Ehre und StärkeBlackmoore
Warlords of Draenor

Auchindoun

Auchindoun war die heilige Totenstadt der Draenei, bis Murmurs Ankunft sie sprengte und die Wälder ringsum zu Knochenwüsten machte. Ihre Hallen erzählen von gestörter Totenruhe, aber auch von den Auchenai, die selbst nach Draenors Zerbrechen zu ihren Toten zurückkehrten.

Auchindoun
Geschichte und Hintergründe

Die Stadt der bewahrten Seelen

Die Draenei errichteten Auchindoun in den Wäldern von Talador als Mausoleum und heilige Stadt ihrer Toten. Im Herzen der ersten Gruft ruhte D'ore, ein Naaru, dessen Licht beim Absturz der Genedar fast erloschen war. Seine verbliebene Kraft öffnete den Seelen der Verstorbenen einen Weg, auf dem sie mit den Lebenden verbunden bleiben konnten. Um diese stille Gegenwart wuchs ein Ort, an dem Abschied nicht Vergessen bedeutete.

Die Auchenai wachten über Hallen, Namen und Geister. Ihre Seelenpriester behandelten die Toten nicht wie Quellen nutzbarer Magie, sondern wie Angehörige einer Gemeinschaft, die den Tod überdauerte. Für ein Volk, das von Welt zu Welt vor der Legion geflohen war, besaß diese Aufgabe besonderes Gewicht. Auchindoun gab den Draenei einen festen Ort für jene, deren Gräber sie auf früheren Heimaten hatten zurücklassen müssen.

Der Augenblick, der Talador verbrannte

Nach dem Fall Shattraths suchten viele überlebende Draenei Schutz in Auchindoun. Exarch Maladaar organisierte die Verteidigung gegen Teron'gor und den Schattenrat. Als die Orchexenmeister den Widerstand nicht brechen konnten, griffen sie nach einer Macht jenseits ihrer Kontrolle. Sie wollten einen mächtigen Dämon herbeirufen und öffneten stattdessen Murmur den Weg in die Welt.

Schon Murmurs Ankunft genügte. Eine gewaltige Druckwelle riss Auchindoun auseinander, tötete zahllose Draenei und fegte die umliegenden Wälder fort. Wo zuvor Taladors Grün gestanden hatte, blieb die Knochenwüste. Der Schattenrat überwältigte die Überlebenden und band das Wesen notdürftig in den Tiefen. Ausgerechnet jene, die eine fremde Macht als Waffe hatten rufen wollen, mussten fortan verhindern, dass sie auch ihre eigenen Heere vernichtete.

Die Plünderung der Totenstadt

Draenors Zerbrechen machte aus dem beschädigten Heiligtum eine Ruine in der Scherbenwelt. Seine getrennten Hallen fielen an Eindringlinge, die in den Toten nur Vorteile sahen. Astrale plünderten Gräber nach Schätzen, Sethekk-Arakkoa suchten religiöse Macht, Dämonen drangen in die Krypten ein, und der Schattenrat hielt an den finstersten Tiefen fest. Jede Gruppe eignete sich einen Teil des Ortes an, doch alle lebten von derselben ursprünglichen Verletzung.

Auch unter den Auchenai zerbrach die alte Ordnung. D'ores geschwächter Zustand, die unzähligen gewaltsamen Tode und Jahre zwischen Geistern und Eindringlingen trieben manche Seelenpriester in Verzweiflung und Fanatismus. Exarch Maladaar wollte den Naaru erneuern, vergriff sich dabei jedoch an Seelen, die er eigentlich hätte hüten müssen. Die Wächter eines Grabes wurden so selbst Teil seiner Entweihung, nicht weil ihr alter Auftrag bedeutungslos geworden war, sondern weil sie seinen Verlust nicht ertragen konnten.

Das andere Auchindoun

Auf dem alternativen Draenor, das durch Garroshs Eingriff entstand, blieb Auchindoun zunächst unzerstört. Diese Totenstadt gehört nicht zu einer früheren Phase derselben Ruine, sondern zu einer abweichenden Zeitlinie. Dort leitete Maladaar die Auchenai als Sprecher der Toten, während das Herz Auchindouns seine Schutzanlagen speiste und die Verstorbenen weiterhin in geordneten Hallen ruhten.

Doch auch dieses Auchindoun wurde vom Schattenrat angegriffen. Die verräterische Seelenbinderin Nyami öffnete den Dämonen den Weg, und Teron'gor drang bis zur Versammlung der Seelen vor. Verteidiger und fremde Helden schlugen den Angriff zurück, bevor die Stadt wie ihr Gegenstück zerbrechen konnte. Teron'gor entkam dennoch nach seinem Sturz in die Tiefe und verschlang später so viele Seelen, dass er zu Blutschatten wurde. Die geretteten Mauern bewahrten den Ort, nicht jedes Leben in ihm.

Rückkehr zu den Toten

In der Hauptzeitlinie blieb Auchindoun lange ein Sinnbild der Verwundung. Dennoch kehrten Auchenai zurück und nahmen ihre alte Aufgabe wieder auf. Dass eine Totenstadt zurückerobert werden kann, macht ihre Zerstörung nicht kleiner. Es bedeutet vielmehr, dass die Verstorbenen erneut Namen und Hüter erhalten, nachdem sie über Jahre Beute, Brennstoff oder Hindernis für fremde Pläne gewesen waren.

Auchindoun verbindet deshalb Trauer mit Beharrlichkeit. Shattrath erzählt vom Fall einer lebenden Stadt, Karabor von einem entweihten Tempel, doch hier reicht der Krieg über den Tod hinaus. Die Draenei antworten darauf nicht, indem sie ihre Geister zurücklassen. Sie gehen in die gebrochenen Hallen, sammeln Erinnerungen und stellen eine Ordnung wieder her, die nie vollkommen dieselbe sein kann. In einem Reich aus Scherben ist schon dieser erneuerte Dienst ein stiller Widerspruch gegen alle, die glaubten, selbst Seelen ließen sich erobern.

Quellen

Warcraft Wiki: Auchindoun
Warcraft Wiki: Murmur
Warcraft Wiki: Auchindoun der alternativen Zeitlinie