Eine Brücke nach dem Bruderkrieg
Der Thandolübergang entstand nicht in einer Zeit des Friedens, sondern nach dem Krieg der Drei Hämmer. Als die Wildhammerzwerge Eisenschmiede verlassen hatten und im Norden eine neue Heimat suchten, drohte aus der politischen Trennung auch eine dauerhafte Entfremdung zu werden. Die Zwerge von Eisenschmiede bauten deshalb zwei gewaltige Steinbögen über die Schlucht zwischen dem Sumpfland und dem Arathihochland.
Die Brücke war Handelsweg und Versprechen zugleich. Waren konnten wieder zwischen Khaz Modan und dem Nistgipfel reisen, doch wichtiger war die Botschaft: Die Clans hatten einander bekämpft, wollten ihre gemeinsame Herkunft aber nicht vollständig aufgeben. Über Generationen bewachte die Familie Anvilmar das Bauwerk, dessen Bestand für beide Seiten Wohlstand und Verbindung bedeutete.
Der schmale Weg des Zweiten Krieges
Nach dem Fall Sturmwinds wurde der Übergang zu einem der wichtigsten Wege des Zweiten Krieges. Wer die Brücke hielt, konnte Truppen zwischen Lordaeron und Khaz Modan bewegen. Die Horde drang nach Norden vor, während die Allianz versuchte, ihre zersplitterten Reiche miteinander zu verbinden und die Zwergenlande nicht von den Menschenreichen abschneiden zu lassen.
Dun Modr südlich der Brücke und Dun Algaz weiter im Gebirge bildeten mit dem Thandolübergang eine Kette von Engpässen. Jede Niederlage verschob die Front zum nächsten Tor. Dadurch wurde aus einem Bauwerk der Versöhnung ein militärisches Ziel, an dem sich entschied, ob der Krieg nach Lordaeron getragen werden konnte.
Ein Bauwerk, das den Krieg überdauerte
Auch lange nach dem Zweiten Krieg blieb der Übergang gefährdet. Dunkeleisenzwerge, Saboteure und neue Feldzüge beschädigten die Brücke, ohne ihre Bedeutung zu mindern. Selbst ein zerstörter Bogen änderte nichts daran, dass Reisende und Armeen hier den direktesten Weg zwischen den nördlichen Menschenlanden und Khaz Modan fanden.
Der Thandolübergang erzählt deshalb zwei Geschichten zugleich. Er ist ein Denkmal zwergischer Baukunst und der Versuch, nach einem Bürgerkrieg wieder Verbindung zu schaffen. Zugleich zeigt sein wiederholter militärischer Gebrauch, wie schnell ein Band zwischen Völkern zur Straße für den nächsten Krieg werden kann.