Eine Schurkenmeisterin der Verlassenen
Kiryn ist eine Verlassene und erfahrene Schurkin. Sie kennt sich mit Anatomie, Häuten und Giften aus und behandelt ihre Wurfsterne entsprechend. Ihr Titel Schattenmeisterin beschreibt ihre Fähigkeiten in Tarnung und lautloser Tötung. Gleichzeitig konnte sie als Ausbilderin, Händlerin und zeitweise als Gastwirtin dienen. Damit war sie für eine kleine Expedition besonders wertvoll: Sie konnte kämpfen, Vorräte verwalten und andere in praktischen Fertigkeiten unterweisen.
General Nazgrim nahm sie auf die Höllschreis Faust, das Luftschiff der ersten Hordeexpedition nach Pandaria. Der Auftrag sollte in unbekanntem Gebiet einen Brückenkopf schaffen. Als das Schiff abgeschossen wurde, überlebten nur Nazgrim, Kiryn, Shokia, Rivett Klammerknall, ein Hordeheld und wenige weitere. Aus einer geplanten Landung wurde sofort ein Kampf ums Überleben.
Der Absturz im Jadewald
Die Überlebenden bewegten sich durch den Jadewald, griffen Allianzstellungen an und suchten lokale Verbündete. Bei der Piste der Starkarme stießen sie auf Waldhozen. Kiryn half, die Beziehungen zu Grobianhügel aufzubauen, blieb aber gegenüber den unberechenbaren Einheimischen vorsichtig. Der Hozen Riko wurde der Gruppe als Führer zugeteilt und begann rasch, sich für sie zu interessieren.
Jinyu aus Perlflossendorf, die mit der Allianz verbündet waren, nahmen Kiryn gefangen. Shokia wollte den Auftrag fortsetzen, doch Riko widersetzte sich und befreite sie. Als Kiryn für den verlangten Kuss ihre Maske abnahm, erschrak er vor ihrem untoten Gesicht. Später kehrte er dennoch zurück und rettete sie während des Angriffs auf das Dorf ein zweites Mal. Für Kiryn wurde aus dem lästigen Führer ein Gefährte, dessen Loyalität seine Ungeschicklichkeit übertraf.
Sha am Schlangenherzen
Vor der Schlacht am Schlangenherzen beobachtete Kiryn die neu ausgebildeten Hozen beim Fallschirmspringen. Der Konflikt zwischen Horde und Allianz hatte die einheimischen Völker bereits in gegnerische Lager gezogen. Als die Gewalt am Schlangenherzen ein Sha freisetzte, brach die Schlacht in eine Katastrophe um. Lehrensucher Cho und Mishi retteten Kiryn und andere Überlebende.
Im Kun-Lai-Gebirge erholte sie sich und unterstützte später pandarische Flüchtlinge, die sich der Horde angeschlossen hatten. Ihre Rolle wechselte vom aggressiven Vorstoß zur Sicherung einer Gemeinschaft, die durch denselben Krieg entwurzelt worden war. Die Erfahrung hielt sie allerdings nicht dauerhaft aus dem Fraktionskonflikt heraus.
Vorherrschaftsoffensive und Rebellion
Nach der Landung der großen Horde Streitmacht arbeitete Kiryn für die Vorherrschaftsoffensive. Vom Funkenraketenposten aus leitete sie Einsätze gegen Löwenlandung und half bei der Verteidigung des Herrschaftspunkts. Ihre Giftkenntnis und Tarnung passten zu einem Krieg, in dem beide Seiten Stützpunkte ausspähten, Sabotage betrieben und gegnerische Arbeiter angriffen.
Als Garrosh Höllschrei die Horde gegen innere Gegner wandte, schloss Kiryn sich den Dunkelspeerrebellen an. Beim Angriff auf Orgrimmar kämpfte sie im Untergrund gegen die Kor'kron. Sie versprach einem Verbündeten Hilfe, solange auf dem Weg genügend feindliche Leichen zurückblieben. Der makabre Ton war typisch für sie; die Entscheidung gegen Garrosh war dennoch politisch eindeutig.
Kiryn hinter der Maske
Kiryn spricht offen über Hunger, Leichen und ihre Freude an einem schnellen Tod. Das kann sie wie eine reine Karikatur der Verlassenen wirken lassen. Ihre Handlungen zeigen jedoch mehr. Sie bleibt bei einer zerstörten Expedition, hilft Flüchtlingen im Kun-Lai-Gebirge und stellt sich gegen einen Kriegshäuptling, der die eigene Horde unterdrückt.
Die Maske schützt nicht nur ihr Gesicht, sondern unterstützt ihre Rolle als Schurkin. Rikos erste Reaktion macht sichtbar, wie andere auf die körperlichen Folgen des Untods reagieren. Dass ihre Verbindung später fortbesteht, gibt Kiryn eine selten erzählte Beziehung zwischen einer Verlassenen und einem lebenden Hozen. Sie muss dafür weder ihren schwarzen Humor noch ihre Natur als Untote verstecken.
Riko und Gizmo
Viele Jahre später traf Kiryn Riko bei der Bronzenen Feier in Tanaris wieder. Beide wollten gemeinsam ein Haustier. Kiryn bevorzugte verständlicherweise ein Tier, das kein Futter benötigte, während Riko etwas Niedliches suchte. Die Wahl fiel auf den geisterhaften Gizmo. Riko gab das Tier wegen seines Geruchs bald wieder ab.
Der kurze Auftritt bestätigt, dass Kiryn und Riko nach Pandaria nicht getrennte Wege gingen. Ihre Beziehung wird nicht mit einem großen romantischen Abschluss erklärt, sondern durch gemeinsames Reisen und alltäglichen Streit. Für Kiryn ist das bemerkenswert: Eine Agentin, deren Beruf auf Geheimhaltung, Gift und Distanz beruht, behält ausgerechnet den lautesten und unberechenbarsten Führer ihrer ersten Pandariamission als dauerhaften Gefährten.