Drei Säulen des Hofes
Niklaus führte die militärischen Kräfte des Schlosses mit strenger Disziplin. Stavros beherrschte Tanz, Unterhaltung und die leichtere Form höfischer Grausamkeit. Frieda verfügte über mächtige Animamagie, befehligte die Gräberkellner und genoss den Respekt des ganzen Hofes. Gemeinsam bildeten sie keinen Rat, der Denathrius Grenzen setzte. Sie waren Werkzeuge, mit denen er seinen Hof ordnete.
Jedes Mitglied verkörperte eine andere Form der Herrschaft. Niklaus verlangte Gehorsam, Stavros machte Teilnahme zur Pflicht, und Frieda verband gesellschaftlichen Rang mit magischer Macht. Wer am Hof bestehen wollte, musste alle drei Ordnungen zugleich beachten.
Ein Fest während des Aufstands
Als Renathals Verbündete in Nathria eindrangen, löste sich der Hof nicht auf. Der Rat hielt an seinem Ritual fest und zwang die Angreifer in einen Tanz. Das war mehr als Eitelkeit. Solange die Regeln des Hofes galten, blieb Denathrius' Welt scheinbar intakt. Selbst ein bewaffneter Aufstand sollte sich nach den Schritten seiner Gefolgsleute bewegen.
Die übrigen Höflinge beobachteten das Geschehen, jubelten, urteilten und warteten auf Fehler. Gewalt wurde zur Aufführung. Der Rat wollte nicht nur gewinnen, sondern beweisen, dass die Rebellen in Nathria immer Außenseiter bleiben würden.
Niklaus, Stavros und Frieda griffen nacheinander in den Mittelpunkt des Kampfes. Fiel einer von ihnen, veränderte sich der Rhythmus, doch der Tanz ging weiter. Die Angreifer mussten die Rollen des Rates verstehen, statt lediglich auf den nächsten Gegner einzuschlagen.
Schließlich brach die Aufführung zusammen. Die Höflinge verloren ihre Anführer, und der Rat konnte die Fassade ungebrochener Autorität nicht länger aufrechterhalten. Der Weg durch Nathria führte nun an einem Hof vorbei, dessen Regeln zum ersten Mal nicht mehr galten.
Der Hof nach dem Rat
Der Tod des Rates traf Denathrius' Herrschaft an einer empfindlichen Stelle. Ein Tyrann kann Soldaten ersetzen, doch ein Hof lebt von Personen, die Rang und Gewohnheit verkörpern. Niklaus, Stavros und Frieda hatten dafür gesorgt, dass Gehorsam wie Kultur wirkte. Mit ihnen verlor Nathria einen Teil dieser Selbstverständlichkeit.
Der Rat des Blutes zeigt, wie Gewalt in Revendreth hinter Eleganz verborgen wurde. Musik, Tanz und Etikette waren nicht das Gegenteil von Unterdrückung. Sie gaben ihr Form. Der Sieg über den Rat zerstörte deshalb nicht nur drei Gegner, sondern eine Bühne, auf der Denathrius seine Macht als natürliche Ordnung darstellen ließ.