Die Wüste im Süden Kalimdors
Zwischen Tausend Nadeln, Un'Goro und dem Meer liegt eine weite Sandwüste. Ruinen, ausgetrocknete Täler und titanische Anlagen zeigen, dass Tanaris nicht immer nur ein Randland war. Im Süden verschlossen die Titanenhüter den Zugang nach Uldum, während im Osten die Zeit selbst in den Höhlen des Bronzedrachenschwarms bewacht wurde.
Wasser war knapp und bestimmte jede dauerhafte Siedlung. Reisende mussten Oasen, Brunnen und sichere Routen kennen. Sandstürme konnten Wege innerhalb kurzer Zeit unkenntlich machen. Diese Härte verhinderte jedoch nicht, dass mehrere Völker die Wüste zu ihrer Heimat oder zu einem Zentrum ihrer Pläne machten.
Zul'Farrak und die Sandfurys
Die Sandfurys, ein Stamm der Trolle, errichteten Zul'Farrak im Nordwesten. Ihre Stadt war keine verlassene Ruine, sondern ein bewohntes Heiligtum. Der Stamm verehrte unter anderem die gewaltige Hydra Gahz'rilla und verteidigte seine Gräber gegen Eindringlinge. Wie andere Trollvölker trugen die Sandfurys die Erinnerung an frühere Reiche in eine Gegenwart, in der fremde Mächte ihre Gebiete zunehmend umschlossen.
Abenteurer und Forscher drangen wegen Artefakten, Gefangenen und der Macht Gahz'rillas in die Stadt ein. Für Außenstehende wurde Zul'Farrak zu einem gefährlichen Ziel; für die Sandfurys war jeder solche Vorstoß ein Angriff auf eine der letzten Stätten, die sie noch vollständig kontrollierten.
Gadgetzan und der Preis der Neutralität
Das Dampfdruckkartell gründete Gadgetzan als ummauerte Handelsstadt. Goblins verkauften Vorräte, technische Dienste und Informationen an nahezu jeden Kunden. Marin Noggenfogger stieg vom geschäftstüchtigen Alchemisten zum Stadtoberhaupt auf. Seine Stadt lebte davon, dass die Feindschaften anderer nicht den Handel unterbrachen.
Neutralität bedeutete jedoch keine Sicherheit. Wüstenläufer bedrohten Karawanen, Piraten operierten von der Ostküste aus, und konkurrierende Goblins versuchten, aus jeder Krise Gewinn zu ziehen. Gadgetzan war erfolgreich, weil es die Gefahren der Wüste in Geschäfte verwandelte, nicht weil es sie beseitigte.
Die Höhlen der Zeit
Im Osten öffnet sich der Berg zu den Höhlen der Zeit. Nozdormu und der bronzene Drachenschwarm bewachten dort die Zeitwege Azeroths. Ihre Aufgabe bestand nicht darin, jede Tragödie zu verhindern. Sie sollten dafür sorgen, dass die festgelegte Geschichte nicht von Mächten verändert wurde, die sich durch Eingriffe in die Vergangenheit eine andere Gegenwart schaffen wollten.
Der Ewige Drachenschwarm griff entscheidende Ereignisse an: Thralls Flucht, die Öffnung des Dunklen Portals, die Schlacht am Hyjal und die Säuberung Stratholmes. Dadurch wurde Tanaris zum Zugang zu Orten und Jahren weit jenseits der Wüste. Hinter einer unscheinbaren Felswand lag ein Archiv, das nicht aus Büchern, sondern aus betretbaren Augenblicken bestand.
Uldum, Küste und Kataklysmus
Südlich von Tanaris lag Uldum lange hinter titanischen Toren und Illusionen verborgen. Nur wenige wussten, welche Anlagen und Völker jenseits der Grenze existierten. Als der Kataklysmus die Welt erschütterte, wurde der Zugang geöffnet. Zugleich brach das Meer in Teile der Wüste ein und gab Gadgetzan eine unmittelbare Küste.
Tanaris blieb damit kein unveränderliches Sandmeer. Trollstadt, Goblinhandel, Piratenküste, Zeitwege und Titanentor liegen in derselben Region, weil die Wüste über Jahrtausende immer wieder Dinge bewahrte, die anderswo längst überbaut oder vergessen worden wären.