Der Weg nach Zul'Farrak
Zul'Farrak war keine Ruine, in die zufällig Gegner einzogen, sondern die noch bewohnte Pyramidenstadt der Sandwüter. Ihre heiligen Wasser, Gräber und alten Opferstätten bewahrten Erinnerungen an eine Zeit, in der Trollreiche größere Teile von Kalimdor beherrschten. Unter Häuptling Ukorz Sandskalp wurde aus dieser Erinnerung ein gewaltsames Rückeroberungsversprechen. Tote dienten Hexendoktoren, Gefangene sollten geopfert werden, und im Herzen der Stadt schlief Gahz'rilla, eine Hydra, deren Hunger Religion und Politik zugleich zusammenhielt. In Gahz'rilla erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Als Trolle noch größere Teile von Tanaris beherrschten, errichteten sie Zul'Farrak um ein heiliges Becken. Aus diesem Wasser riefen sie Gahz'rilla. Ihre Schuppen knisterten vor Energie, ihre Köpfe überragten die Opfernden, und bald erschien ihr Bild in Ornamenten und Gebäuden der ganzen Stadt. Die Hydra war nicht nur ein verborgenes Tier. Sie wurde zum Gesicht des Ortes.
Halbgöttin oder Haustier
Legenden nannten sie eine Halbgöttin oder sogar ein geliebtes Haustier der Alten Götter. Welche Aussage wörtlich wahr ist, bleibt ungewiss. Für die Sandwüter genügte die überlieferte Nähe zu uralter Macht. Seit Jahrtausenden verehrten sie Gahz'rilla und maßen ihre eigene Bedeutung auch daran, dass ein solches Wesen in ihrer Stadt ruhte.
Die Beschwörung war ein gehütetes Geheimnis. Ein heiliger Hammer musste am Altar von Zul vorbereitet und im Becken benutzt werden. Selbst dann weckten die Trolle die Hydra nur, wenn genügend Opfer bereitstanden. Ehrfurcht und Furcht waren untrennbar: Gahz'rilla beschützte die Stadt nicht aus Dankbarkeit. Ihr eisiger Zorn musste mit Nahrung besänftigt werden.
Ein Gottbild mit Hunger
Als Gahz'rilla fiel, verlor Zul'Farrak mehr als eine mächtige Bestie. Ein zentrales Bild sandwüterischer Geschichte wurde verwundbar. Später versuchten Kultisten erneut, die Hydra zu stärken und gegen ferne Städte zu schicken. Darin lag die Gefahr ihrer Verehrung: Ein Wesen, das vielleicht nie um Tempel gebeten hatte, wurde durch Opfer und politische Sehnsucht immer wieder zur Waffe gemacht.