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Tausend Nadeln
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Tausend Nadeln

Tausend Nadeln war ein gewaltiger Canyon aus steilen Felssäulen, Taurensiedlungen und der Salzebene der Schimmernden Ebene. Der Kataklysmus flutete das Land und zwang seine Bewohner, auf den Spitzen einer versunkenen Welt weiterzuleben.

Das Land der steinernen Säulen

Südlich des Brachlands senkte sich die Erde zu einem langen Canyon. Unzählige Felssäulen ragten aus seinem trockenen Boden und gaben der Region ihren Namen. Wege führten über schmale Pfade und hölzerne Aufzüge in die Tiefe. Für Reisende war das Land schwer zugänglich; für die Tauren boten die hohen Nadeln Schutz und weite Sicht über die Schluchten.

Die Tauren errichteten auf einer der größten Säulen den Freiwindposten. Von dort beobachteten sie die Wege zwischen Feralas, Tanaris und dem Brachland. Die Siedlung war zugleich Handelspunkt und Verteidigungsstellung gegen Zentauren, Harpyien und die Grimtotem, die andere Höhen besetzt hielten.

Freiwind und die Grimtotem

Die Grimtotem gehörten zum Volk der Tauren, lehnten Cairnes enge Bindung an die Horde jedoch ab. In Tausend Nadeln kontrollierten sie den Dunkelwolkenwinkel und weitere befestigte Felsen. Ihre Kämpfer griffen Reisende und Rivalen an, während der Freiwindposten versuchte, den südlichen Zugang zur Horde offen zu halten.

Der Konflikt war deshalb kein Krieg zwischen fremden Völkern. Er führte mitten durch die Taurengesellschaft. Auf benachbarten Felssäulen standen sich Gruppen gegenüber, die dieselben Ahnen und viele Bräuche teilten, aber gegensätzliche Vorstellungen davon hatten, mit wem ihr Volk seine Zukunft verbinden sollte.

Die Schimmernde Ebene

Im Südosten öffnete sich der Canyon zu einem ausgetrockneten Salzsee. Die Schimmernde Ebene war flach, hell und nahezu frei von Hindernissen. Goblins und Gnome erkannten darin den idealen Ort für Wettrennen. Rennmaschinen rasten über den Salzgrund, Mechaniker erprobten neue Bauteile, und konkurrierende Werkstätten verwandelten die Einöde in ein ungewöhnliches technisches Zentrum.

Der Rennbetrieb brachte Händler und Reisende in eine Region, die sonst nur wenige dauerhafte Siedlungen trug. Gleichzeitig erinnerte der Salzgrund daran, dass hier einst Wasser gestanden hatte. Diese alte Landschaftsgeschichte wurde mit dem Kataklysmus plötzlich wieder gegenwärtig.

Als das Meer zurückkehrt

Todesschwinges Auftauchen brach die Küsten Kalimdors auf. Meerwasser strömte nach Tausend Nadeln und füllte den Canyon. Der Freiwindposten wurde zerstört, die Schimmernde Ebene verschwand unter Wasser, und nur die Spitzen vieler Felssäulen ragten noch aus der neuen Wasserfläche. Bewohner, die nicht rechtzeitig flohen, mussten Boote und schwimmende Plattformen zu ihrer neuen Heimat machen.

Die Überlebenden gaben die Region dennoch nicht auf. Tauren, Goblins und andere Gruppen richteten sich auf den verbliebenen Höhen ein. Aus Straßen wurden Wasserwege, aus Rennstrecken Tauchgründe, und alte Lager lagen nun auf dem Grund eines Binnenmeeres.

Eine Landschaft vor und nach der Flut

Tausend Nadeln bewahrt zwei deutlich verschiedene Epochen. Die ältere Region bestand aus Staub, Salz und senkrechten Wegen; die jüngere aus offenem Wasser und vereinzelten Inselspitzen. Der Übergang war kein langsamer Wandel, sondern eine Katastrophe, die innerhalb kurzer Zeit nahezu jeden vertrauten Ort unbrauchbar machte.

Gerade deshalb erzählt das Land viel über die Bewohner Kalimdors. Sie konnten ihre Städte verlieren, ohne ihre Bindung an die Region aufzugeben. Die Namen Freiwind, Dunkelwolke und Schimmernde Ebene blieben bestehen, auch als die Landschaft, die ihnen Bedeutung gegeben hatte, unter Wasser lag.