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Livias Geduld
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Livias Geduld

Livias Geduld war die südlichste arathische Siedlung Heilsturz'. Der gleichzeitige Angriff von Kobyss und Nerubern führte zur letzten Front, zu Anduins Gefangennahme und zum riskanten Flug der Reckoning nach Azj-Kahet.

Die südlichste Siedlung der Arathi

Livias Geduld lag südlich der Lichtschanze und weiter von den großen arathischen Stützpunkten entfernt als die meisten Siedlungen Heilsturz'. Ihre Bewohner lebten am Rand einer Landschaft, in der jeder Weg bewacht und jede heilige Flamme gepflegt werden musste. Fischer, Lampenanzünder, Soldaten und Familien hielten den Ort zusammen. Die Entfernung bot Raum für ein eigenes Leben, machte die Siedlung aber auch verwundbar. Hilfe musste erst gerufen werden, während Feinde aus Wasser, Höhlen und verborgenen Tunneln bereits vor Ort sein konnten.

Die Arathi waren nicht freiwillig nach Heilsturz gekommen. Eine Expedition ihres fernen Reiches war durch das Licht in die Tiefe versetzt worden und hatte sich unter Beledar eine neue Heimat geschaffen. Orte wie Livias Geduld waren deshalb mehr als Außenposten. Sie bewiesen, dass aus einer gestrandeten Streitmacht Familien und dauerhafte Gemeinden werden konnten. Jeder Hof und jede Werkstatt war Teil des Versuchs, in einer fremden Höhlenwelt nicht nur zu überleben, sondern wieder eine Gesellschaft aufzubauen.

Zwei Feinde greifen zugleich an

Der Angriff begann nicht an einer einzigen Front. Kobyss kamen aus den Gewässern und bedrängten die Siedlung offen. Gleichzeitig gruben sich Neruber durch den Grund des Sees. Die Kaheti umgingen damit jene Verteidigungen, die auf Straßen und sichtbare Annäherungen ausgerichtet waren. Als die Tunnel aufbrachen, standen die Bewohner zwischen Angreifern, die aus verschiedenen Richtungen kamen und unterschiedliche Ziele verfolgten. Die Kobyss wollten Beute und Opfer; die Neruber suchten Gefangene und einen Weg, die südliche Ordnung der Arathi zu zerbrechen.

Die Reckoning traf mit Faerin Lothar, Anduin Wrynn, Generalin Stahlschlag und dem Großen Kyron ein. Ihre Besatzung versuchte, Zivilisten auszufliegen, Wege freizukämpfen und die nerubischen Belagerungswaffen auszuschalten. Anduin stellte sich den Ballisten entgegen, deren Geschosse die Fluchtwege bedrohten. Seit den Ereignissen in den Schattenlanden trug er Zweifel an sich und seiner Verbindung zum Licht mit sich. In Livias Geduld handelte er trotzdem, weil Menschen unmittelbar Schutz brauchten. Gerade diese Entscheidung brachte ihn tiefer in die Gefahr.

Die letzte Front zerbricht

Nicht alle Bewohner konnten gerettet werden. Die Verteidigung brach unter dem Druck zweier Angriffe zusammen, und die Kaheti nahmen Anduin gefangen. Für Faerin war dies mehr als der Verlust eines wichtigen Verbündeten. Anduin hatte sich den Arathi nicht als Herrscher aufgedrängt, sondern an ihrer Seite gearbeitet. Ihn zurückzulassen hätte bedeutet, jemanden aufzugeben, der gerade für ihre Leute sein Leben riskiert hatte. Die Reckoning nahm Überlebende auf, doch statt in Sicherheit zurückzukehren, bereitete sich ihre Besatzung auf die Verfolgung vor.

Livias Geduld blieb hinter ihnen als verlorene Siedlung zurück. Häuser, Wege und die alltäglichen Spuren ihrer Bewohner wurden zu einem besetzten Schlachtfeld. Der Fall traf Heilsturz auch deshalb so schwer, weil er die Grenzen arathischer Kontrolle offenlegte. Dämmerwachten und Luftschiffe konnten schnell reagieren, aber sie konnten einen Gegner nicht vollständig aufhalten, der unter Seen hindurchgrub und Menschen lebend in die Tiefe verschleppte. Die letzte Front endete daher nicht mit einem klaren Sieg oder einer geordneten Evakuierung. Sie ging unmittelbar in eine Rettungsmission über.

Von der verlorenen Siedlung nach Azj-Kahet

Faerin und Alleria Windläufer führten die Reckoning in Richtung des Flüsternden Abgrunds. Sie wollten Anduin finden, bevor die Neruber ihn tiefer nach Azj-Kahet brachten. Der Flug führte das arathische Schiff in ein Gebiet, für das es nicht gebaut und auf das seine Besatzung kaum vorbereitet war. Nerubische Ballisten trafen die Reckoning, Netze fingen Teile des Schiffs ein, und schließlich stürzte es ab. Aus den Überlebenden entstand später Faerins Vorstoß, ein Lager, das den Krieg direkt vor Ansureks Herrschaft trug.

Damit wurde Livias Geduld zum Anfang einer viel größeren Bewegung. Der Ort selbst war verloren, doch die Menschen, die dort kämpften und flohen, nahmen seine Geschichte mit. Anduins Gefangennahme führte Faerin nach Azj-Kahet; der Absturz der Reckoning schuf einen neuen arathischen Stützpunkt; die Begegnungen in der Tiefe verbanden Heilsturz mit den Gegnern Königin Ansureks. Keine dieser Folgen machte das Leid der Siedlung notwendig oder sinnvoll. Sie zeigten vielmehr, wie eine örtliche Katastrophe den Blick eines ganzen Volkes erweitern konnte. Die Arathi erkannten, dass ihre Sicherheit nicht allein an den Grenzen Heilsturz' entschieden wurde, sondern auch in den Reichen unter ihnen.