Eine Festung erwacht
Am Ufer des Kaldrossees erhebt sich Burg Utgarde aus den Klippen des Heulenden Fjords. Die Vrykul hatten ihre Hallen vor Jahrtausenden verlassen, als König Ymiron sein Volk in einen langen Schlaf schickte. Für die Siedler der Allianz und der Horde wirkte die Anlage deshalb wie das Grabmal einer verschwundenen Kultur. Kurz nach ihrer Ankunft öffneten sich jedoch die Tore, und aus dem Fels strömten Krieger, die ihre Heimat nicht als Ruine, sondern als rechtmäßiges Erbe betrachteten.
In Burg Utgarde herrschte der Drachenschinderklan. Seine Krieger jagten Protodrache, schmiedeten Waffen in gewaltigen Öfen und griffen die neuen Küstensiedlungen an. Prinz Keleseth vertrat innerhalb der Mauern zugleich die Interessen der Geißel. Der Lichkönig versprach den erwachten Vrykul einen Platz in seiner kommenden Ordnung, und viele folgten ihm, weil er ihre Verachtung für die sterblichen Völker bestätigte.
Ingvar und die Macht der Val'kyr
Ingvar der Brandschatzer führte die Angriffe auf den Fjord. Als er in der oberen Halle fiel, erschien die Val'kyr Annhylde und gab ihm ein zweites Leben als Diener des Lichkönigs. Die Szene zeigte früh, was Arthas den Vrykul anbieten konnte: Selbst der Tod sollte einem bewährten Krieger seinen Rang nicht nehmen. Ingvars zweite Niederlage brach den unmittelbaren Angriff, aber nicht das Bündnis zwischen einem Teil der Vrykul und der Geißel.
Burg Utgarde war mehr als ein Hindernis an der Küste. Die Menschen begegneten dort einem Volk, aus dessen schwächeren Nachkommen einst ihre eigenen Vorfahren hervorgegangen waren. Noch wusste kaum jemand davon. Zunächst blieb nur die Erkenntnis, dass Nordend eine eigene Geschichte besaß und dass der Lichkönig alte Kränkungen ebenso geschickt als Waffe benutzte wie Leichen.