Das Land der Ahnen
Nagrand war für die Orcs mehr als fruchtbares Weideland. Am Fuß Oshu'guns versammelten sich die Clans zu den Kosh'harg-Festen. Dort handelten sie, schlichteten Streit und suchten über ihre Schamanen den Rat der Ahnen. Die Geister, die sie hörten, waren die Seelen verstorbener Orcs, die vom Naaru K'ure im Inneren des Berges angezogen wurden.
Der Kriegsgesangklan lebte in Nagrand, und auch andere Clans zogen mit ihren Herden durch die Ebenen. Die politische Ordnung war locker. Ein Clan folgte seinem eigenen Häuptling, doch Oshu'gun erinnerte sie daran, dass sie eine gemeinsame Herkunft besaßen. Diese Verbindung war stark genug, dass Gul'dan die alten Feste und den Schamanismus gezielt verdrängen musste, bevor er aus den Clans eine einzige Horde formen konnte.
Krankheit, Isolation und die Mag'har
Kurz vor dem Aufstieg der Horde brach unter den Orcs die rote Pocken aus. Die Kranken wurden nach Garadar gebracht, einer Quarantänesiedlung, die nach Garad benannt war. Unter ihnen befanden sich Garrosh, der Sohn Grommash Höllschreis, und andere junge Orcs. Gerade ihre Krankheit hielt sie fern, als die übrigen Clans Mannoroths Blut tranken.
Aus den Überlebenden entstand die Gemeinschaft der Mag'har, der Unverdorbenen. Großmutter Geyah führte sie durch Jahre, in denen die meisten anderen Orcs fortgezogen, gefallen oder von Felmagie verändert worden waren. Nagrands Abgeschiedenheit wurde damit zum Schutzraum für eine Form orcischer Kultur, die andernorts fast verschwunden war.
Garrosh erfährt vom Ende seines Vaters
Nach der Wiederöffnung des Dunklen Portals kam Thrall nach Garadar. Garrosh lebte bis dahin mit der Überzeugung, Grommash habe sein Volk durch den ersten Pakt mit Mannoroth verdammt. Thrall erzählte ihm auch vom Ende dieser Geschichte: Grom hatte den Grubenlord getötet und die Orcs damit aus der unmittelbaren Blutschuld befreit.
Diese Nachricht gab Garrosh seinen Stolz zurück, doch sie löste seine Zweifel nicht auf, sondern überdeckte sie zunächst mit einem heroischen Bild seines Vaters. Nagrand wurde so zum Ausgangspunkt seiner späteren Laufbahn. Für Thrall war das Land eine Begegnung mit den Wurzeln, die er nur aus Erzählungen kannte. Für Garrosh wurde es der Ort, an dem aus Scham ein gefährlich einfaches Verständnis von Stärke entstand.