Ehre und StärkeBlackmoore
Morchie
Bosse

Morchie

Morchie war eine alternative Chromie aus jener Zeitlinie, in der Nozdormu zu Murozond geworden war und die Ewigen herrschten. Sie wollte ihren Platz in der wahren Gegenwart behalten, verbarg sich zwischen weiteren Versionen ihrer selbst und hetzte den Gefährten verzerrte Abbilder ihrer eigenen Leben entgegen.

Der Weg nach Dämmerung des Ewigen

In der Dämmerung des Ewigen brach der Ewige Drachenschwarm in die Vergangenheit ein, um Nozdormus Verwandlung in Murozond zu erzwingen. Als Chromie Iridikron durch die Zeit verfolgte, geriet sie tatsächlich in eine veränderte Gegenwart, in der Murozond herrschte. Von dort musste sie sich durch die Folgen dieses einen umgeschriebenen Augenblicks zurück zum Bronzetempel kämpfen. In Morchie nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Chromie war die sterbliche Gestalt der Bronzedrachin Chronormu. Trotz ihrer gewaltigen Aufgabe begegnete sie der Zeit selten mit der kalten Distanz eines Amtes. Sie bewahrte Neugier, Freundschaft und die Überzeugung, dass ein vorhergesehenes Ende nicht allein deshalb gerecht sein musste. Gerade deshalb kämpfte sie so hart gegen Nozdormus vermeintlich unvermeidlichen Fall.

Morchie entstand aus einer anderen Zeitlinie. Dort war Nozdormu zu Murozond geworden, und der Ewige Drachenschwarm hatte die Herrschaft gewonnen. Sie war keine Verkleidung der bekannten Chromie und auch kein einfaches Trugbild. Morchie war eine mögliche Version derselben Person, geformt durch andere Entscheidungen und eine Welt, in der das Unheil längst zur Ordnung geworden war.

Warum sie bleiben wollte

Die wahre Zeitlinie bot Morchie etwas, das ihre Herkunft nicht besaß: einen Platz außerhalb des Zusammenbruchs, der sie hervorgebracht hatte. Sie genoss ihre Anwesenheit und wollte sie nicht aufgeben. Dass die Rettung Nozdormus ihre eigene Welt auslöschen würde, machte Chromies Ziel für sie zu einer persönlichen Bedrohung. Beide kämpften um Existenz, doch nur eine konnte die Zeitlinie behalten.

Morchie rief weitere Varianten ihrer selbst aus benachbarten Möglichkeiten und verbarg sich zwischen ihnen. Alle begannen denselben Drachenatem vorzubereiten, doch nur die echte Morchie vollendete ihn. Ein kleines sichtbares Merkmal verriet das Original. Die Gefährten mussten hinsehen, statt jede denkbare Version unterschiedslos anzugreifen.

Noch grausamer waren die vertrauten Gesichter, die Morchie aus ihrer Zeitlinie holte. Jedem Gefährten stellte sich eine Gestalt entgegen, die nur ihn verfolgte, als wäre eine persönliche Beziehung aus einer fremden Zukunft zum Feind geworden. Diese Abbilder ließen sich nicht einfach für alle gemeinsam beseitigen. Jeder musste seine eigene mögliche Geschichte durch den Raum führen.

Fallen für Freund und Feind

Überall entstanden Zeitfallen. Trat ein Gefährte hinein, erstarrte er in Stasis, während die ausgelöste Gegenreaktion alle verletzte. Doch auch die vertrauten Gesichter konnten gefangen werden. Die Gruppe musste ihre Verfolger absichtlich über die Fallen lenken und durfte dabei nicht selbst den falschen Schritt tun. Morchies Kontrolle über den Raum enthielt so die Antwort auf ihre eigenen Beschwörungen.

Zwischen den großen Täuschungen schleuderte Morchie Zeitsand in gerader Linie. In ihrer Drachengestalt brannte ihr Atem weitere Sandreste in die Körper der Getroffenen. Die Ewigen behandelten Zeit nicht als unsichtbaren Strom, sondern als Stoff, der sich sammeln, werfen und in Wunden zurücklassen ließ.

Die bekannte Chromie und Morchie teilten Herkunft, Begabung und selbst einen Hang zu verspielten Worten. Ihre entscheidende Trennung lag nicht in der Macht, sondern in der Haltung zur Möglichkeit. Chromie sah vorausgesagte Zukunft als etwas, das Verantwortung verlangt. Morchie sah die gewonnene Gegenwart als Besitz, den sie um jeden Preis verteidigen durfte.

Das Ende einer möglichen Person

Mit Morchies Niederlage verschwand nicht bloß eine feindliche Kopie. Eine wirkliche Möglichkeit verlor ihren Anspruch auf die wahre Zeitlinie. Der Sieg war notwendig, aber nicht gedankenlos. Zeitreisen machten sichtbar, dass jede Korrektur Welten ungeschehen lassen konnte, in denen Wesen sich selbst für ebenso wirklich hielten wie ihre Sieger.

Der Weg zum Bronzetempel war noch nicht frei. Ein alter Kampf zwischen Horde und Allianz war in die Zeitwege gesickert und hatte ein Schlachtfeld gebildet, das keiner eindeutigen Epoche angehörte. Abhängig davon, wer es betrat, wartete dort Grommash Höllschrei oder Anduin Lothar. Die Geschichte stellte zwei Völker ein weiteres Mal gegeneinander, obwohl das Schicksal der ganzen Zeitlinie auf dem Spiel stand.