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Azsuna
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Azsuna

Azsuna war einst ein Zentrum der nachtelfischen Magie. Prinz Farondis widersetzte sich Königin Azshara, verlor dadurch sein Reich und führte sein verfluchtes Volk zehntausend Jahre später doch noch gegen die Brennende Legion.

Das Reich des Prinzen Farondis

An der südwestlichen Küste der Verheerten Inseln lag einst ein wohlhabender Teil des nachtelfischen Reiches. Azsuna war von Klippen, Lagunen und fruchtbaren Tälern geprägt, doch sein eigentlicher Reichtum lag in der Magie. In Nar'thalas unterhielten die Hochgeborenen eine angesehene Akademie, in der arkane Künste nicht nur ausgeübt, sondern systematisch erforscht wurden. Über diese Region herrschte Prinz Farondis. Er gehörte selbst zu den Hochgeborenen, jener privilegierten Schicht, die Königin Azshara nahestand und den Zugang zum Brunnen der Ewigkeit beherrschte.

Farondis teilte jedoch nicht die blinde Verehrung, die viele Angehörige seines Standes der Königin entgegenbrachten. Als Azshara und ihr enger Berater Xavius begannen, aus dem Brunnen der Ewigkeit ein Tor für Sargeras und die Brennende Legion zu formen, erkannte Farondis, dass die versprochene Größe in Wahrheit das Ende ihres Reiches bedeuten würde. Sein Widerstand war besonders gefährlich, weil er aus dem Inneren der herrschenden Ordnung kam. Er kannte die Magie der Hochgeborenen, ihre Einrichtungen und ihre wichtigsten Artefakte. Mit dem Gezeitenstein von Golganneth, einer der Säulen der Schöpfung, wollte er den Brunnen zerstören und das Portal schließen, bevor Sargeras Azeroth betreten konnte.

Verrat, Zerstörung und ein Fluch ohne Ende

Farondis' Plan scheiterte nicht an Azsharas Scharfsinn, sondern am Verrat eines Vertrauten. Vandros, ein Adliger aus seinem Gefolge, offenbarte der Königin die Verschwörung. Azshara erschien in Azsuna, zerbrach den Gezeitenstein und bestrafte nicht nur Farondis. Sie verfluchte sein gesamtes Volk. Die Bewohner seines Reiches starben, konnten die Welt aber nicht verlassen. Als körperlose Geister blieben sie an die Ruinen ihrer Städte gebunden. Für viele von ihnen war Farondis nicht der Mann, der versucht hatte, sie vor der Legion zu retten. Sie sahen in ihm den Herrscher, dessen Entscheidung Azsharas Rache ausgelöst hatte.

Kurz darauf zerbrach der Große Bruch die alte Welt. Das Meer verschlang Küsten, Paläste stürzten ein und aus der Akademie von Nar'thalas wurde eine Ruinenstadt. Der Fluch blieb bestehen. Zehntausend Jahre lang lebten die Geister zwischen den Resten ihres Reiches, unfähig zu altern und unfähig, ihre Geschichte hinter sich zu lassen. Farondis trug in dieser Zeit nicht allein die Schuld an einer Niederlage. Er musste jeden Tag unter jenen weiterexistieren, die ihn dafür hassten, dass er überhaupt gehandelt hatte. Azshara hatte damit mehr zerstört als Gebäude: Sie hatte Widerstand in Scham verwandelt und ein Volk gegen denjenigen aufgebracht, der es retten wollte.

Drachen, Leylinien und die Rückkehr der Legion

Azsuna blieb trotz seines Untergangs kein leeres Land. Die blauen Drachen entdeckten in den starken Leylinien der Region einen geeigneten Zufluchtsort. Der alte Drache Senegos und seine Nachkommen siedelten am Azurflügelrast. Nach dem Tod Malygos' und den Verlusten des Nexuskrieges war diese Gemeinschaft mehr als ein Außenposten. Sie war ein Ort, an dem ein geschwächter Drachenschwarm versuchte, seine Zukunft zu bewahren. Doch die Magie des Landes zog auch verdorrte Nachtgefallene und andere Wesen an, die arkane Energie zum Überleben brauchten. Was für die Drachen Heimat war, wurde für andere zur begehrten Nahrung.

Als die Brennende Legion erneut auf den Verheerten Inseln landete, besetzte sie Faronaar und suchte nach Wegen, die magischen Stätten Azsunas zu kontrollieren. Gleichzeitig griffen Naga unter Gezeitenherrin Athissa nach den Splittern des Gezeitensteins. Sie dienten Königin Azshara, deren Urteil noch immer über den Geistern lag. Die Naga wollten das Relikt nicht bewahren, sondern für ihre Herrin sichern. So kehrte der alte Konflikt an denselben Ort zurück: Farondis, der Gezeitenstein und Azsharas Anspruch standen wieder einander gegenüber, diesmal während eine neue Invasion der Legion begann.

Farondis widerspricht seiner Königin ein zweites Mal

Farondis half den ankommenden Verbündeten, die verstreuten Teile des Gezeitensteins zu bergen. Seine Untertanen begegneten ihm zunächst mit derselben Bitterkeit wie in den Jahrtausenden zuvor. Erst als Azshara ihm erneut anbot, sich zu unterwerfen, wurde die Wahrheit seiner Entscheidung sichtbar. Farondis hätte um Vergebung bitten und vielleicht auf ein Ende des Fluches hoffen können. Stattdessen widersprach er ihr öffentlich. Er erklärte, dass er lieber verflucht bleiben würde, als seiner Königin zu dienen. Damit vollendete er den Widerstand, den Vandros einst verraten hatte.

Seine Worte lösten den Fluch nicht. Sie änderten aber die Haltung seines Volkes. Die Geister von Azsuna erkannten, dass Farondis sie nicht aus Ehrgeiz geopfert hatte. Er hatte versucht, eine Gefahr aufzuhalten, die fast die gesamte Welt vernichtete. Gemeinsam vertrieben sie die Naga aus Nar'thalas und stellten den Gezeitenstein wieder her. Das Artefakt wurde später gegen die Legion eingesetzt. Azsuna blieb ein zerstörtes Land, doch seine Geschichte endete nicht mehr mit Verrat. Nach zehntausend Jahren erhielt Farondis wenigstens das Vertrauen jener zurück, deren Rettung ihm einst misslungen war.