Ehre und StärkeBlackmoore
Shalamayne
Gegenstand

Shalamayne

Shalamayne entstand aus den Elfenklingen Shalla'tor und Ellemayne, als Varians geteiltes Wesen wieder eins wurde. Später trug die Waffe Anduins Hoffnung, Saurfangs letzten Kampf und die Narben seiner Versklavung als Königsgram.

Zwei Klingen für zwei Könige

Shalamayne begann nicht als eine Waffe. Shalla'tor und Ellemayne waren zwei alte Elfenklingen, einander ähnlich und doch eigenständig. Jaina Prachtmeer gab sie den beiden Gestalten Varians, nachdem Onyxias Magie den König von Sturmwind in zwei Körper gespalten hatte. Der eine trug Entschlossenheit und Zorn des Gladiators Lo'Gosh, der andere die zurückgedrängte, zweifelnde Seite des Herrschers. Jeder hielt eine Klinge, weil jeder nur einen Teil desselben Mannes verkörperte.

Im Kampf gegen Onyxia versuchte eine Hälfte, sich für die andere zu opfern. Als beide zugleich in die Magie der Drachenkönigin gerieten, fügte sich Varian wieder zu einer Person zusammen. Auch Shalla'tor und Ellemayne verschmolzen in seiner Hand zu Shalamayne. Die Waffe war damit mehr als ein scharfes Zeichen königlicher Macht. Ihre Form erzählte, dass Stärke nicht daraus entsteht, einen unerwünschten Teil seiner selbst abzuschneiden. Varian wurde ganz, als Mut, Wut, Zweifel und Verantwortung wieder denselben Willen tragen mussten.

Die Klinge des Wolfskönigs

Shalamayne begleitete Varian durch Kriege der Allianz und ließ sich bei Bedarf wieder in ihre beiden Hälften teilen. Diese Wandelbarkeit passte zu einem König, der lange zwischen Kämpfer und Staatsmann rang. Mit einer Klinge konnte er die geschlossene Macht eines Herrschers zeigen; mit zwei Schwertern trat Lo'Goshs rasende Geschwindigkeit hervor. Doch die Waffe entschied nicht, welche Seite führen sollte. Sie gehorchte dem Mann, der beide beherrschen musste.

Auf der Verheerten Küste hielt Varian mit Shalamayne die Dämonen zurück, damit die Überlebenden der Allianz entkommen konnten. Gul'dan zerstörte seinen Körper, doch die Klinge blieb zurück. Anduin fand sie später auf dem Schlachtfeld. Als seine Hand den Griff berührte, erschien ihm der Geist seines Vaters nicht als Forderung, Varian nachzuahmen, sondern als stiller Zuspruch. Shalamayne wurde zum Erbe, aber ein Erbe ist keine Anweisung, dieselben Schritte in denselben Stiefeln zu gehen.

Saurfangs letzter Zweikampf

Anduin führte Shalamayne im Kampf um Lordaeron und bewahrte sie sonst in Sturmwinds Kriegsraum. Vor Orgrimmar legte er die Waffe jedoch in Varok Saurfangs Hände. Der alte Orc wollte Sylvanas im Mak'gora entgegentreten und brauchte keinen Besitzanspruch, um mit einer Königsklinge zu kämpfen. Als Shalamayne sich für ihn in Shalla'tor und Ellemayne teilte, verbanden die Schwerter für einen Augenblick Sturmwind und Horde in einem gemeinsamen Widerstand gegen eine Kriegsherrin, die beide Völker verbraucht hatte.

Saurfang fiel, doch sein Angriff zwang Sylvanas, ihre Verachtung für die Horde offen auszusprechen. Anduin nahm die Klinge zurück und trug sie beim ehrenvollen Geleit des Orcs. Damit hatte Shalamayne einen zweiten früheren Träger, dessen Erinnerung später Gewicht bekam. Die Waffe gehörte rechtlich einem König; geschichtlich gehörte sie nun auch dem Augenblick, in dem dieser König sie einem Gegner von einst anvertraute, weil Ehre wichtiger geworden war als das alte Lagerdenken.

Königsgram und die fremde Hand

Im Schlund geriet Anduin in die Gewalt des Kerkermeisters. Dessen Schwurgeborene schmiedeten Shalamayne zur Trauerklinge Königsgram um und setzten einen Rest von Arthas Menethils Seele als Träger der Herrschaftsmagie ein. Die vertraute Silhouette blieb erkennbar, doch Runen und Dornen machten aus dem Erbstück eine Fessel. Durch die Klinge zwang Zovaal Anduin, die Siegel der Pakte zu rauben und Freunde anzugreifen.

Die Entweihung war gerade deshalb so grausam, weil Shalamayne für selbst gewählte Einheit gestanden hatte. Nun verband sie Körper und Tat gegen den Willen ihres Trägers. Anduin sah, was geschah, und konnte es nicht verhindern. Die Klinge machte ihn nicht schuldig im einfachen Sinn, aber sie ließ ihn die Handlungen miterleben, die mit seinen Bewegungen begangen wurden. So wurde aus Varians Erbe keine dunkle Verführung, sondern das Werkzeug einer Verletzung, die auch nach dem Ende der Beherrschung in Anduin blieb.

Die Teilung, die Freiheit brachte

Im Mausoleum der Ersten versuchten Verbündete, Anduin aus Zovaals Griff zu lösen. Als Königsgram seine Seele ganz zu verschlingen drohte, erschienen ihm Varian und Saurfang in einer Vision. Sie erinnerten ihn nicht an Siege, sondern an Tapferkeit und Ehre. Mit ihrer Hilfe gewann Anduin genug eigenen Willen zurück, packte die Waffe und trennte sie wieder in Shalla'tor und Ellemayne. Königsgram zerbrach, Arthas' letzter Seelenrest wurde freigesetzt, und Anduin war frei.

Danach trug er Ellemayne mit sich, während die beiden Hälften getrennt blieben. Shalamaynes Geschichte endet vorläufig also nicht in vollkommener Wiederherstellung. Das passt zu Anduin, der nach seiner Befreiung ebenfalls nicht einfach der alte König sein konnte. Manche Wunden werden nicht geheilt, indem alles sofort wieder zusammengefügt wird. Varian fand sich einst in der Vereinigung. Sein Sohn fand den ersten Schritt zurück zu sich in einer Teilung, die ihm erlaubte, wieder aus eigener Hand zu handeln.