Der Weg nach Burg Utgarde
Burg Utgarde erhob sich über dem Heulenden Fjord als erste große Festung der erwachten Vrykul. In ihren Schmieden, Tunneln und Hallen verband der Drachenschinderklan seine alte Kriegskultur mit dem Dienst am Lichkönig. Prinz Keleseth übermittelte den Willen der Geißel, während Ingvar Brandschatzungen gegen Valgarde lenkte und jeder geschlagene Verteidiger als Material für einen zweiten, untoten Krieg zurückkehren konnte. In Skarvald der Konstrukteur erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Skarvalds Beiname deutet auf mehr als die Fähigkeit, eine Axt zu heben. Wahrscheinlich beaufsichtigte er den Tunnel, der Utgarde mit Gjalerbron verband. Durch diesen verborgenen Weg konnte der Drachenschinderklan Truppen und Material bewegen, ohne jede Bewegung über die offenen Pfade des Fjords führen zu müssen. Bauen war hier keine friedliche Kunst, sondern die Vorbereitung des nächsten Angriffs.
Unter den Vrykul galt es als Tradition, Kämpfer mit sehr verschiedenen Fähigkeiten zusammenzustellen. Manche sahen darin kluge Ergänzung, andere die Unterhaltung König Ymirons. Skarvald erhielt den menschlichen Nekromanten Dalronn als Partner. Der eine verkörperte Wucht und direkten Angriff, der andere Schatten, Verlangsamung und beschworene Tote.
Zusammenarbeit als täglicher Streit
Die beiden verstanden sich nicht durch Harmonie. Schon beim Beginn eines Kampfes stritten sie darüber, ob Skarvald zu ungestüm oder Dalronn zu feige sei. Ihre Beleidigungen waren jedoch Teil eines eingespielten Verhältnisses. Skarvald konnte springen, stoßen und zerschlagen, weil Dalronn den Raum mit Magie und Skeletten füllte. Der Streit hinderte sie weniger, als er Außenstehenden glauben ließ.
Skarvald stürmte auf entfernte Gegner zu, warf sie mit Steinschlägen zurück und steigerte sich in Zorn, wenn Widerstand länger dauerte. Der Konstrukteur behandelte den Kampf wie eine Mauer, die mit genügend Wucht nachgeben musste. Jeder Körper vor ihm war ein Hindernis, das nicht verstanden, sondern aus dem Weg geräumt werden sollte.
Fiel Skarvald vor Dalronn, blieb sein Geist im Raum und kämpfte weiter. Er konnte nicht mehr verwundet oder aufgehalten werden. Der Tod nahm ihm den Körper, aber nicht den Auftrag und nicht die Nähe zum Partner. Erst Dalronns Ende löste auch Skarvalds Geist aus der gemeinsamen Schlacht.
Ein Bauwerk aus zwei Leben
Die klügste Antwort bestand darin, beide nahezu gleichzeitig zu bezwingen. Dadurch wurde die Beziehung selbst zur eigentlichen Festung. Wer nur die sichtbare Gefahr beseitigte, ließ eine unberührbare Version zurück. Skarvald hatte Tunnel und Mauern errichtet, doch sein dauerhaftestes Bauwerk war die Verbindung mit einem Mann, den er bei jeder Gelegenheit beschimpfte und selbst im Tod nicht verließ.