Eine Wacht an der südlichen Grenze
Die Lichtschanze steht im Süden Heilsturz' dort, wo die arathischen Siedlungen in gefährlichere Gebiete übergehen. Sie gehört zu den Dämmerwachten, jenen befestigten Türmen und Außenposten, von denen aus die Arathi Wege sichern und das Licht heiliger Flammen weitertragen. Für ein Volk, das sich in einer fremden Höhlenwelt behaupten musste, waren solche Orte keine Zierde. Sie hielten Verbindungen offen, meldeten Angriffe und gaben Reisenden einen geschützten Halt zwischen den Siedlungen.
Die Schanze besaß außerdem ein Dock für die Reckoning. Das Luftschiff erweiterte die Reichweite der Verteidiger weit über Straßen und Brücken hinaus. Mit ihm konnten Soldaten rasch verlegt, Verwundete ausgeflogen und bedrohte Orte erreicht werden. Solange die Reckoning dort lag, war die Lichtschanze nicht nur Grenzposten, sondern einer der beweglichsten militärischen Stützpunkte Heilsturz'.
Der Hilferuf aus Livia's Patience
Die entscheidende Prüfung begann mit Nachrichten aus Livia's Patience. Kobyss griffen die Siedlung an, und beinahe gleichzeitig bewegten sich Neruber unter dem See. Sie hatten Tunnel durch den Grund gegraben und umgingen damit Befestigungen, die auf einen Angriff über Land vorbereitet waren. Die Arathi sahen sich zwei Fronten gegenüber: räuberischen Kobyss und einer organisierten Kaheti-Armee, die Bewohner nicht nur töten, sondern verschleppen wollte.
An der Lichtschanze kamen Faerin Lothar, Anduin Wrynn, Generalin Stahlschlag und der Große Kyron zusammen. Niemand konnte wissen, ob die Meldungen vollständig waren, doch Warten hätte die Siedlung preisgegeben. Die Reckoning wurde bemannt und zum Ausgangspunkt einer Rettungsmission. Damit änderte sich die Aufgabe des Außenpostens. Aus einer Wacht, die Gefahren beobachten sollte, wurde der Ort, von dem aus die Arathi unmittelbar in den Krieg zogen.
Die letzte Front
In Livia's Patience trafen die Helfer auf eine bereits zerbrechende Verteidigung. Lampenanzünder und örtliche Kämpfer waren überfordert, Zivilisten suchten Fluchtwege, und nerubische Belagerungswaffen schnitten Wege ab. Anduin zerstörte Teile dieser Waffen, während die Reckoning Menschen aufnahm. Dennoch konnte nicht jeder gerettet werden. Die Kaheti eroberten die Siedlung und nahmen Anduin gefangen.
Die Reckoning brachte Überlebende fort, kehrte aber nicht einfach zur Lichtschanze zurück. Faerin entschied sich für die Verfolgung in Richtung Azj-Kahet. Der Außenposten verlor dadurch sein wichtigstes Luftschiff und viele seiner Verteidiger. Was als Rettung begonnen hatte, führte weit über die vertraute Grenze hinaus. Die Lichtschanze blieb zurück als sichtbarer Anfang einer Kette von Ereignissen, die schließlich zum Absturz der Reckoning und zur Gründung von Faerins Vorstoß führte.
Was eine Grenze nicht aufhalten kann
Die Geschichte der Lichtschanze zeigt, wie wenig eine feste Linie bedeutet, wenn ein Gegner unter ihr hindurchgeht. Türme, Patrouillen und heilige Flammen konnten Angriffe abwehren, die aus bekannten Richtungen kamen. Ansureks Neruber nutzten dagegen Tunnel, Überraschung und Entführungen. Sie griffen nicht nur Mauern an, sondern die Vorstellung der Arathi, Heilsturz lasse sich durch eine Reihe bewachter Punkte dauerhaft sichern.
Trotzdem war die Schanze nicht nutzlos. Ohne ihre Besatzung und das dort stationierte Luftschiff wären weit weniger Menschen aus Livia's Patience entkommen. Ihr Wert lag nicht darin, jede Katastrophe zu verhindern, sondern darin, im Augenblick der Gefahr handlungsfähig zu bleiben. Nach dem Verlust der Reckoning musste die südliche Verteidigung neu geordnet werden. Die Lichtschanze erinnerte die Arathi fortan daran, dass ihre Heimat nicht an einer Mauer endete. Jede gerettete Siedlung, jeder offene Weg und jedes rechtzeitig entzündete Signal gehörten zu einem Schutz, der ständig erneuert werden musste.