In Draenors Feuer geschmiedet
Gelnar aus dem Schwarzfelsklan schmiedete den Kopf des Schicksalshammers in einem Becken elementarer Lava und setzte ihn auf einen Griff aus Eiche. Der Hammer ging von Vater zu Sohn, bis Telkar ihn an Orgrim weitergab. Sein Name meinte ursprünglich nicht das Verderben des Trägers, sondern das Schicksal seiner Feinde. In der Familie galt er als Beweis, dass Ehre ein Gewicht besitzt, das jede Generation neu heben muss.
Über der Waffe lag eine Prophezeiung. Der Letzte der Linie werde den Orcs erst Rettung und dann Verderben bringen; anschließend werde ein Fremder den Hammer für Gerechtigkeit erheben. Solche Worte erklären eine Zukunft nie vollständig. Sie legen vielmehr eine Form über Entscheidungen, bis ein Träger jedes Ereignis als Erfüllung lesen kann. Orgrim wuchs daher nicht nur mit einem Erbstück auf, sondern mit der Erwartung, dass sein Leben eines Tages durch dessen Folgen gedeutet würde.
Orgrims Rettung und Verderben
Orgrim benutzte den Hammer in den Kriegen der alten Horde. Er tötete Schwarzfaust und brach die Macht vieler korrupter Hexenmeister, weil er die Orcs aus Gul'dans Griff lösen wollte. Doch er setzte den Eroberungskrieg gegen die Menschen fort. Der Schicksalshammer zerschlug Anduin Lothars Schwert und tötete den alten Feldherrn. Die Waffe diente damit zugleich dem Aufstand gegen einen manipulierten Kriegshäuptling und der Gewalt eines Heeres, das fremde Länder unterwarf.
Die Horde verlor den Zweiten Krieg, und die Orcs wurden in Lager gesperrt. Orgrim erkannte im Nachhinein den Untergang, den die Prophezeiung angekündigt hatte. Seine Einsicht machte die Toten nicht lebendig, aber sie veränderte, wem er sein Erbe anvertraute. Beim Kampf um die Befreiung der Gefangenen wurde er tödlich verwundet und gab Hammer, Rüstung und Titel an Thrall weiter, der weder zu seiner Familie noch zum Schwarzfelsklan gehörte.
Ein Hammer für die befreite Horde
Thrall trug den Schicksalshammer als Zeichen, dass die Orcs ihre Geschichte nicht abwerfen konnten, aber neu mit ihr umgehen durften. Mit ihm kämpfte er gegen Lagerwachen, führte sein Volk nach Kalimdor und stellte sich Mächten entgegen, die es erneut versklaven wollten. Der Wolf auf dem Hammer erinnerte an Thralls Frostwolfherkunft und machte sichtbar, dass ein fremder Erbe die Waffe nicht einfach unverändert in seine eigene Geschichte nahm.
In seinen Händen erwachte zudem die Verbindung zu den Elementen. Der Hammer blieb eine Kriegswaffe, wurde aber auch Ausdruck schamanischer Beziehung. Das löste seinen Widerspruch nicht auf. Thrall führte eine neue Horde, die Frieden suchte und dennoch weitere Kriege führte. Jedes Mal, wenn der schwarze Kopf niederging, standen Orgrims Eroberungen und Thralls Befreiung nebeneinander. Kein neues Symbol konnte auswählen, welche Erinnerung im Metall bleiben durfte.
Der Fall in den Mahlstrom
Nach der Niederlage an der Verheerten Küste zweifelte Thrall an sich und an seiner Verbindung zu den Elementen. Im Kampf am Mahlstrom glitt ihm der Schicksalshammer aus der Hand und fiel nach Tiefenheim. Ein Scharfseher des Irdenen Rings barg ihn und entfaltete Kräfte, die selbst Orgrim und Thrall nicht in dieser Form geweckt hatten. Thrall übergab die Waffe, statt sie aus Gewohnheit zurückzufordern.
Damit erfüllte sich die Prophezeiung möglicherweise ein weiteres Mal. Wieder hob ein Fremder den Hammer, nun nicht als Kriegshäuptling, sondern als Vermittler der Elemente. Die Geschichte des Schicksalshammers wurde breiter als die zweier berühmter Orcs. Eine Erbschaft bewahrt ihren Sinn nicht nur dadurch, dass sie in derselben Blutlinie bleibt. Manchmal muss sie an jemanden gehen, der ihre Last nicht mit dem Recht auf Herrschaft verwechselt.
Aufgebrauchte Macht, offenes Ende
Im Krieg gegen die Legion wurde der Schicksalshammer mit Artefaktmacht erfüllt und gegen Dämonen eingesetzt. Als Sargeras sein Schwert in Azeroth stieß und dessen Verderbnis die Weltenseele vergiftete, gehörte der Hammer zu jenen Waffen, die ihre gesammelte Kraft in die Wunde leiteten. Danach war seine außergewöhnliche Macht erschöpft. Was mit elementarem Feuer begonnen hatte, wurde zur Hilfe für eine verletzte Welt.
Der heutige Verbleib des Hammers ist nicht eindeutig bestätigt. Gerade dieses offene Ende schützt ihn vor einer zu glatten Heldenerzählung. Der Schicksalshammer brachte tatsächlich Rettung und Verderben, Gerechtigkeit und Eroberung. Er war niemals gut, nur weil ein ehrenhafter Mann ihn hielt, und niemals für immer verdorben, weil er Lothar tötete. Seine Träger gaben ihm Richtung. Darin liegt sein bleibendes Urteil über jede Hand, die ein berühmtes Erbe hebt: Das Gewicht der Vergangenheit entscheidet nicht, wohin der nächste Schlag fällt.