Ehre und StärkeBlackmoore
Shadowlands

Schloss Nathria

Denathrius' Palast über Revendreth, in dessen Kellern gestohlenes Anima blutete, während der Hof Buße predigte und den Verrat seines Schöpfers mit Masken und Festen verbarg.

Schloss Nathria
Geschichte und Hintergründe

Der Palast über dem Land der Buße

Schloss Nathria beherrscht Revendreths Horizont. Seine Türme, Ballsäle und Gewölbe verkörpern die Ordnung Graf Denathrius': Oben richtet eine elegante Aristokratie über Stolz und Sünde, unten werden Seelen ausgepresst, bis Reue oder Leere zurückbleibt. Der Palast sollte das Zentrum einer schwierigen Gnade sein. Wer seine Schuld erkannte, konnte Revendreth verlassen; wer sich weigerte, drohte im Schlund zu enden.

Unter Denathrius wurde diese Aufgabe zur Maske. Er hatte die Venthyr geschaffen und behandelte das Reich wie persönliches Eigentum. Während die Animadürre Dörfer und Bezirke austrocknete, lagerten in Nathria gewaltige Vorräte. Der Sire lehrte andere Demut und hielt sich selbst für unentbehrlich.

Die Rebellion Renathals

Prinz Renathal erkannte, dass Anima aus Revendreth in den Schlund geleitet wurde. Seine Rebellion wollte Denathrius stürzen und den ursprünglichen Zweck des Reiches retten. Der Aufstand scheiterte zunächst; Renathal wurde verbannt, seine Anhänger verfolgt. Als der Schlundgänger eintraf, stellte Denathrius die Rebellen als Ursache des Chaos dar und bat um Hilfe bei ihrer Vernichtung.

Die Wahrheit brach Stück für Stück hervor. Der Meister hatte die Dürre mitverursacht, Zovaal unterstützt und selbst in der Not weiter Anima gehortet. Nach seiner Entlarvung ließ er einen gewaltigen Strom aus dem Schloss in den Schlund schießen. Was Revendreth zum Überleben brauchte, wurde zur Kriegskasse des Kerkermeisters.

Die Säle des Hungers

Beim Angriff auf Schloss Nathria führt jeder Flügel tiefer in diese Heuchelei. In den zehrenden Gewölben blutet Anima wie aus einer offenen Wunde. Lady Inerva Dunkelader hat Seelenkraft in Behälter, Experimente und Waffen verwandelt. Ein hungernder Verschlinger zeigt, was geschieht, wenn Verlangen keine Grenze mehr kennt.

Im Reliquiar des Überflusses feiert der Hof, während draußen Mangel herrscht. Kael'thas Sonnenwanderers Seele wird als Quelle und Prestigeobjekt missbraucht. Der Rat des Blutes tanzt durch eine Gesellschaft, in der Etikette nicht Grausamkeit verhindert, sondern sie kultiviert. Selbst Kunsthandwerk und Gastfreundschaft dienen dazu, Ausbeutung schön erscheinen zu lassen.

Eine Audienz mit der Arroganz

Renathals Streitkräfte überwinden Steingeborene, Generäle und die lebende Architektur des Schlosses. Am Ende wartet Denathrius mit Remornia, seiner empfindsamen Klinge. Er verhöhnt die Angreifer, als sei der Kampf nur eine weitere Vorstellung an seinem Hof. Seine größte Schwäche ist nicht mangelnde Macht, sondern die Unfähigkeit, andere als mehr denn Rollen in seinem Stück zu sehen.

Denathrius wird besiegt, doch Remornia nimmt seine Essenz auf. Die Klinge gerät unter die Aufsicht der Naaru Z'rali, bis Nathrezim ihren Schöpfer befreien. Schloss Nathria fällt damit nicht als Grab seines Herrn. Es bleibt der Ort, an dem seine Herrschaft entlarvt wurde, während er selbst der endgültigen Buße entkommt.

Das Schloss erzählt, wie eine Institution ihre Aufgabe behalten und ihren Sinn verlieren kann. Noch immer sprechen seine Hallen von Läuterung, Rang und Dienst. Doch unter den Worten floss Anima in den Schlund. Nathria ist deshalb keine bloße Schurkenburg. Es ist ein Palast, in dem die Sprache des Guten so vollkommen beherrscht wurde, dass lange kaum jemand bemerkte, wem sie tatsächlich diente.

Quellen

Warcraft Wiki: Castle Nathria
Warcraft Wiki: Denathrius
Warcraft Wiki: Renathal's rebellion