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Teufelswald
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Teufelswald

Der Teufelswald war einst lebendiger Norden Eschentals, bis Tichondrius ihn mit dem Schädel Gul'dans vergiftete. Illidans Sieg beseitigte den Urheber, nicht die Verderbnis; seither ringen Furbolgs und Druiden um eine Heilung, die Generationen dauern kann.

Bevor das Grün erkrankte

Der Teufelswald trug seinen Namen nicht immer. Einst setzte sich das dichte Grün Eschentals weit nach Norden fort, bis an die Hänge des Hyjal und die stillen Pfade zur Mondlichtung. Tiere, Urtume und Furbolgs lebten unter einem Blätterdach, das für die Nachtelfen nicht bloß Landschaft war. Der Wald war Erinnerung, Schutz und ein Teil jener lebendigen Ordnung, aus der ihre druidsche Kultur ihre Verantwortung ableitete.

Gerade diese Nähe zu heiligen Orten machte das Land verwundbar. Wer Hyjal erreichen wollte, musste durch seine Wälder, und wer die Kaldorei treffen wollte, konnte ihre Heimat selbst gegen sie wenden. Im Dritten Krieg kam die Brennende Legion nicht nur mit Heeren. Sie brachte eine Verderbnis, die Wurzeln, Wasser und Körper besetzte und damit noch lange weiterkämpfte, nachdem ihre Befehlshaber gefallen waren.

Tichondrius' Waffe

Der Schreckenslord Tichondrius nutzte den Schädel Gul'dans, um den Wald mit Teufelsenergie zu tränken. Bäume verdrehten sich, Bäche wurden giftig, friedliche Tiere verfielen in Raserei. Auch viele Furbolgs verloren unter dem Einfluss der Seuche ihren Verstand. Die Legion verwandelte das vertraute Leben nicht einfach in tote Asche. Sie ließ es weiterbestehen, aber in einer Form, die jeden Heimkehrenden angriff.

Damit wurde der Wald selbst zum Werkzeug der Invasion. Ein Dämon ließ sich erschlagen, eine Armee konnte zurückgedrängt werden; vergifteter Boden kannte keinen Waffenstillstand. Jeder erkrankte Urtum und jeder wahnsinnig gewordene Furbolg zwang die Verteidiger zu einer grausamen Entscheidung: Sie mussten Wesen bekämpfen, die zuvor Nachbarn und Hüter derselben Heimat gewesen waren.

Illidans widersprüchlicher Sieg

Arthas lenkte Illidan Sturmgrimm auf den Schädel. Illidan nahm dessen Macht in sich auf, verwandelte sich und tötete Tichondrius. Für den Feldzug am Hyjal war dies ein entscheidender Schlag gegen die Legion. Für Malfurion war es zugleich ein erneuter Beweis, dass sein Bruder jede Grenze überschritt, sobald er darin einen Weg zum Sieg sah.

Der Schädel war verschwunden, sein Benutzer tot, doch der Teufelswald wurde nicht wieder gesund. Illidans Tat zeigt den Unterschied zwischen einem gewonnenen Kampf und einer geheilten Wunde. Er beseitigte die Quelle, die in diesem Augenblick neue Verderbnis speiste, konnte aber nicht aus jedem Stamm, jedem Tier und jedem Tropfen Wasser nehmen, was längst darin Fuß gefasst hatte. Der Preis des Sieges blieb für alle sichtbar, die nach ihm den Wald betraten.

Wer im kranken Wald bleibt

Nicht alle Furbolgs fielen der Raserei anheim. Der Stamm der Holzschlundfurbolgs bewahrte seine schamanischen Traditionen und schützte die Tunnel zwischen Teufelswald, Mondlichtung und Winterquell. Seine Angehörigen sahen die verdorbenen Stämme nicht nur als Feinde. In ihnen erkannten sie Verwandte, deren Leiden beendet und deren Land eines Tages geheilt werden musste.

Auch Druiden und der Zirkel des Cenarius gaben den Wald nicht auf. Sie reinigten Quellen, untersuchten verseuchte Tiere und suchten nach Orten, an denen neues Leben wieder Wurzeln schlagen konnte. Diese Arbeit brachte selten den Glanz einer großen Schlacht. Oft bedeutete sie, denselben Boden erneut zu prüfen und eine Lichtung zu schützen, deren Heilung im nächsten Angriff wieder verloren gehen konnte.

Heilung als lange Verantwortung

Nach dem Kataklysmus wurden neue Anstrengungen sichtbar. Wo die Verderbnis zurückwich, kehrten Farbe und Wachstum vorsichtig zurück. Zugleich blieben Satyrn, Dämonenkulte und verseuchte Gebiete bestehen. Der Wald war weder endgültig verloren noch auf wundersame Weise gerettet. Jede gesunde Pflanze stand neben dem Beweis, wie tief die alte Krankheit noch reichte.

So liegt der Teufelswald bis heute zwischen Hyjal und Eschental wie eine Aufgabe, die kein einzelner Held abschließen kann. Er erinnert die Nachtelfen an ihr Versagen, aber er gibt ihnen auch einen Ort, an dem Verantwortung mehr bedeutet als Trauer. Einen Wald zu lieben heißt hier, seine entstellte Gestalt nicht zu verleugnen und dennoch an seiner Rückkehr zu arbeiten. Die Legion wollte aus Leben eine fortdauernde Waffe machen. Jeder geheilte Bach widerspricht ihr, langsam und ohne zu versprechen, dass der nächste bereits sauber sein wird.