Der Weg nach Sethekkhallen
In den Sethekkhallen suchten ausgestoßene Arakkoa nach einem verheißenen Gott und fanden vor allem die Wahnvorstellungen Klauenkönig Ikiss'. Der Kult deutete Auchindouns Zerstörung als Offenbarung, bog Elemente und Schatten unter seinen Willen und zwang selbst Anzu, den alten Rabengott, in eine Rolle, die seinem gebrochenen Volk neue Macht verschaffen sollte. In Anzu erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Anzu entstand mit Rukhmar und Sethe in den uralten Wäldern Araks. Er war körperlich kleiner als beide, besaß aber einen scharfen, neugierigen Geist. Während Rukhmar Sonne und Höhe liebte, suchte Anzu Schatten und die stillen Stunden der Dämmerung. Er untersuchte die Leylinien Draenors und entdeckte arkane Magie, lange bevor seine Kinder daraus eine Tradition formten.
Ein Zufluchtsort für alles Gefiederte
Anzu träumte von einem Arak, in dem gefiederte Wesen den Kämpfen zwischen Wachstum und Stein entkamen. Er brachte Rukhmar und Sethe dazu, gemeinsam Primals und Brecher zu vertreiben. Danach wachten die drei über verschiedene Teile des Landes. Anzu hütete die Raben in den Wäldern und bewies, dass seine liebste Einsamkeit ihn nicht daran hinderte, für eine gemeinsame Heimat zu handeln.
Sethe beneidete Rukhmar und wollte Anzu für einen Mord gewinnen. Anzu durchschaute ihn. Heimlich liebte er Rukhmar, ohne je den Mut zu einem Geständnis zu finden, und sandte einen Raben mit der Warnung. Rukhmar besiegte Sethe im Licht der Sonne. Doch im Sterben sprach die Windschlange einen Fluch, der Anzus Körper traf und dem gesamten Land später eine schwere Erbschaft hinterließ.
Flügel im Schatten
Sethes Fluch nahm Anzu die Fähigkeit zu fliegen und zog ihn in ein Schattenreich. Rukhmar verschlang einen Teil des verfluchten Fleisches, um die Ausbreitung zu verhindern, und aus der Verbindung ihrer beider Wesen ging die Linie der Arakkoa hervor. Sie trugen Rukhmars Anmut und Anzus Verstand, hielten den Rabengott jedoch lange fälschlich für tot.
Als Terokk in die Sethekk-Senke gestoßen und ebenfalls von Sethes Fluch erfasst wurde, bewahrte Anzu ihn vor völliger Verzweiflung. Er gab ihm und seinen Anhängern arkane wie schattenhafte Kräfte. Gemeinsam entstand Skettis als Zuflucht für jene, die Rukhmars Ordnung verstoßen hatte. Anzu war damit nicht nur Ahnherr, sondern Helfer eines Volkes, das im Fallen eine neue Gemeinschaft suchte.
Der Gott unter der Hand des Kults
Die Sethekk wollten Anzu aus dem Schattenreich zurückrufen und beherrschen. Nach Draenors Zerstörung gelang es ihnen. Seine verfluchte körperliche Gestalt erschien in der Scherbenwelt, sein Wille wurde gebrochen, und seine Macht sollte den Smaragdgrünen Traum angreifen. Ein Kult, der Erlösung für die Arakkoa versprach, machte aus einem ihrer ältesten Beschützer eine gefangene Waffe.
Mit den Essenzen dreier einst versiegelter Vogelgeister konnte Anzu in die Sethekkhallen gerufen werden. Adler, Falke und Habicht halfen, seiner Macht zu widerstehen, bis die beherrschte Gestalt fiel. Doch ein Gott mit Anhängern verschwindet nicht notwendig für immer. Anzus Niederlage löste den unmittelbaren Zwang der Sethekk; seine lange Geschichte aus Weisheit, Fluch und wiederkehrender Hoffnung blieb im Gedächtnis der Arakkoa bestehen.