Der Weg nach Brunnen der Ewigkeit
Zehntausend Jahre vor der Gegenwart war der Brunnen der Ewigkeit das leuchtende Herz des kaldoreiischen Reiches und zugleich die Wunde, durch die die Brennende Legion nach Azeroth griff. Als Nozdormu Verbündete in diese Vergangenheit sandte, betraten sie keine tote Erinnerung. Sie gerieten in eine Nacht, deren Ausgang längst feststand und dennoch erneut verteidigt werden musste, damit die Gegenwart überhaupt fortbestehen konnte. In Peroth'arn nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.
Peroth'arn lebte in einer Gesellschaft, die Nähe zur Königin und Begabung in der arkanen Kunst höher schätzte als beinahe jede andere Eigenschaft. Unter den Hochgeborenen war Xavius mehr als ein angesehener Magier; er war Azsharas Berater und einer der Männer, die den Brunnen der Ewigkeit für ihre kühnsten Pläne öffneten. Peroth'arn gehörte zu seinen Vertrauten. Diese Nähe machte ihn zum Zeugen des kommenden Unheils und zugleich zu einem der ersten, die darin keine Warnung, sondern eine Gelegenheit sahen.
Das Geschenk des ersten Satyrs
Als Xavius nach seiner Niederlage in einer gehörnten, von dämonischer Kraft erfüllten Gestalt zurückkehrte, bot er Peroth'arn dieselbe Verwandlung an. Der Hochgeborene nahm sie an. Fell trat an die Stelle glatter Haut, Hufe ersetzten seine Füße, und aus einem Mann des Hofes wurde der erste weitere Satyr neben Xavius. Die Legion nannte dies ein Geschenk, weil es Stärke verlieh. Doch jede neue Macht schrieb zugleich sichtbar in den Körper, wem der Empfänger nun gehörte.
Vor dem Fluch hatte Peroth'arn eine Gefährtin und eine Villa in Zin-Azshari. Diese wenigen Spuren seines alten Lebens machen seine Entscheidung nicht kleiner, sondern schwerer. Er wurde nicht aus einer leeren Welt gelockt. Er besaß ein Zuhause, Beziehungen und einen Platz in der mächtigsten Stadt seiner Zeit. Trotzdem wählte er die dämonische Verheißung und ließ alles zurück, was ihn an ein gewöhnliches Dasein hätte binden können.
Der Krieg der Ahnen öffnet den Himmel
Über dem Brunnen der Ewigkeit arbeiteten die Hochgeborenen daran, Sargeras den Weg nach Azeroth zu bereiten. Was am Hof als Aufstieg und Bündnis erschien, wurde auf den Straßen von Zin-Azshari zum Gemetzel. Dämonen strömten durch das Portal, Häuser brannten und die Nachtelfen erkannten zu spät, dass ihre Königin nicht einen fernen Gast empfangen, sondern die Welt einem Vernichter geöffnet hatte. Peroth'arn stand in diesem Krieg nicht zwischen den Seiten. Er verteidigte die Invasion, die seine Heimat fraß.
Vor dem Palast erhielt Peroth'arn einen Auftrag, der zu seiner neuen Gestalt passte. Niemand sollte die Arbeiten am Portal stören, und erst recht durfte niemand Sargeras' Eintritt verhindern. Der Satyr beherrschte Teufelsmagie und kannte die Wege der Stadt. Wo einst ein Hofmann vielleicht Gäste empfangen hatte, wartete nun ein Jäger, der jeden Geruch, jedes Geräusch und jedes Zögern gegen seine Beute verwendete.
Die Jagd durch das teuflische Dunkel
Im Kampf ließ Peroth'arn die Umgebung in dämonischer Finsternis versinken und suchte nach denen, die sich seinem Blick entzogen. Augen aus Teufelsenergie glitten durch die Schatten, während die Gejagten hinter Mauern und in Winkeln Schutz suchten. Wurde jemand entdeckt, brach der Satyr mit erneuter Kraft hervor. Für wenige Augenblicke wurde sein ganzes Wesen sichtbar: nicht der vornehme Hochgeborene, sondern ein Raubtier, das aus Angst Bewegung und aus Bewegung Gewissheit machen wollte.
Peroth'arn fiel, bevor die Verteidiger den Palast erreichten. Sein Ende hielt die Legion nicht allein auf, doch es öffnete den Weg zu den Ereignissen, aus denen später die Zerschlagung des Brunnens und die Rettung Azeroths hervorgingen. Der erste Satyr hinterließ eine bittere Mahnung: Verderbnis beginnt nicht immer mit Zwang. Manchmal tritt sie als ersehnte Belohnung auf, und ihr Opfer verteidigt sie noch dann, wenn ringsum bereits alles brennt, was diese Belohnung einst wertvoll gemacht hätte.