Ein Bündnis gegen einen Bruder
Der Wyrmruhpakt entstand aus einer Krise, die unter den Drachen selbst begann. Malygos hatte nach Jahrtausenden des Wahns wieder Klarheit gefunden und sah, wie sorglos Sterbliche arkane Magie gebrauchten. Als Aspekt der Magie war seine Sorge nicht grundlos. Seine Antwort machte sie zur Tyrannei: Er wollte Leylinien nach Kaltarra umleiten, Energie aus der Welt in den Nether schleudern und jeden Magier töten oder gefangen nehmen, der sich seiner Aufsicht entzog.
Korialstrasz drängte zum Handeln, und Alexstrasza vereinte am Wyrmruhtempel rote, grüne, bronzene und Vertreter weiterer Flüge. Selbst Kalecgos blieb als blauer Drache im Pakt, ohne sich Malygos' Krieg anzuschließen. Die Gemeinschaft musste damit nicht nur einen Feind bekämpfen. Sie musste anerkennen, dass einer der eigenen Aspekte aus einem wirklichen Auftrag ein Recht auf uneingeschränkte Gewalt abgeleitet hatte.
Der Nexuskrieg
Gemeinsam mit dem Kirin Tor, Horde und Allianz stellte sich der Pakt den Magierjägern entgegen. Der Krieg fand gleichzeitig mit dem Feldzug gegen den Lichkönig statt und zwang alle Beteiligten, Kräfte von einem sichtbaren Weltfeind abzuziehen. Malygos' Umleitung der Magie bedrohte jedoch Azeroths Gefüge selbst; Wegsehen hätte den Sieg über die Geißel bedeutungslos machen können.
Am Auge der Ewigkeit fiel Malygos. Alexstrasza half den Sterblichen, den eigenen alten Gefährten zu töten. Der Sieg beendete seine Kampagne, hinterließ aber einen führungslosen blauen Drachenschwarm und Bitterkeit, die sich nicht mit einer Siegesfeier auflösen ließ. Der Pakt hatte die Welt geschützt und zugleich eine Familie weiter zerrissen.
Der Tempel im Krieg gegen den Tod
Der Wyrmruhtempel blieb Mittelpunkt weiterer Kämpfe. Die Geißel griff Drachenschreine an und wollte ihre Toten erheben. Der schwarze und der Zwielichtdrachenschwarm zerstörten das Rubinsanktum und verdarben Eier in den Heiligtümern. Korialstrasz opferte sich, um die infizierten Gelege zu vernichten, bevor aus ihnen eine neue Generation von Waffen werden konnte.
Beim Angriff Todesschwinges sammelten sich die Flüge erneut am Tempel. N'Zoths Diener, der Schattenhammer und Zwielichtdrachen wollten den Ort brechen, an dem gemeinsame Gegenwehr möglich war. Von dort aus führte der Weg zur Drachenseele und zum Mahlstrom, wo die Aspekte ihre titanischen Gaben einsetzten und verloren, um Todesschwinge zu vernichten.
Nach dem Zeitalter der Aspekte
Nach dem Sieg wollten einige den Wyrmruhpakt auflösen. Die ursprüngliche Krise war vorüber, die Aspekte sterblich geworden, und jeder Flug trug eigene Verluste. Kalecgos widersprach. Gerade weil alte Gewissheiten gefallen waren, brauchten die Drachen einen Ort gemeinsamer Verantwortung. Der Pakt bestand weiter.
Mit der Rückkehr auf die Dracheninseln entstand später das Valdrakkenabkommen als größerer Nachfolger, das die fünf Hauptschwärme und weitere Drachengruppen zusammenführte. Wyrmruh verlor damit nicht seine Bedeutung. Es hatte das Muster geschaffen: Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass alle Schwärme gleich denken, sondern dass kein Aspekt seinen Auftrag wieder allein zur Herrschaft über alle erklären darf.
Der Wyrmruhpakt trägt deshalb Trauer in seinem Kern. Er wurde gegründet, um Malygos aufzuhalten, verteidigte Gelege gegen verdorbene Verwandte und stand Todesschwinge gegenüber. Seine Stärke ist keine ungebrochene Harmonie. Sie ist die Entscheidung, nach jedem Verrat wieder an einen gemeinsamen Tisch zurückzukehren, ohne die Gefahr des blinden Vertrauens zu vergessen.