Der letzte Atem Y'Shaarjs
Als Aman'Thul den Alten Gott Y'Shaarj aus Azeroths Leib riss, endete dessen Einfluss nicht mit dem Tod. Blut und Essenz fielen auf das Land, das später Pandaria hieß. Sein letzter Atem nahm sieben Richtungen an: Wut, Hass, Gewalt, Angst, Zweifel, Verzweiflung und Stolz. Aus inneren Zuständen wurden schwarze Wesen, die Körper, Orte und Gemeinschaften befallen konnten.
Die Sha erschaffen ein Gefühl nicht immer aus dem Nichts. Sie finden, was bereits vorhanden ist, verstärken es und geben ihm eine Gestalt, die weiter auf ihre Umgebung wirkt. Eine Furcht, die sonst ausgesprochen und überwunden werden könnte, wird unter ihrem Einfluss zum selbstbestätigenden Schrecken. Wer sich wehrt, fürchtet mehr; wer mehr fürchtet, nährt das Wesen, gegen das er kämpft.
Shaohaos sechs Siege
Vor der Großen Teilung erfuhr Kaiser Shaohao vom kommenden Untergang. Er suchte die Himmlischen Erhabenen auf und stellte sich seinen Belastungen. Mit Hilfe des Affenkönigs trennte er Zweifel, Verzweiflung, Angst, Wut, Hass und Gewalt von sich. Die Sha erschienen, wurden besiegt und unter Pandaria gebunden.
Doch Shaohao überwand seinen Stolz nicht. Er glaubte, Pandaria könne sich allein retten und sei besser als die Welt, deren Schicksal es entkommen wollte. Als er sich mit dem Land verband und die Nebel herabrief, ging dieser Stolz in den Schutz ein. Der Kaiser rettete sein Volk vor der Teilung, schloss es aber zugleich zehntausend Jahre von anderen Erfahrungen aus.
Die Disziplin der Pandaren
Pandarias Kulturen lernten, Gefühle zu erkennen, bevor sie den Sha Nahrung gaben. Mönche übten nicht deshalb Ruhe, weil Wut oder Angst jede Person moralisch verdarben. Sie verstanden, dass unbemerkte und ungeführte Gefühle in diesem Land eine äußere Gefahr anziehen konnten. Selbstbeherrschung wurde zu einer Form gemeinschaftlicher Verteidigung.
Diese Haltung ist leicht mit Unterdrückung zu verwechseln. Doch ein Gefühl verschwindet nicht, weil niemand seinen Namen sagt. Die Sha zeigen gerade, wie gefährlich Verdrängung werden kann. Weisheit liegt nicht im leeren Herzen, sondern darin, Angst wahrzunehmen, ohne ihr jede Entscheidung zu überlassen, und Zorn zu verstehen, bevor er aus jedem Gegenüber einen Feind macht.
Der Krieg landet in Pandaria
Als die Nebel fielen, brachten Allianz und Horde ihren Krieg an Pandarias Küsten. Soldaten kamen mit Misstrauen, Verlust und dem Befehl, vor der anderen Seite Stärke zu zeigen. Die lange ruhenden Sha fanden reichlich Nahrung. Tempel, Wälder und Schlachtfelder wurden von Gefühlen überrannt, die fremde Armeen für gewöhnliche Begleiter des Krieges hielten.
Die sieben großen Sha traten deutlicher hervor. Besonders der Stolz blieb gefährlich, weil er sich als Tugend verkleidet. Angst weiß oft, dass sie Angst ist; Stolz erklärt das eigene Urteil für Klarheit und fremde Warnungen für Schwäche. So konnte er selbst Shaohao binden und später Garrosh erreichen, der jede Grenze seiner Macht als Beweis dafür las, dass andere zu klein dachten.
Das Herz unter dem Tal
Garrosh ließ das Herz Y'Shaarjs aus dem Tal der Ewigen Blüten holen und setzte seine Kraft als Waffe ein. Verderbnis überschwemmte das heilige Land, während der Kriegshäuptling behauptete, er könne die Macht beherrschen. Im belagerten Orgrimmar nahm er sie in sich auf. Wie bei den Sha wurde ein vorhandener Wille nicht ersetzt, sondern bis zur monströsen Konsequenz verstärkt.
Nach Garroshs Niederlage wurde die letzte Kraft des Herzens verbraucht. Die großen Sha waren besiegt und ihr Einfluss sollte mit der Zeit schwinden. Gefühle selbst endeten damit nicht, und das war nie das Ziel. Pandarias Lehre besteht nicht darin, dass eine friedliche Welt keine Wut, Trauer oder Furcht kennt. Sie besteht darin, dass Sterbliche Verantwortung dafür tragen, was sie aus diesen Gefühlen bauen. Die Sha machten Inneres sichtbar; ihre Abwesenheit macht diese Verantwortung wieder unsichtbarer, aber nicht geringer.