Die Armee aus Stein
Steingeborene waren die geflügelten Wächter und Soldaten Revendreths. Sie patrouillierten über Schluchten, verteidigten Burgen und konnten dort kämpfen, wo gewöhnliche Venthyr keinen Halt fanden. Kaal und Grashaal gehörten zu ihren erfahrensten Befehlshabern. Unter ihrer Führung war die Steinlegion mehr als eine Ansammlung von Gargoyles: Sie war eine disziplinierte Armee.
General Draven kannte beide aus früheren Zeiten. Grashaal war sein Mentor, Kaal seine Schülerin. Als Draven sich Prinz Renathal anschloss, wurde der Bürgerkrieg deshalb persönlich. Er stand nicht bloß fremden Offizieren gegenüber, sondern jenen, die seine Vorstellung von Pflicht geprägt hatten.
Kaal und Grashaal hielten am Grafen fest, obwohl seine Manipulation der Animadürre bekannt wurde. Für sie wog Ordnung schwerer als Rebellion. Denathrius war der Herr Revendreths, und die Steinlegion hatte über Zeitalter unter seinem Befehl gestanden. Renathals Aufstand erschien ihnen als Verrat an der Struktur, die sie schützen sollten.
Diese Treue war nicht gedankenlos. Gerade erfahrene Offiziere können an einer falschen Ordnung festhalten, weil sie den Zusammenbruch stärker fürchten als den Missbrauch. Kaal und Grashaal setzten ihre Strategie, ihre Soldaten und ihre persönliche Autorität ein, um einen Herrscher zu verteidigen, dessen Befehle längst dem Kerkermeister dienten.
Kurz vor Denathrius' innersten Hallen stellte sich die Steinlegion den Angreifern entgegen. Kaal führte schnelle, präzise Schläge, während Grashaal mit Gewicht und Befehlsgewalt den Raum kontrollierte. Weitere Steingeborene griffen aus der Luft ein und machten aus der Begegnung eine Schlacht gegen eine ganze Formation.
Dravens Verbündete mussten beide Generäle und ihre Verstärkung zugleich brechen. Erst als Kaal und Grashaal fielen, endete die geschlossene militärische Verteidigung Nathrias. Zwischen den Angreifern und Denathrius stand nun kein Heerführer mehr.
Der Preis ihrer Loyalität
Mit den Generälen verlor Revendreth zwei seiner ältesten militärischen Autoritäten. Ihr Tod war kein einfacher Austausch schlechter Befehlshaber gegen bessere. Er zeigte, wie tief Denathrius' Verrat das Reich gespalten hatte. Lehrer und Schüler, Soldaten und frühere Kameraden mussten einander töten, weil sie Pflicht unterschiedlich verstanden.
Kaal und Grashaal bleiben deshalb wichtige Figuren des Bürgerkriegs. Sie waren fähig, erfahren und ihrem Reich verbunden. Gerade diese Eigenschaften machten ihren Irrtum gefährlich. Indem sie Denathrius mit Revendreth gleichsetzten, verteidigten sie den Mann, der das Reich ausgezehrt hatte, gegen jene, die es retten wollten.
Bevor Kaal gemeinsam mit Grashaal die letzte Verteidigung von Schloss Nathria führte, bewachte sie Denathrius' Operationen in den Blutigen Tiefen. Die Rebellion wollte dort Z'rali befreien, eine Naaru, deren Licht und Anima für den Grafen zu wertvoll waren, um sie entkommen zu lassen. Kaal verfolgte die Schlundgänger durch die Katakomben, griff aus der Bewegung an und machte deutlich, dass jeder gewonnene Raum nur vorläufig war.
Ihre Klingenflügel erlaubten rasche Angriffe, während bösartige Wunden die Gruppe mit jedem Ansturm weiter schwächten. Kaal kämpfte nicht wie ein unbeweglicher Endwächter. Sie prüfte die Fliehenden, zog sich zurück und erschien später erneut. Dadurch wurde die ganze Rettung Z'ralis zu einem langen Duell mit einer Gegnerin, die ihre Beute nicht aus dem Blick verlor.
Draven stellt sich seiner ehemaligen Schülerin
General Draven kannte Kaal aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg und hatte sie einst unterwiesen. Nun half er den Flüchtenden gegen ihre Schneestürme aus Dunkelheit und hielt der Steinlegion eine andere Vorstellung von Pflicht entgegen. Als Kaal die Gruppe schließlich überwältigte, trat Draven dazwischen und gab den anderen die Zeit, mit Z'rali zu entkommen. Kaal wurde dabei nicht getötet. Sie zog sich nach Schloss Nathria zurück, wo das persönliche Ringen zwischen Lehrern, Schülern und früheren Kameraden seinen endgültigen Schauplatz fand.