Das Land um Auchindoun
Der Süden Terokkars war einst bewaldet. In seinem Zentrum lag Auchindoun, die große Totenstadt der Draenei. Dort wurden die Verstorbenen bestattet, und ihre Seelen fanden unter der Obhut der Auchenai Ruhe. Die weißen Kuppeln der Stadt waren nicht nur Gräber, sondern ein sichtbarer Ausdruck dafür, wie eng Erinnerung und Gemeinschaft bei den Draenei verbunden waren.
Auch andere Völker lebten in der Umgebung. Arakkoa zogen durch die Wälder, Dörfer lagen an den Wegen nach Shattrath, und Pilger kamen nach Auchindoun. Die heutige Leere der Knochenwüste war damals nicht vorstellbar.
Murmur und die Explosion der Totenstadt
Nach dem Fall der alten Horde suchte Ner'zhul nach Artefakten für seine Portale. In dieser unruhigen Zeit beschwor der Schattenrat in Auchindoun ein Wesen von gewaltiger elementarer Macht: Murmur. Die Ritualisten konnten es nicht vollständig beherrschen. Die freigesetzte Kraft ließ einen großen Teil der Totenstadt explodieren.
Die Druckwelle vernichtete die umliegenden Wälder und riss die Erde auf. Gräber wurden geöffnet, Gebäude stürzten ein und unzählige Seelen verloren ihre Ruhe. Wo zuvor Bäume gestanden hatten, blieb eine trockene, bleiche Ebene zurück. Ihre Farbe und die verstreuten Gebeine gaben ihr den Namen Knochenwüste.
Die Toten bleiben zurück
Auchindouns Ruinen zogen neue Mächte an. Der Auchenaikult versuchte, die Toten zu kontrollieren; der Schattenrat setzte seine Beschwörungen fort; Arakkoa suchten in den Hallen nach eigener Macht. In den zerrissenen Flügeln der Totenstadt trafen Trauer, Fanatismus und der Versuch aufeinander, aus einer Katastrophe Nutzen zu ziehen.
Die Knochenwüste ist deshalb nicht nur eine Folge des planetaren Zerfalls. Sie entstand durch eine konkrete Entscheidung und ein misslungenes Ritual. Zwischen den Ruinen wird deutlich, warum die Draenei Auchindoun nicht einfach aufgeben konnten. Solange die Seelen dort gebunden, gestört oder missbraucht wurden, blieb der Fall der Stadt eine offene Wunde ihres Volkes.