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Zwillingsimperatoren
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Zwillingsimperatoren

Vek'lor und Vek'nilash herrschten gemeinsam über die Qiraji in Ahn'Qiraj. Der eine gebot über Magie, der andere über körperliche Gewalt. Ihre geteilte Herrschaft bewachte den letzten Weg zu C'Thun und machte aus dem versiegelten Tempel erneut das Zentrum eines Krieges um Kalimdor.

Herrscher eines versiegelten Reiches

Hinter dem Skarabäuswall lag kein verlassenes Grab, sondern ein Reich, das Jahrhunderte auf seine nächste Gelegenheit wartete. Ahn'Qiraj war Stadt, Festung und Gefängnis zugleich. In seinen Tiefen ruhte C'Thun, einer der Alten Götter, dessen Einfluss selbst durch titanische Fesseln nicht vollständig gebrochen worden war. Über die Qiraji herrschten die Zwillingsimperatoren Vek'lor und Vek'nilash. Sie regierten nicht als unabhängige Könige, sondern als oberste Diener einer Macht, die ihre Gedanken und ihr Volk geformt hatte.

Die Brüder verkörperten zwei Seiten derselben Herrschaft. Vek'nilash führte die Klinge und widerstand Magie, Vek'lor gebot über Zauber und entzog sich gewöhnlichen Waffen. Diese Teilung war mehr als eine Eigenheit des Kampfes. Sie spiegelte die Ordnung der Qiraji: verschiedene Kasten und Formen, jede für einen bestimmten Zweck geschaffen, doch alle einem gemeinsamen Willen untergeordnet.

Vom Krieg der Sandstürme bis zur langen Wache

Lange vor der erneuten Öffnung der Tore waren die Qiraji aus Silithus hervorgebrochen. Im Krieg der Sandstürme bedrohten sie ganz Kalimdor. Nachtelfen und Drachen konnten sie nicht vernichten und errichteten deshalb den Skarabäuswall. Der Sieg bestand in einem Verschluss. Auf der einen Seite begann eine lange Wache, auf der anderen eine lange Vorbereitung. Vek'lor und Vek'nilash blieben im Tempel und bewahrten die militärische Ordnung ihres Volkes.

Die Jahrhunderte schwächten C'Thuns Einfluss nicht. Silithiden gruben sich durch den Süden, Kulte hörten die Stimme des Alten Gottes, und die Qiraji sammelten erneut Kräfte. Die Imperatoren ließen nicht nur Armeen wachsen. Ihnen wird auch die Erschaffung des Obsidiankonstrukts Moam zugeschrieben, eines Wesens, das titanische Baukunst gegen deren ursprünglichen Zweck wandte. So zeigte sich in Ahn'Qiraj immer wieder dieselbe Methode: Die Hinterlassenschaften der Ordnung wurden nicht zerstört, sondern umgeformt.

Die Tore öffnen sich erneut

Als die Bedrohung nicht länger eingedämmt werden konnte, sammelten Horde und Allianz gemeinsam die Mittel zur Öffnung des Skarabäuswalls. Das Szepter der Sandstürme wurde neu zusammengesetzt, und die vereinte Macht von Kalimdor marschierte nach Silithus. Vor den Toren kämpften Armeen gegen die Masse der Qiraji. Im Inneren führte der Weg durch eine Gesellschaft, die fast vollständig auf Krieg, Opfer und den Dienst an C'Thun ausgerichtet war.

Vek'lor und Vek'nilash standen im Herzen dieser Verteidigung. Wer zu ihnen gelangte, hatte bereits Generäle, Propheten und gewaltige Insektenwesen überwunden. Die Zwillinge waren die letzte weltliche Autorität vor C'Thun selbst. Ihr Thronraum machte deutlich, dass der Alte Gott nicht als einsamer Gefangener wartete. Um ihn herum bestand ein ganzes Reich, das seine Gefangenschaft als vorübergehenden Zustand betrachtete.

Zwei Körper, eine Herrschaft

Im Kampf ergänzten sich die Brüder so vollständig, dass ein Angriff auf den einen dem anderen Zeit zur Erholung gab. Vek'nilash zwang seine Gegner in die Nähe, während Vek'lor Feuer und Schatten über den Raum legte. Sie tauschten ihre Positionen und ließen kaum zu, dass eine Gruppe ihre Aufmerksamkeit dauerhaft auf nur einen Herrscher richtete. Erst als beide nahezu gleichzeitig fielen, zerbrach die Ordnung, die den Zugang zu C'Thun geschützt hatte.

Ihr Tod beendete die Herrschaft der Imperatoren, aber nicht die Geschichte der Qiraji. Hinter ihnen wartete C'Thun, und jenseits des Tempels blieben Silithiden und andere Nachkommen der Aqir über die Welt verteilt. Die Zwillinge waren keine zufälligen Wächter vor einem größeren Gegner. Sie zeigten, was die Alten Götter aus Völkern machten: dauerhafte Reiche, deren Herrscher sich selbst nicht außerhalb des göttlichen Willens vorstellen konnten.

Was von Ahn'Qiraj blieb

Nach dem Sieg wurde Ahn'Qiraj nicht zu einem gewöhnlichen eroberten Land. Die Ruinen blieben von der Leere, den Qiraji und den Erinnerungen an zwei große Kriege durchdrungen. Spätere Ereignisse in Silithus bewiesen, dass ein gefallener Herrscher und ein besiegter Alter Gott nicht jede Folge ihrer Existenz auslöschen. Unter der Wüste lagen weiterhin Tunnel, Brutstätten und Relikte einer Zivilisation, die älter war als die meisten Reiche der Sterblichen.

Vek'lor und Vek'nilash stehen deshalb für eine besondere Form von Macht. Sie stritten nicht um die Krone und suchten keine persönliche Erlösung. Ihre Einigkeit beruhte auf einer Ordnung, in der Individualität kaum zählte. Gerade dadurch unterscheiden sie sich von vielen sterblichen Herrschern. Ihr Untergang war nicht das Ende eines Familienstreits, sondern das Brechen eines lebenden Siegels vor dem Gefängnis C'Thuns.