Der Weg nach Auchindoun
Auchindoun war das heilige Mausoleum der Draenei, ein Ort, an dem die Seelen der Verstorbenen bewahrt und auf ihrem Weg begleitet wurden. Ein schützender Schild trennte diese Ruhe von Draenors Kriegen. Doch der Schattenrat brauchte keine Armee, solange eine Verräterin bereits Zugang zu den heiligsten Räumen besaß. Nyamis Sabotage machte aus dem Mausoleum einen Einfallspunkt für Dämonen und führte Teron'gor an eine Quelle unzähliger Seelen. In Kaathar der Wachsame nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die größten Krieger der Draenei konnten an der Schwelle zum Tod um einen letzten Dienst gebeten werden. Ihre Seele bewohnte dann einen gepanzerten Wachsamen, ein Konstrukt, das nicht alterte und Auchindoun über Generationen schützte. Diese Aufgabe war kein gewöhnlicher Untod. Sie entstand aus Zustimmung, Pflicht und dem Wunsch, die Zivilisation auch dann zu bewahren, wenn der sterbliche Körper bereits endete.
Kaathars neuer Körper
Kaathar nahm einen solchen Platz ein. Metall und heilige Energie ersetzten Fleisch, doch seine Erfahrung und Wachsamkeit blieben. Der neue Leib war für Schutz gebaut: breit, schwer und fähig, selbst große Angriffe von den Hallen fernzuhalten. Was er im Leben verteidigt hatte, wurde nach dem Tod zu seinem einzigen dauerhaften Horizont.
Kaathar bewachte den letzten verbliebenen Kristall, der Auchindouns Schild mit Energie versorgte. Fiel dieser Punkt, öffnete sich das Mausoleum für Angreifer. Die Bedeutung des Wächters lag deshalb nicht nur in seiner eigenen Kraft. Hinter ihm stand eine ganze Barriere, und hinter dieser Barriere ruhten die Seelen unzähliger Draenei.
Der Wachsame ritzte mit geheiligten Schlägen leuchtende Muster in den Boden und ließ sie auf sein Zeichen zugleich aufbrechen. Kaathar kämpfte nicht in blinder Bewegung. Er ordnete den Raum, schuf Zonen des Schutzes und der Gefahr und zwang jeden Eindringling, die Sprache seines Lichts rechtzeitig zu lesen.
Schutz hinter dem geworfenen Schild
Kaathar schleuderte einen gewaltigen Schild aus heiliger Energie. Kurz darauf flutete geweihtes Licht durch die Kammer. Ausgerechnet der Schild des Gegners bot die notwendige Deckung. Wer überleben wollte, musste verstehen, dass Kaathars Schutzfunktion stärker war als seine momentane Feindschaft: Selbst geworfen blieb der Schild ein Gegenstand, hinter dem Leben bewahrt werden konnte.
Kaathar wurde besiegt, und der Weg zum letzten Kristall öffnete sich. Sein Tod war kein Triumph über einen grausamen Herrscher, sondern der schmerzhafte Verlust eines Verteidigers in einer Lage, die Nyamis Verrat geschaffen hatte. Der Wachsame erfüllte seinen letzten Dienst bis zum Ende. Dass er die wahren Eindringlinge nicht mehr aufhalten konnte, machte sein Opfer nicht geringer.