Der Weg nach Burg Utgarde
Burg Utgarde erhob sich über dem Heulenden Fjord als erste große Festung der erwachten Vrykul. In ihren Schmieden, Tunneln und Hallen verband der Drachenschinderklan seine alte Kriegskultur mit dem Dienst am Lichkönig. Prinz Keleseth übermittelte den Willen der Geißel, während Ingvar Brandschatzungen gegen Valgarde lenkte und jeder geschlagene Verteidiger als Material für einen zweiten, untoten Krieg zurückkehren konnte. In Prinz Keleseth erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Keleseth gehörte zu den San'layn, jenen gefallenen Hochelfen, die Arthas nach dem Untergang Quel'Thalas' in bluttrinkende Diener der Geißel verwandelt hatte. Sein Titel erinnerte an Adel, doch sein Hof bestand aus Krypten, Folterkammern und Befehlswegen des Lichkönigs. Er herrschte nicht über ein Volk, das ihm Treue schenken konnte. Seine Stellung beruhte auf der Macht, mit der die Geißel andere in Dienst zwang.
Lehrer einer neuen Generation von Todesrittern
In der Scharlachroten Enklave begegnete Keleseth den jungen Todesrittern von Acherus. Er ließ den Bürgermeister von Neu-Avalon ermorden, das Stadtregister rauben und Gefangene foltern, bis sie Wissen über die Scharlachrote Dämmerung preisgaben. Für den Prinzen war Wahrheit kein Gespräch zwischen Menschen. Sie war etwas, das unter genügend Schmerz aus einem Körper herausbrach.
Der Lichkönig sandte Keleseth in den Heulenden Fjord, weil die erwachten Vrykul eine gewaltige Quelle künftiger Zerstörung waren. Der Prinz musste sie kaum überreden. Ymirons Leute waren bereit, ihre alte Stärke mit der Unsterblichkeit der Geißel zu verbinden. Keleseth wurde zum Vertreter eines Bündnisses, in dem beide Seiten glaubten, die Grausamkeit des anderen für die eigene Größe nutzen zu können.
Augen und Ohren in Burg Utgarde
In Utgarde unterstützte Keleseth Ingvar bei der Organisation der Angriffe auf Valgarde und die umliegenden Stellungen. Der Vrykul lieferte rohe Gewalt und Krieger; Keleseth verband die Festung mit dem größeren Willen des Lichkönigs. So wurde eine alte Halle zum Stützpunkt eines modernen Feldzugs, der Schiffe, Siedlungen und Nachschubwege gleichzeitig bedrohte.
Im Kampf schloss Keleseth Menschen in Frostgräber ein und rief Skelette aus der Kälte. Die starre Hülle trennte ein Opfer von seinen Gefährten, während die Toten weiterkämpften. Seine Magie wiederholte damit die Ordnung der Geißel im Kleinen: Die Lebenden wurden bewegungsunfähig gemacht, die Toten erhielten gerade genug Bewegung, um neuen Tod zu bringen.
Der Prinz kehrt im Blutrat wieder
Keleseths Niederlage in Utgarde beendete seinen Dienst nicht dauerhaft. Später trat er gemeinsam mit Valanar und Taldaram als Rat der Blutprinzen in der Eiskronenzitadelle auf. Die Geißel behandelte selbst den Tod eines Prinzen nur als Unterbrechung. Was in der Burg fiel, konnte näher am Frostthron wieder aufstehen, solange der Lichkönig noch Verwendung für Namen, Körper und alte Titel hatte.