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Vorgebirge des Hügellands
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Vorgebirge des Hügellands

Das Vorgebirge des Hügellands war Lordaerons fruchtbarer Süden, wo Süderstade und Tarrens Mühle einst Nachbarn waren. Krieg, Seuche und Vergeltung machten seine grünen Felder zu einem Gedächtnis verlorener Gemeinsamkeit.

Das grüne Land zwischen Berg und Meer

Südlich des Alteracgebirges senken sich sanfte Hügel zu fruchtbaren Feldern und einer windigen Küste. Regen machte den Boden des Vorgebirges reich, Bauernhöfe versorgten Lordaeron, und der Hafen von Süderstade öffnete das Land zum Meer. Tarrens Mühle lag weiter nördlich an der Straße. Vor dem Fall des Königreichs galten die beiden Orte nicht als natürliche Feinde. Ein Turm an der Kreuzung zwischen ihnen erinnerte an ihre Freundschaft.

Gerade die gewöhnliche Fruchtbarkeit gab dem Hügelland sein Gewicht. Hier standen keine Titanentore und keine Hauptstadtmauern, sondern Scheunen, Mühlen und Dörfer. Wer das Gebiet beherrschte, gewann Nahrung, Straßen und einen Zugang zwischen Silberwald, Arathi und Alterac. Wer es verwüstete, traf Menschen, deren Leben aus Aussaat, Marktwegen und der Hoffnung auf eine ruhige Ernte bestand. Deshalb erzählen die Felder genauer vom Preis der Kriege als manche Thronhalle.

Durchgangsland der großen Kriege

Im Zweiten Krieg marschierten Horde und Allianz durch die Region. Hochelfische Kundschafter wurden nahe Tarrens Mühle überfallen, Orcs griffen die Küsten an, und Lordaerons scheinbar abgelegener Süden wurde zur Front. Nach dem Sieg entstanden Internierungslager, unter ihnen Durnholde. Dort wuchs Thrall als Sklave auf, und von dort begann seine Flucht, die später die Orcs aus den Lagern und die Horde in eine neue Zeit führte.

Auch Alteracs Verrat blieb in den Bergen und Ruinen nördlich der Felder zurück. Das Syndikat machte aus dem Untergang des Königreichs ein Geschäft aus Erpressung und verlorenen Ansprüchen. So sammelte das Vorgebirge schon vor der Geißel mehrere Arten zerbrochener Ordnung: besiegte Orcs hinter Zäunen, heimatlose Adlige in Banden und Bauern, die zwischen den Folgen königlicher Entscheidungen weiterarbeiten mussten.

Süderstade gegen Tarrens Mühle

Nach dem Dritten Krieg übernahmen die Verlassenen Tarrens Mühle, während Süderstade ein menschlicher Stützpunkt blieb. Aus ehemaligen Nachbarn wurden Grenzposten zweier Lager. Angriffe auf Höfe, Minen und Patrouillen steigerten sich zu einem dauernden Kampf. Für Horde und Allianz wurden die Wege zwischen beiden Orten zum Sinnbild ihrer Feindschaft; für die Bewohner bedeuteten sie, dass selbst eine Fahrt über vertraute Felder zum militärischen Unternehmen wurde.

Der Konflikt besaß kaum einen entscheidenden strategischen Gewinn. Gerade deshalb war er so zermürbend. Jeder Überfall verlangte Vergeltung, jede Vergeltung schuf neue Tote, und die Erinnerung an frühere Gemeinsamkeit verblasste unter frisch ausgehobenen Gräbern. Das Hügelland zeigte, wie Krieg sich selbst ernährt, wenn zwei Seiten nicht mehr um ein klares Ziel kämpfen, sondern darum, die letzte erlittene Demütigung nicht unbeantwortet zu lassen.

Die Seuche über Süderstade

Nach dem Kataklysmus marschierten die Verlassenen endgültig gegen die menschlichen Stellungen. Eine neue Seuche überzog Süderstade und machte den Hafen unbewohnbar. Auf den Schlickfeldern wurden Gefangene für grausame Experimente benutzt. Dun Garok fiel, Höfe wurden verwüstet, und Tarrens Mühle wuchs zu einer befestigten Bastion der Verlassenen. Das grüne Land gehörte militärisch nun weitgehend der Horde.

Dieser Sieg trug den Geruch verseuchter Erde. Süderstade konnte nicht einfach vom neuen Besitzer genutzt werden; die Ruinen blieben ein Giftmal. Darius Crowleys Gilnearier und andere Allianzkräfte versuchten später, Druck auf die Region auszuüben, während Gegenangriffe aus Tarrens Mühle kamen. Auch im Vierten Krieg wurden Fluss, Mine, Ruinen und Durnholde erneut zu Zielen. Jede Macht las die Landschaft als Karte möglicher Operationen, während der Boden die Folgen früherer Operationen noch nicht abgestreift hatte.

Ein Land, das seine Nachbarn erinnert

Tarrens Mühle besteht weiter, Süderstade liegt in Trümmern, und die alten Höfe erzählen je nach Betrachter von verlorener Heimat oder errungener Sicherheit. Doch keine dieser Deutungen allein umfasst das Vorgebirge. Hier lebten Menschen, die später zu Verlassenen wurden, neben Menschen, die flohen oder starben. Die Front teilte nicht nur zwei Völker. Sie lief durch die Geschichte derselben Dörfer.

Wer heute über die Hügel blickt, sieht deshalb mehr als eine Horde-Region oder ein ehemaliges Allianzgebiet. Unter den Befestigungen liegt die Erinnerung an einen Turm, der einst Freundschaft zwischen Süderstade und Tarrens Mühle bezeichnete. Seine Bedeutung ist nicht, dass damals alles friedlich war. Er beweist, dass Feindschaft kein Naturgesetz der Landschaft ist. Sie wurde durch Entscheidungen geschaffen, immer wieder erneuert und könnte nur durch andere Entscheidungen eines Tages enden.