Ein Sumpf am Rand des neuen Kalimdor
An der Ostküste Kalimdors breiten sich flache Inseln, schlammige Wasserläufe und dichte Mangroven aus. Oger, Murlocs, wilde Tiere und Drachkin lebten dort lange vor der Ankunft menschlicher Flüchtlinge. Im Süden lag Onyxias Hort; auf der Insel Alcaz unterhielten später verschiedene Mächte geheime Anlagen. Die Düstermarschen waren abgelegen, aber keineswegs unbewohnt.
Gerade die geschützte Küste machte das Land für Jaina Prachtmeers Überlebende wertvoll. Nach der Schlacht am Hyjal brauchten die Menschen, die ihr nach Westen gefolgt waren, eine dauerhafte Heimat. Sie gründeten Theramore auf einer Insel und verbanden die Stadt durch Straßen und Wachposten mit dem Festland.
Jaina und der Versuch eines Friedens
Jaina hatte in Kalimdor gemeinsam mit Thrall und den Nachtelfen gegen Archimonde gekämpft. Theramore sollte diesen Waffenstillstand über die unmittelbare Katastrophe hinaus bewahren. Die Stadt handelte mit der Horde und hielt zugleich Verbindung zu den menschlichen Reichen im Osten. Für viele Flüchtlinge war sie ein Neuanfang; für andere blieb die Nähe zu den Orcs schwer erträglich.
Dieser innere Konflikt wurde persönlich, als Admiral Daelin Prachtmeer eintraf. Jainas Vater kannte die Orcs vor allem als Eroberer des Zweiten Krieges. Er glaubte nicht, dass Thralls Horde sich grundlegend verändert hatte, übernahm Theramore und begann einen Feldzug gegen Durotar. Jaina versuchte ihn umzustimmen, doch Daelin hielt ihr Vertrauen für gefährliche Naivität.
Daelins Tod
Thralls Streitkräfte konnten Daelins Flotte nicht besiegen, solange Theramore sie versorgte. Jaina entschied sich, den Orcs den Weg in die Stadt nicht zu versperren. Sie kämpfte nicht an ihrer Seite gegen ihren Vater, hinderte sie aber auch nicht daran, seine Herrschaft zu beenden. Daelin fiel in Theramore. Seine letzten Worte machten deutlich, dass er bis zum Ende überzeugt war, seine Tochter werde eines Tages erkennen, dass die Horde unveränderlich sei.
Für Kul Tiras wirkte Jainas Entscheidung wie Verrat. Theramore überlebte und der Frieden mit Thrall blieb bestehen, doch Jaina trug fortan die Schuld, ihren Vater nicht gerettet zu haben. Die Düstermarschen wurden zum Ort, an dem ihre Hoffnung auf Verständigung erstmals einen persönlichen, nicht wiedergutzumachenden Preis verlangte.
Onyxia und die Insel Alcaz
Während Menschen und Orcs um die Küste rangen, wirkte der schwarze Drachenschwarm im Verborgenen. Onyxia herrschte in einem Hort im Süden und manipulierte zugleich Sturmwind in Menschengestalt. Ihre Brut und Drachkin bedrohten die Marschen, während Marschall Windsor Spuren ihrer Verschwörung verfolgte.
Auf Alcaz wurde König Varian Wrynn festgehalten, nachdem Onyxias Verbündete ihn entführt und durch Magie in zwei Persönlichkeiten gespalten hatten. Damit verband der abgelegene Sumpf die Politik Theramores mit der Krise des fernen Sturmwind. Hinter den sichtbaren Grenzkämpfen liefen Pläne, die ganze Königreiche führungslos machen sollten.
Die Manabombe und das Ende Theramores
Unter Garrosh Höllschrei wurde der alte Grenzkonflikt zum Vernichtungskrieg. Die Horde belagerte Theramore, lockte Verteidiger der Allianz in die Stadt und ließ anschließend eine Manabombe abwerfen. Die Explosion zerstörte die Festung und tötete einen großen Teil ihrer Bewohner und Verbündeten. Rhonin opferte sich, um Jaina und andere zu retten.
Theramores Untergang veränderte Jaina. Die Frau, die einst ihren Vater nicht gerettet hatte, um Frieden zu ermöglichen, sah nun ihre Stadt durch eben jene Horde vernichtet, an deren Wandel sie geglaubt hatte. Die Düstermarschen bewahren deshalb nicht nur Ruinen. Sie erzählen von einem Friedensversuch, der an Misstrauen, Vergeltung und der Entscheidung eines Kriegshäuptlings zerbrach, eine Stadt zum Beispiel für alle anderen zu machen.