Der Weg nach Sethekkhallen
In den Sethekkhallen suchten ausgestoßene Arakkoa nach einem verheißenen Gott und fanden vor allem die Wahnvorstellungen Klauenkönig Ikiss'. Der Kult deutete Auchindouns Zerstörung als Offenbarung, bog Elemente und Schatten unter seinen Willen und zwang selbst Anzu, den alten Rabengott, in eine Rolle, die seinem gebrochenen Volk neue Macht verschaffen sollte. In Klauenkönig Ikiss erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Ikiss gehörte zu den geachteten Gelehrten der Rukhmardiener. Doch er untersuchte Terokks Fall, dessen Wahrheit die herrschende Ordnung verborgen hielt. Beim ausgestoßenen Weisen Reshad suchte er eine Schrift mit der wirklichen Geschichte. Noch bevor er sie sicher fortbringen konnte, fanden ihn Soldaten. Sein Ruf, alles sei eine Lüge, war zugleich Anklage und Beginn seines eigenen Sturzes.
Die Sethekk-Senke
Die Rukhmardiener verbannten Ikiss und warfen ihn in jene Becken, die Sethes Fluch trugen. Er überlebte als gebrochener, flugunfähiger Arakkoa. Die Strafe bestätigte, dass seine alte Führung Wahrheit mit Gewalt unterdrückte. Sie gab ihm jedoch keine Klarheit darüber, was danach richtig war. Wunde, Erkenntnis und Demütigung wuchsen untrennbar zusammen.
Ikiss war so besessen von Terokks Geschichte, dass er sich schließlich für dessen Wiedergeburt hielt. Der Name des alten Klauenkönigs, der Ausgestoßenen Hoffnung gegeben hatte, wurde zum Anspruch auf Gehorsam. Ikiss erzählte nicht mehr nur eine verborgene Vergangenheit; er stellte sich selbst in ihr Zentrum und verlangte, dass jeder Zweifel an ihm als Verrat an Terokk erschien.
Vom Sethe-Kult zum unbekannten Gott
Zunächst verehrten die Sethekk die Macht Sethes, mit der sich sogar Anzu beherrschen ließ. Später wandten sie sich einem unbenannten Alten Gott zu. Ikiss empfing Träume und versprach seinen Anhängern eine Offenbarung. Weil der erwartete Gott keinen klaren Namen und keine prüfbare Stimme besaß, konnte fast jedes Zeichen in die gewünschte Richtung gedeutet werden.
Als Murmurs Ankunft Auchindoun zerriss, hielten Ikiss und Syth die Katastrophe für die Ankunft ihres Gottes. Sie führten die Sethekk in einen Flügel der Ruinen. Für die Draenei war der Ort ein Massengrab, für Ikiss ein bestätigter Traum. Diese Deutung machte fremdes Leid zur Kulisse seiner eigenen Erwählung.
Die Magie des Klauenkönigs
Ikiss blinkte durch seine Kammer, schützte sich mit arkanen Schilden und sammelte eine gewaltige Explosion, vor der nur die Säulen Deckung boten. Seine Macht war echt. Genau das machte seinen Irrtum gefährlich: Wer einen Raum mit Magie beherrschen kann, findet leicht Anhänger, die auch jede Behauptung über Vergangenheit und Götter für bewiesen halten.
Ikiss starb als Klauenkönig, aber nicht als wiedergekehrter Terokk. Sein Tod beendete den Anspruch, die Sethekkhallen seien der Anfang eines göttlich bestätigten Reiches. Die Wahrheit, die er einst gesucht hatte, blieb dennoch wichtig. Seine Geschichte warnt nicht vor Fragen an eine verlogene Ordnung, sondern davor, eine entdeckte Lüge durch eine neue zu ersetzen, in der man selbst unfehlbar wird.