Die Tochter am Ratstisch
Mayla war die Tochter des Hochhäuptlings Ulan Hochberg und Nachfahrin Hulns. Als die Brennende Legion zurückkehrte, versammelte Ebenhorn die Häuptlinge der Hochbergtauren und Dargrul, den Unterkönig der Drogbar. Mayla brachte Nachricht von der Niederlage an der Verheerten Küste. Noch während beraten wurde, zerschlug Dargrul den Frieden, tötete Ulan und raubte den Hammer von Khaz'goroth.
Mayla erbte in diesem Augenblick einen Titel ohne gesichertes Volk. Die Flussmähnen, Himmelshörner und Bluttotems hatten eigene Bedürfnisse, während die Drogbar aus den Tiefen angriffen. Torok Bluttotem wählte die Macht der Legion und machte seinen Stamm zur Teufelsbrut. Mayla konnte sich nicht auf Hulns Namen berufen und erwarten, dass alle Geweihe sich deshalb wieder in dieselbe Richtung wandten.
Der Weg durch vier Stämme
Mit fremder Hilfe suchte Mayla die getrennten Gemeinschaften auf. Die Flussmähnen mussten ihre verseuchten Felder retten, die Himmelshörner gegen Harpyien bestehen, und im Land der Bluttotems zeigte sich das Ausmaß des Verrats. Jede gewonnene Unterstützung verlangte, zuerst die konkrete Not eines Stammes ernst zu nehmen. Einheit begann nicht mit einem Befehl aus Donnertotem, sondern damit, dass niemand im eigenen Tal allein gelassen wurde.
Ebenhorn führte Mayla zugleich durch Visionen von Huln. Dort sah sie nicht nur große Siege, sondern Entscheidungen, deren Ausgang der Ahne nicht kennen konnte. Am Ende enthüllte der Geistwandler seine wahre Gestalt als Ebyssian. Die jahrtausendealte Treue des schwarzen Drachen bestätigte Maylas Linie, ohne ihr die Führung abzunehmen. Sie musste selbst zu der Hochhäuptlingin werden, der er weiter dienen konnte.
Der Hammer kehrt zurück
Dargrul zog sich mit dem Hammer in Neltharions Hort zurück. Mayla und ihre Verbündeten folgten ihm in die Tiefe, wo Drogbar und die Hinterlassenschaften des Erdwächters aufeinandertrafen. Dargrul wollte die Säule der Schöpfung als Beweis benutzen, dass rohe Macht ihm das Recht auf Hochberg gab.
Nach seinem Tod kehrte der Hammer zurück, und die Stämme versammelten sich wieder. Maylas Sieg bestand nicht darin, die alte Ordnung unverändert wiederherzustellen. Ein Stamm hatte sich gespalten, ihr Vater war tot und die Legion bedrohte weiterhin die Inseln. Die neue Gemeinschaft wusste nun, dass auch ein vertrauter Platz am Ratstisch Verrat verbergen konnte.
Eine selbst gewählte Horde
Nach dem Krieg nahm Mayla Baines Einladung nach Donnerfels an. Als alte Dunkelheit Ebyssian zu verschlingen drohte, halfen Baine und ein Hordenstreiter, ihn zu retten. Mayla sah dabei nicht nur militärische Stärke. Sie sah Verwandte, die einem schwarzen Drachen halfen, weil sein Leben und seine Treue mehr galten als die Furcht vor seiner Herkunft.
Die Hochbergtauren traten der Horde bei. Während des Vierten Krieges wurde diese Wahl schmerzhaft geprüft. Als Sylvanas Baine wegen der Rettung Derek Prachtmeers einkerkern ließ, fragte Mayla offen, ob ihr Volk den Berg je hätte verlassen sollen. Später schloss sie sich Saurfangs Aufstand an. Treue bedeutete für sie nicht, jede Handlung der Horde zu verteidigen, sondern für jene Horde einzustehen, deren Ehre den Beitritt überhaupt gerechtfertigt hatte.
Die Hochhäuptlingin im größeren Rat
Mayla nahm als Vertreterin ihres Volkes im Hordenrat Platz. Sie begrüßte die Dunkelkrallen der Dracthyr, weil sie Ebyssians Urteil vertraute, wusste aber zugleich, dass der Rat mehr als das Wort einer Freundin brauchte. Aus ihrer eigenen Geschichte kannte sie den Unterschied zwischen persönlicher Gewissheit und der Verantwortung, andere auf einen gemeinsamen Weg mitzunehmen.
Auf den Dracheninseln half sie Zentauren und grünen Drachen gegen Fyrakks Angriffe. Darin lag keine Abkehr von Hochberg. Die Berge hatten sie gelehrt, dass niemand in einem Krieg um seine Heimat allein stehen sollte. Mayla trägt Hulns Namen, doch sie führt nicht als Nachbildung ihres Ahnen. Ihre Stärke zeigt sich dort, wo sie Zugehörigkeit wählen, an ihr zweifeln und sie anschließend bewusster verteidigen kann als zuvor.