Ehre und StärkeBlackmoore
Saberon
Volk

Saberon

Saberon sind katzenhafte, territoriale Bewohner Draenors, deren Rudel von Frostfeuer bis Tanaan überlebten. Einige gelangten mit den Mag'har nach Azeroth; andere wurden später von den Domanaar für Arenakämpfe verschleppt.

Augen im hohen Gras

Saberon lebten in fast allen Landschaften Draenors: zwischen den Eiswänden des Frostfeuergrats, in den Wäldern Gorgronds, unter den Spitzen von Arak und im Dschungel Tanaans. Ihre Körper erinnern an große Raubkatzen, doch sie sind keine Tiere in aufrechter Gestalt. Sie sprechen, handeln, schmieden einfache Waffen und bringen Krieger, Jäger, Schamanen, Hexendoktoren und andere Kundige hervor. Viele Fremde bemerkten davon nur wenig, weil die erste Begegnung gewöhnlich an der Grenze eines Jagdgebietes begann und mit ausgefahrenen Klauen endete.

Woher die Saberon stammen, ist nicht überliefert. Selbst Berichte, die die Ursprünge anderer Völker Draenors weit zurückverfolgen, lassen ihre Entstehung offen. Diese Leerstelle gehört zu ihrer Geschichte. Sie müssen nicht von einem bekannten Titanenwerk, einem Urkoloss oder einer Weltseele abgeleitet werden, um auf Draenor heimisch zu sein. Lange bevor fremde Armeen den Planeten in Zeitlinien und Feldzüge teilten, kannten ihre Rudel Pfade, Wasserstellen und Beute, die auf keiner Karte eines Orcs oder Draenei verzeichnet waren.

Rudel statt eines Reiches

Die Saberon bildeten Stämme, Klans und Rudel mit eigenen Häuptlingen. Namen wie Schwarzfang, Knurrpfote oder Dampfkratzer bezeichnen keine Zweige eines geeinten Volkes, sondern selbstständige Gemeinschaften, die einander ebenso bekämpfen konnten wie ihre Nachbarn. Ihre politische Welt endete nicht an einer Hauptstadt, doch Fang'rila im Südosten Tanaans wurde zu einem besonders mächtigen Zentrum der Schwarzfänge. Dort entschieden Kampf, Jagd und die Fähigkeit, Herausforderer zu überleben, über Ansehen.

Territorialität machte viele Saberon zu Feinden fast aller anderen Bewohner Draenors. Das bedeutet nicht, dass sie zu Bündnissen unfähig waren. Einzelne dienten als Söldner, und Vul'gor kämpfte für die Oger Hochfels. Solche Ausnahmen zeigen, dass hinter den Angriffen Entscheidungen standen. Ein Saberon konnte einen Fremden als Beute, Eindringling, Auftraggeber oder vorübergehenden Verbündeten betrachten. Was fehlte, war nicht Verstand, sondern ein allgemeines Interesse an den Reichen, mit denen andere Völker ihre Welt ordneten.

Jäger unter den Spitzen von Arak

Sechshundert Jahre vor der Öffnung des Dunklen Portals jagten Saberon in den Spitzen von Arak jene Arakkoa, die als Ausgestoßene ohne Flügel am Boden lebten. Für die Verbannten wurde jeder Weg zwischen den Felsen auch zu einem Gang durch das Gebiet lauernder Rudel. Die Saberon waren damit Teil jener Härte, aus der die Kultur der Ausgestoßenen entstand: Wer von der Höhe verstoßen wurde, fand unten keine leere Zuflucht, sondern eine Wildnis, die Schwäche sofort bemerkte.

Später trafen Orcs, Draenei und fremde Garnisonen in fast jeder Region auf eigene Saberonstämme. Die Knurrpfoten hatten einst ein Orcdorf ausgelöscht; die Dampfkratzer waren für Diebstähle bekannt. In Fang'rila nahmen die Schwarzfänge Herausforderungen auf Leben und Tod an und galten selbst unter anderen Rudeln als außergewöhnlich stark. Diese Geschichten ergeben kein einheitliches Gesetzbuch. Sie zeigen eine Welt, in der jeder Stamm aus Umgebung, Feinden und Beute seine eigene Form des Überlebens entwickelt hatte.

Zwischen Eiserner Horde und Teufelsdschungel

Der Aufstieg der Eisernen Horde veränderte Draenor auch dort, wo Saberon keine Banner in den Krieg trugen. Straßen, Außenposten und die Verwüstung Tanaans drangen in Jagdgebiete ein. In Fang'rila verteidigten die Schwarzfänge ihren Raum gegen alle Eindringlinge. Sie wurden dadurch nicht zu heimlichen Rettern des Planeten. Ihr Widerstand galt zuerst der eigenen Herrschaft über das Gebiet, und gerade diese Unabhängigkeit entzog sie den einfachen Fronten von Horde, Allianz und Legion.

Die Saberon erinnern daran, dass eine Welt nicht nur aus den Völkern besteht, die ihre großen Kriege benennen. Während orcische Häuptlinge über Eroberung entschieden und Draenei um ihr Überleben kämpften, gingen in denselben Landschaften ältere Feindschaften weiter. Ein Sieg über die Eiserne Horde löste keinen Streit um einen Flusslauf und beendete keinen Hunger eines Rudels. Für jene, die in Draenors Wildnis lebten, blieben kosmische Feldzüge manchmal nur eine neue Ursache dafür, dass Beute verschwand oder bewaffnete Fremde über die Grenze kamen.

Klauen auf fremden Welten

Als Eitrigg die Mag'har aus dem zerfallenden Draenor dieser Zeitlinie nach Azeroth brachte, gerieten einige Saberon in den Zauber. Sie flohen von Durotar in Richtung Nördliches Brachland. Was dort aus ihnen wurde, ist bislang unbekannt. Der kurze Vorgang veränderte dennoch ihre Geschichte grundlegend: Ein Volk, das nur auf dem alternativen Draenor belegt war, hatte nun Fußspuren auf Azeroth hinterlassen, ohne Einladung und ohne einen Platz in den Bündnissen dieser Welt zu suchen.

Später gerieten weitere Saberon in die Gewalt der Domanaar, die Gefangene für Kämpfe in der Leerenmal-Arena zusammentrieben. Damit traf sie jene Form von Herrschaft, die ein eigenwilliges Leben auf seine Nützlichkeit als Unterhaltung reduziert. Saberon werden oft selbst nur über ihre Gefährlichkeit beschrieben. Doch zwischen Fang'rila, der unfreiwilligen Reise nach Azeroth und den Käfigen der Domanaar erscheint ein durchgehender Zug: Sie behaupten sich gegen Welten, die sie entweder als Bestien abtun oder als Waffen besitzen wollen. Ihre Geschichte ist schmaler überliefert als die großer Reiche, aber sie beginnt jedes Mal dort, wo jemand glaubt, die Wildnis habe keine eigene Stimme.