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Schattenmondtal von Draenor
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Schattenmondtal von Draenor

Das Schattenmondtal des alternativen Draenor zeigt die Heimat, die in der bekannten Geschichte verloren ging. Karabor steht noch, doch Ner'zhuls Suche nach Macht und die Leerenenergie des Dunklen Sterns bringen auch diese friedliche Nachtlandschaft an den Rand des Untergangs.

Die Heimat, bevor sie verbrannte

Als Garrosh Höllschrei und Kairozdormu eine alternative Vergangenheit Draenors öffneten, erschien das Schattenmondtal in einer Gestalt, die in der bekannten Zeitlinie längst verloren war. Wälder und violette Wiesen lagen unter ewigem Sternenlicht. Der Tempel von Karabor stand unversehrt an der Küste, und die Draenei konnten ihren Glauben offen leben. Für Besucher aus Azeroth war diese Schönheit zugleich ein Blick auf das, was Gul'dans Verderbnis in ihrer eigenen Geschichte vernichtet hatte.

Der Schattenmondklan lebte in den Hügeln und pflegte weiterhin seine Ahnenrituale. Doch seine Stellung unter den Orcclans war schwach. Ner'zhul fürchtete, dass sein Volk im entstehenden Machtkampf untergehen würde. Aus dieser Furcht wuchs die Bereitschaft, verbotene Kräfte zu nutzen.

Ner'zhul und der Dunkle Stern

Über dem Tal schwebte K'ara, ein Naaru, der seine Verbindung zum Licht verloren hatte und in einen Zustand der Leere gefallen war. Die Orcs nannten ihn den Dunklen Stern. Frühere Anführer hatten seine Macht verboten, weil sie die Geister der Toten störte und jene in den Wahnsinn trieb, die sich ihr näherten. Ner'zhul kannte diese Warnungen und brach dennoch das Verbot.

Er tat es nicht aus gedankenloser Grausamkeit. Die Eiserne Horde verlangte Stärke, und Ner'zhul glaubte, nur eine furchtbare Waffe könne seinen Klan vor Bedeutungslosigkeit schützen. Genau darin lag sein Fehler: Er behandelte die Zukunft seines Volkes wie eine Rechtfertigung für jede Grenze, die er überschritt. Seine Schamanen entweihten Gräber, banden Geister und richteten die Leerenmacht des Dunklen Sterns gegen Karabor.

Karabor bleibt stehen

Die Draenei verteidigten den Tempel unter Velen, Yrel und ihren Priestern. Der Prophet erkannte, dass K'ara nicht aus Bosheit handelte, sondern von der Leere überwältigt war. Er opferte sein Leben und gab sein Licht an den Dunklen Stern weiter. K'ara wurde gereinigt, und die Waffe, mit der Ner'zhul Karabor vernichten wollte, kehrte zum Licht zurück.

Dieser Ausgang unterscheidet das alternative Tal grundlegend von der bekannten Scherbenwelt. Karabor fällt nicht. Die Draenei verlieren ihren Propheten, aber nicht ihr Heiligtum. Yrel tritt aus Velens Schatten hervor und übernimmt Verantwortung für ein Volk, dessen Zukunft nun offen ist. Ner'zhul zieht sich in die Schattenmondgrabstätte zurück und fällt dort im Kampf.

Ein Sieg, der nicht alle Konflikte beendet

Die Niederlage des Schattenmondklans schützt das Tal vor der unmittelbaren Vernichtung. Sie löst jedoch nicht die Spannungen zwischen Orcs und Draenei auf. Die Eiserne Horde führt anderswo Krieg, und viele Orcs betrachten Karabor weiterhin als feindliches Machtzentrum. Jahre später verändert sich Draenor erneut, als Yrels Lichtgebundene immer größeren Einfluss gewinnen und die Mag'har sich gegen ihre Forderung nach Einigkeit unter dem Licht stellen.

Damit bleibt das Tal auch in dieser Zeitlinie ein Ort religiöser Entscheidungen. Im ersten Konflikt missbraucht Ner'zhul die Leere, um seinen Klan zu retten. Später kann auch das Licht zum Zwang werden, wenn Gewissheit keinen Widerspruch mehr duldet. Die Landschaft ist heller als ihr Gegenstück in der Scherbenwelt, aber sie ist nicht frei von denselben Fragen nach Glaube, Angst und Macht.

Zwei Täler und zwei mögliche Geschichten

Die beiden Schattenmondtäler dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Das eine trägt die endgültigen Narben von Gul'dan, Ner'zhul und der Zerstörung Draenors. Das andere bewahrt Karabor und zeigt, dass einzelne Entscheidungen den Lauf der Geschichte verändern können. Doch auch dort entstehen neue Gefahren.

Gerade nebeneinander erzählen beide Orte mehr als jede Version für sich. Geschichte ist in Draenor kein gerader Weg. Sie hängt davon ab, wer in einer Krise welche Macht annimmt, welche Warnung er überhört und welchen Preis er anderen für die Rettung des eigenen Volkes auferlegt.