Eine Insel am Rand von Khaz Algar
Die Insel von Dorn liegt vor der Westküste Pandarias und bildet den Zugang zum unterirdischen Reich Khaz Algar. Titanische Aufzeichnungen bezeichneten die Region als Sektor AR-938. Berge, Küstenebenen und gewaltige, von den Titanen geprägte Bauwerke bestimmen die Landschaft. Im Zentrum liegt Dornogal, eine Stadt der Irdenen. Diese steinernen Wesen wurden einst als Arbeiter und Wächter geschaffen, entwickelten über lange Zeit jedoch eigene Bräuche, Berufe und Vorstellungen von Gemeinschaft.
Der Name der Insel erinnert an Dornic, einen titanischen Wächter. Gemeinsam mit Galan überwachte er die Anlagen und hielt an den Befehlen der Titanen fest. Als viele Irdene begannen, ihren vorgegebenen Aufgaben zu widersprechen, eskalierte der Konflikt. Die spätere Gesellschaft Dornogals entstand aus diesem Bruch. Manche Irdene folgen weiterhin ihren Edikten, andere wählen eigene Lebenswege, und wieder andere zerfallen körperlich oder geistig, wenn die alten Sicherheiten versagen.
Dornogal und die Hüter des Landes
Dornogal wurde zum politischen Mittelpunkt der Oberfläche. Der Rat von Dorn verwaltet die Stadt und hält Verbindungen zu den Tiefen Khaz Algars. Steinmetze, Maschinisten und Sturmreiter prägen den Alltag. Die Sturmreiter fliegen auf gewaltigen Krähen und verteidigen die Insel gegen Eindringlinge. Ihre Tradition zeigt, wie weit sich die Irdenen von reinen Konstrukten entfernt haben: Sie wählen Gefährten, bilden Familienverbände und erinnern sich an persönliche Verluste.
Außerhalb der Stadt liegen Siedlungen, Minen und Theater. Kobolde suchen nach Wachs und Rohstoffen, während die Irdenen alte Maschinen instand halten. Hinter dieser scheinbaren Ruhe wächst eine Krise. Der Kernweg, durch den neue Irdene ihre Aufgaben erhalten sollten, funktioniert nicht mehr zuverlässig. Immer mehr Bewohner müssen entscheiden, wer sie ohne die Stimme ihrer Schöpfer sein wollen.
Der Fall Dalarans
Die Oberfläche Azeroths erreichte die Insel nicht als friedliche Expedition. Khadgar führte Dalaran nach Khaz Algar, weil Visionen und Xal'ataths Aktivitäten auf eine neue Bedrohung hindeuteten. Xal'atath wartete auf diesen Schritt. Ihre nerubischen Verbündeten griffen die fliegende Stadt an, während sie selbst das Dunkle Herz gegen ihre Verteidigung einsetzte. Dalaran wurde über der Insel zerstört. Überlebende stürzten an die Küste, und Khadgar galt zunächst als verloren.
Damit wurde die Insel von Dorn zum ersten Schlachtfeld des Krieges in der Tiefe. Alleria Windläufer verfolgte Xal'atath, Anduin Wrynn half Verwundeten, und die Überlebenden suchten zwischen Trümmern nach ihren Gefährten. Für die Irdenen war das Auftauchen dieser Fremden ebenso einschneidend. Ein Konflikt, der in den unterirdischen Reichen lange vorbereitet worden war, brach plötzlich offen über ihrer Heimat aus.
Das Tor zu einem größeren Krieg
Von Dornogal aus führte der Weg in die Schallenden Tiefen, nach Heilsturz und schließlich nach Azj-Kahet. Die Insel wurde zum Sammelpunkt für Expeditionen und Flüchtlinge. Ihre Werkstätten versorgten die Verteidiger, während ihre Führer um die Zukunft der Irdenen rangen. Der Kampf gegen Xal'atath verband sich mit einer inneren Entscheidung: Sollten die Irdenen weiterhin auf Befehle warten, die vielleicht nie wieder kamen, oder ihre Gesellschaft selbst bestimmen?
Die Insel von Dorn steht damit am Beginn zweier Geschichten. Für die Ankommenden ist sie der Ort, an dem Dalaran fällt und die Bedrohung der Leere sichtbar wird. Für die Irdenen ist sie eine Heimat, deren lange Entwicklung endlich von der übrigen Welt wahrgenommen wird. Beide Geschichten treffen in Dornogal zusammen. Der Krieg zwingt alte und neue Bewohner, einander nicht nur als Werkzeuge gegen Xal'atath zu betrachten, sondern als Gemeinschaften mit eigener Vergangenheit und eigener Zukunft.