Vertraute des Grafen
Inerva gehörte zu den Venthyr, die Sire Denathrius nicht nur aus Furcht dienten. Unter seiner Anleitung erhielt sie Zugang zu den großen Lagern von Schloss Nathria und zu den Geheimnissen der Anima. Sie sah den Grafen als Gestalter einer neuen Ordnung und betrachtete seine Gegner als Verräter, die diese Zukunft nicht verstanden.
Während in den Schattenlanden eine Animadürre herrschte, sammelte Denathrius gewaltige Mengen der Seelenessenz in Nathria. Revendreths Bewohner litten, andere Reiche standen vor dem Zusammenbruch, und der Graf leitete einen Teil der Vorräte in den Schlund. Inerva bewachte diese Beute nicht passiv. Sie untersuchte, wie sich ihr Potenzial noch wirksamer gegen Feinde wenden ließ.
Vier Behälter, vier Formen der Gewalt
Inervas Labor enthielt Behälter für verschiedene Animaexperimente. Aus ihnen formte sie konzentrierte Begierden, Sünden, Flaschen und Netze, die Körper wie Entscheidungen fesselten. Je weiter ein Behälter gefüllt wurde, desto gefährlicher wurde seine Wirkung. Die Vorratskammer war zugleich Waffenschmiede und Beweisstück des großen Raubes.
Die Anklägerin, selbst eine einflussreiche Venthyr, hatte Denathrius' Verrat erkannt und sich gegen ihn gestellt. Inerva verspottete ihre Rückkehr mit den sterblichen Angreifern. Wo die Anklägerin ein Reich sah, das von seinem Herrscher verraten worden war, sah Inerva nur fehlende Loyalität gegenüber dem Mann, dem sie ihre Macht verdankte.
Das geleerte Labor
Inervas Niederlage öffnete den Weg tiefer in Schloss Nathria und nahm Denathrius die Hüterin seiner Vorräte. Sie widerrief ihre Treue nicht. Gerade deshalb erzählt ihr Ende mehr als die Geschichte einer Forscherin. Inerva hatte den Hunger ganzer Reiche vor Augen und entschied dennoch, dass die Pläne ihres Herren wichtiger waren als die Seelen, aus denen seine Macht gewonnen wurde.