Ein Gasthaus über den Wolken
Am oberen Ende des Pfades der Hundert Stufen steht ein Gasthaus, das man nicht zufällig findet. Die Taverne im Nebel liegt dort, wo Reisende aus dem Tal der Vier Winde entscheiden müssen, ob sie nach Kun-Lai, zur Terrasse der Endlosen Quelle oder tiefer in die verborgenen Pässe weiterziehen. Tong der Reparierer führt das Haus. Er gibt Nahrung, Unterkunft und Auskunft, ohne von jedem Gast eine vollständige Lebensgeschichte zu verlangen. Für müde Pilger ist die Taverne eine Raststätte; für Händler und Kundschafter ist sie ein Ort, an dem Nachrichten früher eintreffen als in den großen Städten.
Vor dem Gasthaus mischen sich Grummel, Händler, Tierführer und Wanderer. Hinter der alltäglichen Betriebsamkeit arbeitet Madame Goyas Schwarzmarkt. Sie bietet seltene Waren an und bringt Käufer mit Verkäufern zusammen, die ihre Geschäfte nicht im Licht öffentlicher Märkte abwickeln wollen. Der Nebel schützt deshalb nicht nur vor Blicken in den Abgrund. Er verschleiert auch Geschäfte, Bündnisse und Namen.
Der Schwarze Prinz richtet sich ein
Zornion wählte die Taverne als Hauptquartier, weil sie abgelegen und zugleich hervorragend verbunden war. Seine Leibwächter Links und Rechts sicherten die Räume, während Agenten der Schwarzen Klaue Berichte und Ausrüstung brachten. Der junge Drache sah in Pandaria mehr als einen neu entdeckten Kontinent. Er betrachtete den Feldzug als Prüfung für jene, die eines Tages Azeroth verteidigen sollten. Wer für ihn arbeitete, musste gegen Mogu, Mantiden, Sha und schließlich gegen Garroshs Herrschaft bestehen.
Sein Ziel war die Vorbereitung auf die Brennende Legion. Darin unterschied er sich von vielen Heerführern, die nur den aktuellen Krieg sahen. Doch Zornions Weitblick machte ihn nicht automatisch weise. Er ordnete Personen und Völker nach ihrem Nutzen für einen zukünftigen Kampf. Wenn sie sich nicht freiwillig einigten, wollte er sie durch Druck, Prüfungen oder einen gemeinsamen Feind zusammenführen. Die gemütliche Taverne wurde so zum Büro eines Prinzen, der über das Schicksal ganzer Armeen nachdachte, obwohl er selbst kaum erwachsen war.
Von Pandaria nach Draenor
Nach Garroshs Niederlage stand Zornion vor einem Widerspruch. Der Kriegshäuptling hatte Pandaria verwundet und die Horde gespalten, doch seine Armee hatte auch gezeigt, welche militärische Macht sich unter einer einzigen Führung sammeln ließ. Gemeinsam mit Kairozdormu, einem Bronzedrachen, unterstützte Zornion einen Plan, Streitkräfte aus anderen Zeitlinien gegen die Legion zu gewinnen. Garrosh sollte dabei zunächst ein Werkzeug sein.
Der Plan scheiterte an den Absichten seiner Beteiligten. Kairoz wollte nicht bloß eine Armee retten, sondern unzählige Welten nach seinem Willen verbinden. Garrosh wiederum wollte niemandem dienen. Er tötete Kairoz und formte auf einem anderen Draenor die Eiserne Horde. Zornions Versuch, die Zukunft zu sichern, öffnete damit den Weg für eine neue Invasion. Die Taverne blieb bestehen, doch ihre Geschichte zeigt, wie aus Beobachtung Einmischung wurde: Der Schwarze Prinz hatte die Fehler der Mächtigen studiert und wiederholte dennoch ihren Glauben, andere Menschen für ein größeres Ziel benutzen zu dürfen.