Ehre und StärkeBlackmoore
Lasan Himmelshorn
Charakter

Lasan Himmelshorn

Lasan Himmelshorn ist der junge Häuptling des Himmelshornstamms der Hochbergtauren. Mit seinem Riesenadler Aviash verteidigte er die Hochlande gegen Harpyien, Dargrul und die Brennende Legion, ehe er Mayla Hochberg bei der Einigung der Stämme und später die Horde unterstützte.

Ein junger Häuptling über den Wolken

Lasan wuchs bei den Himmelshorn auf, einem Stamm der Hochbergtauren, dessen Dörfer an steilen Hängen und auf schwer zugänglichen Gipfeln lagen. Die Himmelshorn teilten ihren Lebensraum mit gewaltigen Adlern. Zwischen beiden Völkern bestand keine einfache Beziehung von Reiter und Reittier. Die Tauren pflegten Nester, begleiteten junge Adler und verdienten sich das Vertrauen jener Tiere, die sie später durch die Berge trugen. Lasans engster Gefährte war Aviash, ein Riesenadler, mit dem er die Hochlande aus einer Sicht kannte, die kaum ein Fremder teilen konnte.

Als Sohn des Häuptlings Ulan Himmelshorn erbte Lasan nicht nur einen Namen, sondern die Erwartung, seinen Stamm eines Tages zu führen. Er war stolz, temperamentvoll und leichter für ein gewagtes Unternehmen zu begeistern als für langwierige Beratungen. Hinter dieser unbekümmerten Art stand jedoch echte Verantwortung. Lasan kannte jeden Pfad, auf dem Harpyien die Nester bedrohten, und wusste, dass ein einziger unbewachter Zugang genügen konnte, um ein ganzes Dorf von der Außenwelt abzuschneiden.

Dargrul zerbricht den Frieden

Der Frieden Hochbergs endete, als Dargrul, Häuptling der Unterkönige, den Hammer von Khaz'goroth stahl. Das titanische Relikt gab ihm die Macht, Stein und Erde gegen seine Feinde zu wenden. Ulan stellte sich ihm entgegen und wurde getötet. Für Lasan geschah der Wechsel an der Spitze seines Stammes deshalb nicht bei einer feierlichen Übergabe. Er wurde Häuptling, während der Mörder seines Vaters noch durch die Berge zog und die verbündeten Stämme auseinanderbrachen.

Mayla Hochberg versuchte, Flussmähnen, Himmelshorn und Bluttotem wieder zu vereinen. Lasan blieb zunächst bei seinem eigenen Volk. Die Harpyie Ormgul und die Hohe Krächzerin nutzten das Chaos, griffen die Gipfel an und bedrohten die Adler. Der junge Häuptling musste zuerst beweisen, dass er die Menschen unmittelbar unter seinem Schutz nicht für einen größeren Feldzug opferte. Gemeinsam mit Verbündeten säuberte er die Nester, rettete Aviash und brach die Macht der Harpyien über die Gipfel.

Die Stämme von Hochberg

Erst nachdem Himmelshorn gesichert war, führte Lasan seine Krieger zu Mayla. Der Weg dorthin war mehr als eine militärische Entscheidung. Die Hochbergstämme hatten lange nebeneinander gelebt und sich auf gemeinsame Ahnen berufen, ohne im Alltag einer einzigen Führung zu gehorchen. Dargruls Angriff zeigte, dass diese Unabhängigkeit zur Schwäche werden konnte, wenn jeder Stamm nur seine eigene Schlucht verteidigte. Lasan akzeptierte Maylas Vorrang, weil Einigkeit nun über das Überleben aller entschied.

Im Neltharions Hort kämpften die vereinten Tauren gegen Dargrul. Lasan sah dort den Mann fallen, der seinen Vater getötet und Hochberg in den Krieg gestürzt hatte. Der Sieg stellte die alte Welt dennoch nicht vollständig wieder her. Die Bluttotem hatten sich der Brennenden Legion angeschlossen, und ihre Entscheidung bewies, dass die Gefahr nicht allein von außen gekommen war. Lasan blieb Maylas Verbündeter und half, aus mehreren verwundeten Stämmen wieder ein gemeinsames Volk zu formen.

Krieg gegen die Legion

Als die Legion Hochberg angriff, trug Lasan den Kampf weit über die eigenen Gipfel hinaus. Mit Aviash konnte er Kundschaft über unwegsamem Gelände leisten, Truppen rasch verlegen und Orte erreichen, die für gewöhnliche Reiter unerreichbar blieben. Seine Kühnheit, die zuvor wie jugendlicher Übermut gewirkt hatte, wurde nun zu einer Stärke. Er kannte die Höhe nicht als Hindernis, sondern als Heimat.

Lasan kämpfte auch an der Küste von Sturmheim und beteiligte sich am Angriff auf die Legion. Dabei lernte er Verbündete kennen, deren Kriege viel älter und größer waren als die Fehden Hochbergs. Trotzdem blieb sein Maßstab konkret: Ein Sieg war nur dann etwas wert, wenn danach Menschen in ihre Häuser zurückkehren, Adler ihre Nester beziehen und die Stämme wieder ohne Furcht zwischen den Gipfeln reisen konnten.

Hochberg und die Horde

Nach dem Ende der Legion suchte Mayla einen dauerhaften Platz für ihr Volk in der weiteren Welt. Die Hochbergtauren schlossen sich der Horde an, deren Tauren ihnen kulturell nahestanden. Lasan begleitete diese Entscheidung. Er kämpfte während des folgenden Fraktionskrieges und half bei Einsätzen in Vol'dun. Für jemanden, dessen politische Erfahrung in einem Bund von Bergstämmen begonnen hatte, war die Horde ein wesentlich unübersichtlicheres Gefüge aus Völkern, Interessen und alten Feindschaften.

Lasan begegnete dieser Welt nicht als stiller Diplomat. Er blieb der Häuptling, der auf Aviash in eine Gefahr flog, bevor andere den Weg hinauf gefunden hatten. Doch die Verantwortung für seinen Stamm hatte ihn vorsichtiger gemacht. Der Tod Ulans und der Verrat der Bluttotem hatten gezeigt, wie teuer ein Bündnis werden konnte, wenn Macht wichtiger wurde als die Menschen, denen sie dienen sollte.

Ein Häuptling zwischen Tradition und Aufbruch

Später schloss sich Lasan der Drachenschuppenexpedition an. Die Reise zu den Dracheninseln führte ihn erneut in ein Hochland voller uralter Geschichten, Adler und Drachen. Dort war er nicht nur Krieger der Horde, sondern Vertreter eines Volkes, das seine eigene Verbindung zu Bergen, Himmel und Ahnen mitbrachte. Die Expedition passte zu seiner Neugier und zu der alten Lebensweise der Himmelshorn: Wer die Welt verstehen wollte, musste sie manchmal von oben betrachten und dennoch wissen, wo er landen konnte.

Lasan ist kein Gründer eines Weltreichs und kein Träger kosmischer Macht. Seine Geschichte handelt davon, wie ein junger Mann nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters in eine Aufgabe hineinwächst. Er schützt zunächst ein Dorf, dann einen Stamm und schließlich einen Bund, der weit über Hochberg hinausreicht. Aviash bleibt dabei mehr als ein eindrucksvolles Reittier. Der Adler erinnert daran, dass Lasans Autorität aus einer Beziehung erwuchs, die auf Vertrauen statt auf Beherrschung beruhte.