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Die Verhüllte Treppe
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Die Verhüllte Treppe

Die Verhüllte Treppe windet sich zwischen dem Tal der Vier Winde, Kun-Lai und dem Tal der Ewigen Blüten durch den Fels. Versklavte Pandaren schlugen den Weg einst für die Mogu; später wurde er zum verborgenen Treffpunkt für Reisende, Händler und Zornions Pläne.

Ein Weg aus der Zeit der Mogu

Zwischen dem Tal der Vier Winde und den hohen Pässen Kun-Lais liegt kein offener Übergang, sondern ein schmaler, von Höhlen und steilen Stufen durchzogener Weg. Die Pandaren nennen ihn die Verhüllte Treppe. Wer vom Tal her aufsteigt, erreicht zunächst den Pfad der Hundert Stufen. Hinter ihm verzweigen sich alte Tunnel: Einer führt nach Kun-Lai, ein anderer zum Tor der Endlosen Quelle, ein weiterer in abgelegene Höhlen. Die Treppe verbindet Regionen, die auf Karten wie Nachbarn wirken, in Wirklichkeit aber durch Berge und alte Geheimnisse voneinander getrennt sind.

Der Weg entstand nicht als friedliche Handelsstraße. Während der dritten Mogu-Dynastie mussten versklavte Pandaren die Stufen von Hand aus dem Stein schlagen. Mehr als zwölftausend Jahre später erinnern die regelmäßig gesetzten Tritte noch an eine Zeit, in der die Mogu nicht nur Körper beherrschten, sondern selbst Landschaften nach ihrem Willen formten. Grummel erzählen Reisenden, es bringe Glück, jede Stufe zu zählen. Niemand ist sich über ihre genaue Zahl einig. Hinter dieser freundlichen Gewohnheit liegt eine düstere Herkunft: Generationen gingen über einen Weg, den ihre Vorfahren unter Zwang erbaut hatten.

Zwischen Pilgern, Schmugglern und verborgenen Mächten

Die Abgeschiedenheit machte die Verhüllte Treppe später zu einem Ort für Menschen, die nicht gesehen werden wollten. Reisende fanden Schutz in der Taverne im Nebel, während Madame Goya dort ihren Schwarzmarkt organisierte. Wertvolle oder verbotene Waren wechselten den Besitzer, weit entfernt von den Behörden der großen Reiche. Der Ort war kein gesetzloses Niemandsland, sondern ein Treffpunkt mit eigenen Regeln: Wer kam, stellte nur die Fragen, deren Antworten er wirklich hören wollte.

Auch das Tor der Endlosen Quelle liegt an diesem Wegenetz. Hinter ihm verbargen sich die Terrasse der Endlosen Quelle und jene heiligen Gewässer, die vom Sha der Angst und seinen Dienern bedroht wurden. Die Treppe führte daher zugleich zu einem Gasthaus, einem geheimen Markt, einem uralten Heiligtum und den Pässen nach Kun-Lai. Jede Abzweigung öffnete einen anderen Teil Pandarias. Gerade weil kein Reich den gesamten Weg beherrschte, konnten dort Menschen zusammentreffen, deren Absichten sonst kaum nebeneinander Platz gefunden hätten.

Zornion beobachtet den Krieg

In der Taverne suchte Zornion, der letzte bekannte unverdorbene schwarze Drache, Zuflucht. Er war jung, aber nicht ahnungslos. Schon vor seiner Ankunft hatte er erfahren, wie tief Todesschwinges Verderbnis den schwarzen Drachenschwarm zerstört hatte. Nun betrachtete er Horde und Allianz und fragte sich, ob Azeroths zerstrittene Völker einen kommenden Angriff der Brennenden Legion überstehen könnten. Von der Verhüllten Treppe aus schickte er Abenteurer zu Prüfungen, ließ Berichte sammeln und verfolgte den Krieg auf dem Kontinent.

Zornion wollte Frieden nicht um seiner selbst willen. Er glaubte, nur eine geeinte Welt könne gegen die Legion bestehen, und war bereit, Entscheidungen anderer zu lenken, um dieses Ziel zu erreichen. Als Garrosh Höllschrei fiel, war Zornion an Kairozdormus Plan beteiligt, ihn aus seinem Prozess zu befreien und eine Armee aus einer anderen Zeitlinie zu gewinnen. Die Verhüllte Treppe wurde dadurch zum stillen Ausgangspunkt eines neuen Krieges. Zwischen den von Sklaven geschlagenen Stufen entstand erneut der Versuch, Geschichte wie einen Weg zu behandeln, den ein Mächtiger für andere festlegen dürfe.