Ehre und StärkeBlackmoore
K’ure
Charakter

K’ure

K'ure antwortete auf Velens Gebet und trug die Draenei von Argus fort. Im Wrack der Genedar wurde der geschwächte Naaru später unwissentlich zum Mittelpunkt des orcischen Ahnenkults.

Die Antwort im Kristall

Als Sargeras den Eredar Macht und Wissen anbot, sah Velen hinter dem Versprechen eine Zukunft aus Teufelsfeuer. Archimonde und Kil'jaeden hatten bereits zugestimmt, und für offenen Widerstand blieb kaum Zeit. Velen betete am heiligen Ata'mal-Kristall um Führung. Aus dem Kristall antwortete K'ure, der erste Naaru, der mit ihm sprach.

K'ure konnte die Eredar nicht gegen ihren Willen retten. Er gab Velen einen Weg und verlangte eine Entscheidung. Auf dem höchsten Berg von Argus sammelten sich jene, die Sargeras ablehnten. Der Kristall zerbrach in sieben Splitter und schützte die Flüchtenden, bis die Genedar erschien. In diesem Augenblick wurde aus Velens Zweifel ein jahrtausendelanger Exodus und aus K'ure sein Begleiter und Lehrer.

Ein Schiff durch viele Nächte

Die Genedar trug die späteren Draenei von Welt zu Welt, während Kil'jaedens Legion ihre Spur suchte. K'ure blieb über Jahrhunderte an Velens Seite. Das Licht des Naaru versprach dabei keinen raschen Sieg. Es half einer Gemeinschaft, weiterzugehen, obwohl jede neue Heimat nur so lange sicher schien, bis die Verfolger wieder am Himmel standen.

Ein Teil des Schiffs löste sich später als Xenedar und führte mit Xe'ra jene Kämpfer fort, aus denen die Armee des Lichts entstand. K'ure blieb bei der größeren Flüchtlingsgemeinschaft. Seine Rolle lag nicht im Ruhm einer Frontlinie. Er hielt einen Weg offen, auf dem Kinder geboren, Erinnerungen bewahrt und aus Eredar allmählich Draenei, die Verbannten, wurden.

Der Sturz auf Draenor

Kurz vor der Ankunft auf Draenor verlor K'ara ihre Verbindung zum Licht und fiel in den Zustand der Leere. Die entstehende Gewalt richtete sich gegen D'ore und K'ure. Velen schützte beide und stieß K'ara aus dem Schiff, doch der Kampf hatte die Naaru und den Propheten erschöpft. Die Genedar konnte nicht mehr sicher landen.

Das Schiff stürzte ab. Viele Draenei starben, D'ore wurde tödlich geschwächt, und auch K'ure verlor immer mehr von seinem Licht. Das weiße Wrack blieb in Nagrand liegen. Für die neuen Siedler war es die zerbrochene Arche ihrer Flucht; für die Orcs wurde es Oshu'gun, der Berg der Geister.

Der verborgene Mittelpunkt der Ahnen

Die Geister verstorbener Orcs wurden von K'ures Energie angezogen und sammelten sich im Berg. K'ure schloss Freundschaft mit ihnen. Ohne den Naaru im Inneren zu kennen, errichteten die Orcs um Oshu'gun einen Ahnenkult und Feste wie den Kosh'harg. Schamanen pflegten so über Generationen unbewusst auch das geschwächte Lichtwesen unter ihren heiligen Wegen.

Als Kil'jaeden den Krieg gegen die Draenei vorbereitete, musste diese Verbindung verstummen. Dämonische Täuschung gab sich als Stimme der Ahnen aus, und eine Barriere schnitt Oshu'gun von der Außenwelt ab. Später bewachten Dämonen den Berg. K'ure und die wirklichen Geister hätten den Betrug offenbaren können; gerade deshalb durfte niemand sie hören.

Licht, das eine Leere hinterlässt

Während K'ures heilige Energie versiegte, wuchs an ihrer Stelle eine Leere. Bleiche Orcs suchten diese Macht, und ein Wirbel begann Ahnengeister zu verschlingen. K'ure musste mitansehen, wie ausgerechnet die Seelen, die bei ihm Zuflucht gefunden hatten, von seinem geschwächten Zustand bedroht wurden. Die Brennende Legion nutzte den Wirbel, um Leerenwesen herbeizurufen, bis ein Streiter mit A'dals Hilfe eingriff.

K'ure besteht weiterhin tief in Oshu'gun. Er ist weder eine unerschöpfliche Lampe noch die bösartige Macht, die seine Leere hervorbringen kann, sondern ein verwundeter Naaru in einem langen Wandel. Seine Geschichte verbindet zwei Völker, die einander später beinahe vernichteten: Den Draenei gab er die erste Flucht, den Orcs wurde er zum ungewussten Mittelpunkt ihrer Ahnenwelt. Unter dem heiligen Berg liegt darum keine einfache Enthüllung, die einen Glauben widerlegt. Dort liegt ein jahrhundertelanges Zusammenleben, dessen Beteiligte einander erst erkannten, als Täuschung und Krieg bereits zwischen ihnen standen.