Anzug nicht nur Rechnungen schreiben konnte. Wenn seine Stadt oder sein Einfluss bedroht waren, griff er selbst ein.

Zwischen Gazlowe und Gallywix

Marins alte Freundschaft mit Gazlowe überdauerte Konkurrenz und politische Lager. Beide hatten Lorenhall verlassen und in Kalimdor eigene Machtzentren geschaffen. Gallywix dagegen verkörperte eine Form goblinischer Herrschaft, die selbst Marin zu weit ging: Er betrachtete Untergebene als Besitz und Verrat als gewöhnliches Werkzeug. Als Lorenhall erneut in Gefahr geriet, wurden diese Unterschiede entscheidend.

Nach dem Absturz Dalarans in Khaz Algar half Marin, aus Teilen gefallener Neruber ein Gegengift herzustellen. Später kehrte er nach Lorenhall zurück, als Gallywix dort seine Geschäfte betrieb und Xal'ataths Pläne die Stadt bedrohten. Gallywix ließ Sprinkle entführen und machte den Konflikt persönlich. Marin stellte sein Wissen, seine Kontakte und seinen Reichtum in den Dienst der Befreiung der Stadt. Der Geschäftsmann kämpfte nun um den Ort, den er einst verlassen hatte.

Der neue Handelsprinz

Nach Gallywix' Niederlage führte Marin das Dampfdruckkartell als Handelsprinz. Damit schloss sich ein Kreis: Aus dem Studenten aus Lorenhall war einer der mächtigsten Goblins seiner Generation geworden. Doch seine Herrschaft entstand nicht aus einem plötzlichen Sinneswandel. Marin blieb Händler, Alchemist und politischer Spieler. Der Unterschied lag darin, wofür er diese Fähigkeiten einsetzte. Er verstand, dass selbst ein Kartell eine Heimat verlieren konnte, wenn jeder nur den nächsten Gewinn suchte.

Marin ist kein geläuterter Held im klassischen Sinn. Er verkauft weiterhin riskante Produkte und denkt in Geschäften. Gerade deshalb ist seine Entwicklung interessant. Er muss seine goblinische Identität nicht ablegen, um Verantwortung zu übernehmen. Seine Geschichte zeigt, dass Erfindungsgeist und Handel nicht zwangsläufig in Ausbeutung enden müssen, solange jemand bereit ist, Grenzen zu ziehen und für die Menschen einzustehen, die hinter den Verträgen und Münzen leben.