Ehre und StärkeBlackmoore
Trol'kalar
Gegenstand

Trol'kalar

Trol'kalar, in der alten Sprache Arathors der Trolltöter, ist das Schwert der Trollbane-Linie. Von Ignaeus' Kriegen bis zu Galens Verrat verlieh es Herrschern Ansehen, ohne je entscheiden zu können, ob ihr Anspruch gerecht war.

Der Trolltöter Arathors

Trol'kalar bedeutet in der alten Sprache Arathors Trolltöter. Ignaeus Trollbane führte die Klinge in den Trollkriegen gegen das Amani-Reich. In einer Zeit, in der Menschen und Hochelfen um ihr Überleben kämpften, wurde das Schwert zu Arathors berühmtester Waffe und der Name Trollbane zu einer Familiengeschichte.

Doch ein Name bewahrt immer die Perspektive dessen, der ihn gibt. Für Menschen stand Trol'kalar für Verteidigung und Einheit; für Trolle musste dieselbe Klinge Eroberung, verlorenes Land und einen Feind bedeuten, der das Töten ihres Volkes zum erblichen Titel machte. Das Metall enthält keine gerechte Erinnerung. Es wird von den Liedern umgeben, die Sieger und Überlebende darüber singen.

Die Klinge im Haus Trollbane

Über Generationen blieb Trol'kalar bei den Herrschern Stromgardes. Thoras Trollbane trug es als König. Die Waffe verband seine Gegenwart mit Ignaeus und dem alten Reich, obwohl Stromgarde längst nur noch einen Teil der menschlichen Welt beherrschte. Wer das Schwert hielt, erschien als Fortsetzung einer Linie, deren Ursprung älter war als viele heutige Staaten.

Gerade diese Wirkung machte Trol'kalar politisch gefährlich. Ein Erbstück kann Treue sammeln, noch bevor sein Träger eine gute Entscheidung trifft. Die Klinge bestätigte keine Fähigkeit, kein Mitgefühl und keine rechtmäßige Handlung. Sie bestätigte nur, dass jemand sie aus dem Grab und aus den Sicherungen der Familie in die Hand bekommen hatte.

Vier Siegel vor einem steinernen Grab

Nach Thoras' Ermordung wurde der König mit Trol'kalar in der Familiengruft beigesetzt. Das Schwert ruhte in der steinernen Fassung seines Grabmals und ließ sich nur mit dem Siegel des Ignaeus lösen. Galen teilte diesen Schlüssel in vier Teile: Das Siegel der Trollbane behielt er selbst, das Siegel von Arathor erhielt Leutnant Heldenruf, Stücke des Siegels von Thoradin gingen an die Miliz, und das Siegel von Strom fiel dem Syndikat in die Hände. So schützten Menschen, Verräter und Diebe gemeinsam eine Gruft, ohne ein gemeinsames Ziel zu besitzen.

Auch außerhalb Stromgardes blieb der Name der Waffe nicht vergessen. Vol'jin wollte Trol'kalar für den Kampf der Dunkelspeere gegen die Gurubashi gewinnen und sandte den Jäger Zengu ins Arathihochland. Hordenstreiter setzten das Siegel wieder zusammen, töteten Galen für dessen Anteil und brachten die Klinge aus dem Grab. Doch Zengu kam nicht weit. Stromgardes Soldaten erschlugen ihn, nahmen das Schwert zurück und schlossen es erneut bei Thoras ein. Selbst außerhalb der Hand eines Trollbane zog Trol'kalar noch Bündnisse, Blut und Anspruch hinter sich her.

Galen und der zweite Verrat

Nach dem Kataklysmus kehrte Galen als Verlassener zurück. Wieder ließ er vier Teile eines Siegels sammeln, wieder wurde die Gruft geöffnet. Diesmal behauptete er, die Waffe für Sylvanas zu beanspruchen und mit ihr den Lebenden den Tod zu bringen. Sobald Trol'kalar in seiner Hand lag, zeigte sich jedoch der persönlichere Plan: Galen brach mit seiner Königin, besetzte Teile Stromgardes und wollte das Schwert seiner Ahnen als sichtbaren Beweis eines eigenen Thronrechts führen. Die Klinge sollte einen Vatermord überstrahlen, den keine Krönung ungeschehen machen konnte.

Während der Legionsinvasion brauchten die Ritter der Schwarzen Klinge Trol'kalar, um Thoras' Grab zu öffnen und den alten König als einen der Vier Reiter zu erheben. Galen versprach ihnen Zugang, wenn sie Waldtrolle aus der Stadt vertrieben, und wandte das Schwert danach gegen seine Helfer. Der Todesfürst tötete ihn, nahm die Klinge und öffnete mit ihr die Gruft. So diente Trol'kalar am Ende nicht Galens dauerhafter Herrschaft, sondern der Rückkehr jenes Vaters, dessen Tod er verborgen hatte. Das Artefakt sprach kein Urteil. Doch der Sohn zerbrach an genau dem Erbe, das seine Lüge heiligen sollte.

Ein unbekannter Verbleib

Was nach der Öffnung der Gruft mit Trol'kalar geschah, ist nicht bestätigt. Der Geheimdienst SI:7 führt seinen Verbleib als unbekannt. Auch die wiederaufgebaute Burg Stromgarde kann deshalb nicht einfach behaupten, die sichtbare Klinge der Dynastie sei mit der Krone heimgekehrt.

Vielleicht ist diese Abwesenheit heilsam. Danaths heutige Herrschaft muss sich an der Stadt messen lassen, die er aufbaut, nicht an einem Schwert namens Trolltöter. Trol'kalar bleibt ein mächtiges Zeugnis menschlicher Geschichte, aber kein Urteil über die Zukunft. Sollte es wiedergefunden werden, wäre die wichtigste Frage nicht, welcher Trollbane es führen darf. Sie wäre, ob eine neue Generation eine alte Waffe tragen kann, ohne aus ihrem Namen erneut ein Programm für alle Nachbarn zu machen.