Draenors ungezähmtes Wachstum
Auf Draenor war Leben nicht immer eine sanfte oder schützende Kraft. In Gorgrond kämpfte das überwuchernde Pflanzenreich des Immergrünen Flors seit uralter Zeit gegen die steinernen Nachfahren Gronds. Die Botani dienten diesem Wachstum und wollten jede freie Fläche in Teil eines einzigen lebenden Reiches verwandeln.
Für sie waren Tiere, Orcs und Draenei keine gleichberechtigten Bewohner derselben Welt. Sie waren Körper, die von Ranken befallen und in neue Diener verwandelt werden konnten. Der Flor eroberte nicht mit Fahnen oder Verträgen. Er wuchs in andere Lebensformen hinein.
Der Außenposten der Kirin Tor
Die Kirin Tor errichteten in Gorgrond einen Stützpunkt, um Draenors Magie zu untersuchen und ein Portal nach Azeroth zu unterhalten. Die Anlage brachte Wissen und Versorgung, öffnete aber zugleich einen Weg zwischen zwei Welten. Solange die Magier sie kontrollierten, schien dieses Risiko beherrschbar.
Als die Botani den Außenposten überrannten, änderte sich die Bedeutung des Portals. Ranken wuchsen durch die Hallen, Forscher wurden getötet oder überwuchert, und die Natur Draenors fand eine offene Verbindung bis in die Nähe Sturmwinds.
Witherbark, Dulhu und Xeri'tac
Bleichborke war ein uralter Baum, dessen Lebenskraft von den Botani gelenkt wurde. Der Erzmagier Sol hatte versucht, die Anlage zu schützen, war jedoch selbst von der Macht des Ortes verdreht worden. Dulhu stand als gewaltiger Genesaur im Weg, während die Spinnenkönigin Xeri'tac in den überwucherten Bereichen ihre eigene Brut nährte.
Diese Wesen gehörten nicht alle derselben Befehlskette an. Der Flor schuf kein geordnetes Heer. Er brachte unterschiedliche Formen von Wachstum, Hunger und Verderbnis zusammen, die sich gegenseitig Raum gaben, solange sie die Herrschaft der bisherigen Bewohner beendeten.
Yalnu vor Sturmwind
Der Genesaur Yalnu erkannte die Bedeutung des Portals. Wenn er Azeroth erreichte, konnte sich der Flor auf einer Welt ausbreiten, die auf diese Form des Lebens kaum vorbereitet war. Er durchquerte die Verbindung und gelangte bis an den Rand Sturmwinds.
Die Verfolger stellten ihn dort, bevor er Wurzeln schlagen und weitere Botani nachziehen lassen konnte. Yalnu fiel, und das Portal wurde gesichert. Zum ersten Mal war damit unmittelbar sichtbar geworden, dass nicht nur die Eiserne Horde und die Legion Wege zwischen den Welten benutzen konnten.
Leben kann ebenfalls erobern
Der Immergrüne Flor stellt eine einfache Vorstellung infrage: dass Leben immer die Gegenkraft zu Zerstörung sei. Die Botani schufen Überfluss, aber keinen Raum für Freiheit. Alles sollte wachsen, solange es Teil ihres einen großen Organismus wurde.
Der Sieg im Flor bewahrte Azeroth vor dieser Ausbreitung und gab den Kirin Tor ihren Zugang zurück. Zugleich blieb eine Warnung. Ein Portal verbindet nicht nur Verbündete und Nachschub. Es erlaubt jeder Macht auf der anderen Seite, den Weg in umgekehrter Richtung zu nehmen.