Die Prinzessin von Ma'nussa
Bevor Ky'veza als Auftragsmörderin durch fremde Reiche zog, herrschte sie über Ma'nussa auf K'aresh. Die Welt der K'areshi war von Handel, Magie und rivalisierenden Fürsten geprägt. Der Titel Nexusprinzessin bezeichnete daher nicht bloß höfische Abstammung. Er verband politische Macht mit den Wegen durch den Großen Dunklen Raum, über die die späteren Astralen ihre Geschäfte und Kriege führten.
Ky'veza verlor ihr Reich an Nexusfürst Salhadaar. Der Konflikt trieb sie ins Exil und nahm ihr die Stellung, aus der sie ihre Identität bezogen hatte. Als Dimensius K'aresh verschlang, wurde aus der verbannnten Herrscherin eine Überlebende einer zerstörten Welt. Wie andere K'areshi verlor sie ihren körperlichen Zustand und bestand als arkane, von Binden zusammengehaltene Gestalt weiter.
Leere und Überleben
Ky'veza gehörte zu jenen Astralen, die sich stärker auf die Leere einließen. Diese Macht bot Beweglichkeit, Tarnung und tödliche Präzision, verlangte aber ständige Kontrolle. Für sie war die Leere weder Religion noch bloßes Werkzeug. Sie war Teil eines Lebens nach K'aresh, in dem alte Titel nur dann Bedeutung behielten, wenn man stark genug war, sie zu behaupten.
Aus der Prinzessin wurde eine Attentäterin und Kopfgeldjägerin. Ky'veza arbeitete für Auftraggeber, solange deren Ziele mit ihren eigenen vereinbar waren. Ihre Höflichkeit blieb erhalten, doch hinter ihr stand keine Loyalität zu einem neuen Reich. Sie hatte bereits erlebt, wie schnell Höfe, Versprechen und ganze Welten verschwinden konnten.
Am Hof der Königin Ansurek
In Azj-Kahet drang Ky'veza in den Hof der nerubischen Königin Ansurek ein. Die junge Königin hatte ihr Volk mit Xal'ataths Hilfe in eine neue Form geführt und jeden Widerstand brutal unterdrückt. Ky'veza bewegte sich unter den Höflingen wie eine geduldige Beobachterin. Ihr eigentliches Ziel blieb verborgen, während sie Rivalen prüfte und auf den richtigen Augenblick wartete.
Im Nerub'ar-Palast trat sie schließlich offen gegen die Eindringlinge an. Schattenbilder, Leerenrisse und präzise Angriffe machten den Kampf zu einer Jagd, bei der jeder Augenblick der Unaufmerksamkeit tödlich sein konnte. Ihre Niederlage beendete diesen Auftrag, aber nicht ihr Leben. Anders als Ansurek überstand Ky'veza den Fall des Palastes und kehrte später auf K'aresh zurück.
Rückkehr auf eine verwundete Welt
Als Dimensius erneut nach der Weltenseele K'areshs griff, traf Ky'veza auf alte Feinde und Verbündete. Salhadaar war weiterhin Teil jener Geschichte, die sie aus Ma'nussa vertrieben hatte. Locus-Walker, Ve'nari, Alleria und andere verfolgten eigene Pläne. Ky'veza schloss sich ihnen nicht aus Vertrauen an. Ein Sieg des Leerenfürsten hätte jedoch auch die letzten Reste ihrer Heimat und jede Möglichkeit einer eigenen Zukunft vernichtet.
In der Manaforge Omega stellte sie ihre Fähigkeiten gegen Mächte, denen eine einzelne Auftragsmörderin gewöhnlich nichts entgegensetzen konnte. Ihr Bündnis blieb bedingt und von Eigeninteresse geprägt. Gerade das machte es glaubwürdig. Ky'veza wurde nicht plötzlich zur Heldin. Sie entschied, dass Dimensius' Sieg schlimmer wäre als die Zusammenarbeit mit Personen, die sie zuvor bekämpft hatte.
Eine Herrscherin ohne Thron
Ky'veza trägt ihren Titel weiter, obwohl Ma'nussa verloren ist. Darin liegt Stolz, aber auch Erinnerung. Sie weigert sich, ihre Geschichte auf die Rolle einer heimatlosen Astralen oder käuflichen Klinge reduzieren zu lassen. Jeder Auftrag, jedes Bündnis und jeder Verrat wird von der Erfahrung einer Frau geprägt, die einmal ein Reich besaß und erleben musste, wie politische Niederlage und kosmische Katastrophe einander überholten.
Ihre Geschichte erweitert das Bild der Astralen. Sie sind nicht nur Händler mit verschleierten Gesichtern, sondern Überlebende K'areshs mit alten Häusern, Feindschaften und unterschiedlichen Antworten auf den Verlust ihrer Körper. Ky'veza antwortete mit Unabhängigkeit und Kontrolle. Sie vertraut wenig, vergisst keine Kränkung und kann dennoch erkennen, wann der Schutz der letzten Heimat wichtiger ist als ein alter Auftrag.