Die Sehnsucht nach dem verlorenen Stein
Im Süden Uldums lag die Hauptstadt der Neferset, eines der drei großen Tol'vir-Stämme. Ihre Vorfahren waren von den Titanen aus Stein geschaffen worden, um die Hallen und Maschinen Uldums zu bewachen. Der Fluch des Fleisches hatte auch sie verändert. Aus unvergänglichen Wächtern wurden sterbliche Wesen, die alterten und verwundet werden konnten. Viele Tol'vir nahmen dieses neue Leben an. Unter den Neferset blieb jedoch die Überzeugung stark, dass ihnen etwas Kostbares geraubt worden war.
Als Todesschwinge nach Azeroth zurückkehrte, wusste er diese Sehnsucht zu nutzen. Gemeinsam mit Al'Akir versprach er den Neferset, ihre steinernen Körper wiederherzustellen. Der Dunkle Pharao Tekahn nahm das Angebot an. Die Verwandlung machte seine Anhänger widerstandsfähiger, band sie aber an Mächte, die Uldum nicht bewahren, sondern seine titanischen Anlagen beherrschen wollten. Die Neferset glaubten, sie könnten ihre neuen Herren später abschütteln. Zunächst begannen sie jedoch, deren Krieg gegen die anderen Tol'vir zu führen.
Ein Bürgerkrieg unter den Tol'vir
Von Neferset-Stadt aus griff Tekahn die Ramkahen an. Seine Soldaten töteten Angehörige des eigenen Volkes, plünderten Gräber und suchten nach Artefakten, die Todesschwinges Plänen dienen konnten. Die Stadt wurde dadurch zum politischen Gegenbild Ramkahens. König Phaoris verteidigte die Sterblichkeit und den freien Willen seines Stammes; Tekahn erklärte den wiedergewonnenen Stein zum Beweis dafür, dass seine Unterwerfung richtig gewesen sei.
Orsis hatte dasselbe Angebot abgelehnt und war von Al'Akir unter einem Sandsturm begraben worden. Für Ramkahen war damit klar, was eine Niederlage bedeutete. Phaoris sammelte seine Legionäre nördlich der Stadt und bereitete den Angriff vor. Mit Hilfe fremder Verbündeter durchbrachen seine Truppen die Verteidigung, besiegten Tekahn und nahmen Neferset-Stadt ein. Der Sieg beendete die Herrschaft des Dunklen Pharaos, aber nicht die Spaltung der Tol'vir.
Der Fall der Hauptstadt
Die überlebenden Neferset zogen sich in die Verlorene Stadt der Tol'vir zurück. Dort erhielten sie Unterstützung von Siamat, einem mächtigen Diener Al'Akirs. Ihre erste Hauptstadt fiel dagegen an Ramkahen. Als N'Zoth Jahre später Uldum angriff, stand Neferset-Stadt unter der Kontrolle der Ramkahen und des Uldumabkommens. Ein Ort, von dem aus einst Todesschwinges Versprechen verbreitet worden war, gehörte nun zu den Verteidigungslinien gegen eine weitere Macht der Alten Götter.
Neferset-Stadt erinnert daran, dass der Krieg in Uldum nicht zwischen Fremden begann. Drei Stämme mit gemeinsamer Herkunft antworteten verschieden auf dieselbe Angst. Die Neferset wollten den verletzlichen Körper überwinden und verloren darüber ihre politische Freiheit. Ramkahen nahm die Sterblichkeit an und musste dafür gegen ehemalige Verwandte kämpfen. Der Fall der Stadt entschied diesen Streit militärisch, doch die Frage hinter ihm blieb bestehen: Wie viel Selbstbestimmung darf man für die Rückkehr zu einer vermeintlich vollkommenen Vergangenheit opfern?